William Congreve (Erfinder)
Sir William Congreve, 2. Baronet (* 20. Mai 1772 in Kent; † 15. Mai 1828 in Toulouse) war ein britischer Offizier der Artillerie und Ingenieur. Congreve wurde bekannt durch die nach ihm benannten Raketen, die Congreve’schen Raketen.
Leben
William Congreve wurde als Sohn des Artilleriegenerals Sir William Congreve, 1. Baronet geboren und erbte 1814 dessen Adelstitel eines Baronet, of Walton in the County of Stafford.
Er machte sich durch mehrere Erfindungen im Schleusen- und Kanalbau sowie durch die vom Duke of York and Albany geleiteten neuen Einrichtungen des britischen Heerwesens verdient. Er wurde deshalb zum Aufseher des königlichen Laboratoriums ernannt.
Seine bedeutendste Erfindung war eine Art Brandrakete. Mit diesem Typ stellte er seit 1804 erste größere Versuche an. 1806 wurden sie bei Boulogne, 1807 beim Bombardement von Kopenhagen, 1809 beim Angriff auf die französische Flotte bei Île d’Aix und bei der Beschießung von Vlissingen und 1813/1814 vor Glückstadt eingesetzt. Die Briten schickten dann während der Befreiungskriege ihren Verbündeten Raketenbatterien, die man 1813 bei den Belagerungen von Wittenberg und Danzig sowie in der Völkerschlacht bei Leipzig anwandte.<ref>Rocketeers vor Leipzig. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 14. Juli 2013, Seite 50</ref>
Congreves Raketen wurden ferner im Krieg von 1812 gegen die Amerikaner eingesetzt. Während des Bombardements von Baltimore im September 1814 inspirierten die von den Briten abgeschossenen Raketen den Amerikaner Francis Scott Key zu einer Zeile (…and the rockets red glare…) für sein Lied The Star-Spangled Banner, das später zur amerikanischen Nationalhymne wurde.
Eine andere Erfindung Congreves betraf den Farbdruck, den er so weit zu verbessern versuchte, dass man mehrere Farben gleichzeitig drucken konnte (siehe Congrevedruck). 1808 ließ er seine Congreve-Kugeluhr patentieren. Dabei läuft eine Kugel auf einer in eine Messingplatte eingefrästen Zickzacklinie.
1812 wurde er erstmals ins House of Commons gewählt. Als Tory war er von 1812 bis 1816 Abgeordneter für das Borough Gatton in Surrey und von 1818 bis zu seinem Tod für das Borough Plymouth in Devon.
1816 und 1817 begleitete er den damaligen russischen Großfürsten Nikolaus auf dessen Reisen durch Großbritannien. Am 27. Januar 1817 wurde er vom König zum hannoverischen Generalmajor a la suite der Artillerie ernannt.
Dann trat er 1824 an die Spitze der Imperial-Continental-Gas-Association (ICGA)<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ICGA ( vom 26. Februar 2015 im Internet Archive) (PDF; 1,8 MB)</ref>, einer Gesellschaft zur Einführung der Gasbeleuchtung auf dem europäischen Kontinent. Congreve geriet 1827 durch einen Bericht des britischen House of Commons wegen seiner Rolle bei betrügerischen Praktiken der Arigna Iron and Coal Mining Company in schwere Kritik, obwohl ihm keine direkte Beteiligung am Betrug nachgewiesen wurde. Er starb 1828 im Alter von 56 Jahren in Toulouse, nachdem er in seinen letzten Lebensjahren schwer krank war und seine Beine ihre Funktion verloren hatten.<ref>Terry Jenkins: CONGREVE, Sir William, 2nd bt. (1772-1828), aus Walton, Staffs. und 13 Cecil Street, Mdx. The History of Parliament: the House of Commons 1820-1832, Hrsg. D.R. Fisher, 2009, abgerufen am 16. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Der Mondkrater Congreve ist nach ihm benannt.
Werke (Auswahl)
- Elementary treatise on the mounting of naval ordnance. London 1812. Digitalisat
- Description of the hydro-pneumatic lock. London 1815.
- A treatise on the general principles, powers and facility of application of the Congreve rocket system, as compared with artillery. London 1827; deutsch: Weimar 1829. Digitalisat
Literatur
- James Earle: Commodore Squib. The Life, Times and Secretive Wars of England's first Rocket Man, Sir William Congreve, 1772–1828. Cambridge Scholars, Newcastle 2010, ISBN 978-1-4438-1770-7.
- Frank H. Winter: The First Golden Age of Rocketry. Congreve and Hale Rockets of the nineteenth Century. Smithsonian Institution Press, Washington DC 1990, ISBN 0-87474-987-5.
- P. A. Symonds, David R. Fisher: Congreve, William (1772–1828), of Walton, Staffs. In: R. G. Thorne (Hrsg.): The History of Parliament. The House of Commons 1790–1820. Secker & Warburg, London 1986, ISBN 0-4365-2101-6 (Online).
- Bernhard von Poten, Die Generale der Königlich Hannoverschen Armee und ihrer Stammtruppen in Militär-Wochenblatt: Beihefte, 1902, S. 296 Nr. 309
Weblinks
- Artikel von/über William Congreve im Polytechnischen Journal
- Nachbildung Congrevscher Raketen – Website eines Reenactmentvereins der sich mit Congrevschen Raketen beschäftigt
- Mr William Congreve im Hansard (englisch)
Einzelnachweise
<references />
| Vorgänger | Titel | Nachfolger |
|---|---|---|
| William Congreve | Baronet, of Walton 1814–1828 | William Congreve |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Congreve, William |
| ALTERNATIVNAMEN | Congreve, Sir William, 2. Baronet |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Offizier der Artillerie und Ingenieur |
| GEBURTSDATUM | 20. Mai 1772 |
| GEBURTSORT | Kent, England |
| STERBEDATUM | 15. Mai 1828 |
| STERBEORT | Toulouse |
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