Winkelhausen (Adelsgeschlecht)
Winkelhausen (auch: Winckelhausen) ist der Name eines bergischen Uradelsgeschlechts, das sich nach seinem Stammsitz Groß-Winkelhausen in Düsseldorf-Angermund nannte.
Geschichte
Im Jahr 1271 wird ein Johann de Zeppenheim gt. Winkelhusen als Zeuge in einer bischöflichen Urkunde aus Köln genannt. Sein Siegel zeigt ein Teerfackeleisen. Nach und nach nahm die Familie dann den Ortsnamen, der auf einen Winkel, d. h. eine Krümmung des Angerbachs zurückgeht, an. 1288 und 1290 erscheint Ludolf de Winkelhausen als Besitzer des Rittersitzes. Für das Jahr 1300 ist Ritter Adolf von Winckelhusen zusammen mit den Gebrüdern Johann und Ludekin von Winckelhusen in einer Urkunde des Stifts St. Georg in Köln belegt.
Von diesen Anfängen bis zu ihrem Aussterben im Mannesstamm im 18. Jahrhundert kann die Familie genealogisch durchgehend nachgewiesen werden (siehe entsprechende Stammfolge unten). Viele der Familienmitglieder besetzten wichtige Verwaltungs- und Kirchenpositionen, z. B.:
- Hermann von Winkelhausen: Amtmann zu Monheim (1356) und Schultheiß zu Ratingen (1372)
- Hermann von Winkelhausen: Amtmann zu Beyenburg (1392) und Amtmann zu Angermund (1394)
- Johann von Winkelhausen: Amtmann zu Beyenburg (1404)
- Guda von Winkelhausen († 1638): Äbtissin zu St. Maria im Kapitol in Köln und Gerresheim
- Ludger von Winkelhausen: Amtmann zu Mettmann (um 1640)
- Johann Wilhelm Freiherr von Winkelhausen: Bergischer Kämmerer, Geheimrat, Kanzler, Amtmann zu Düsseldorf (um 1640)
- Wilhelm von Winkelhausen († 1669): Domherr und Domdechant im Dom St. Peter (Osnabrück), Domküster im Paderborner Dom
- Ludger Freiherr von Winkelhausen († 1676): Bergischer Geheimrat, Stallmeister, Marschall und Amtmann zu Bornefeld und Hückeswagen
- Johanna Maria Catharina Gräfin von Winkelhausen: Äbtissin zu Neuenheerse (Stift Heerse) (1714–1734)
- Franz Carl Graf von Winkelhausen († 1734): Geheimrat, Oberjägermeister
- Therese Wilhelmine von Pollheim-Winkelhausen († 1757); kurpfälzische Obersthofmeisterin und von 1743 bis 1757 Fürstäbtissin des Kanonissenstifts Lindau.
Die Familie besaß im Laufe der Jahrhunderte mindestens 5 Rittersitze. Neben dem Stammsitz der Familie, Groß-Winkelhausen, waren dies:
- Schloss Kalkum: Gelangte um 1500 durch Erbschaft in die Familie und wurde von der Familie neu errichtet
- Haus Morp
- Schloss Myllendonk: Gelangte durch Heirat in die Familie
- Haus Remberg
Hinzu kamen eine Vielzahl von Höfen und anderen Besitzungen, z. B.:
- Medefurter Hof
- Sandmühle (Duisburg)
- Ölmühle (Düsseldorf-Angermund)
- Loosengut (auch Dornhaus genannt), gehörte zu den Besitzungen von Groß-Winkelhausen
- Butendorfer Hof in Huckingen, wurde 1350 von Adolf von Winkelhausen verkauft
- Gut upem Kamp (auf dem Kamp)
- Hubertuskapelle (Düsseldorf-Angermund)
Nach Aussterben der von Winkelhausen im Mannesstamm im Jahr 1739 erbte Philipp Christof Freiherr von Loë zu Wissen, Ehemann der Anna Maria Theresia von Winkelhausen,<ref>Leopold Nedopil: Adelsproben aus dem deutschen Adels-Central-Archive. Band 1, Wien 1868, S. 567f. (Google bücher)</ref> den Namen und das Wappen der Familie Winkelhausen. Er schrieb sich danach gemäß Familienvertrag Freiherr von Loë, Graf von Winkelhausen.<ref>Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues preussisches Adels-Lexicon. 3. Band (I-O), Leipzig 1837, S. 285 (Google bücher)</ref> Die Güter Kalkum, Winkelhausen und Morp gingen dagegen auf Edmund Graf von Hatzfeld zu Weisweiler, Ehemann der Isabella Johanna Maria von Winkelhausen, eine Nichte der o. g. Anna Maria Theresia von Winkelhausen, über.
Wappen
Blasonierung: Das Wappen zeigt in Silber schrägrechts ein schwarzes Teerkranzeisen. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken der Wappenschild zwischen einem offenen, rechts silbernen und links schwarzen Adlerflug.
Dieses Wappen findet sich auch in dem am Torbau des Stammsitzes angebrachten Allianzwappen, sowie am Portal der in direkter Nachbarschaft gelegenen Hubertuskapelle (Düsseldorf-Angermund).
Es besteht eine Wappenverwandtschaft mit den westfälischen von Dreer.
Stammfolge
Folgende Stammfolge ist bekannt: Vorlage:Stammbaumliste
Literatur
- Anton Fahne: Geschichte der Kölnischen, Jülichschen und Bergischen Geschlechter. Köln 1848, S. 458–459; 1853, S. 204–205.
- Heinz Schmitz: Angermunder Land und Leute – Zur Geschichte des Amtes und der Bürgermeisterei Angermund. Band 1, Düsseldorf 1979, S. 206 ff.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />