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Wilhelm Sült

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Datei:Gedenktafel Rummelsburger Landstr 2 (Obschw) Wilhelm Sült.jpg
Gedenktafel am ehemaligen Kraftwerk Rummelsburg, Rummelsburger Landstr. 2, Berlin-Oberschöneweide

Wilhelm Sült (* 4. März 1888 in Patzig; † 2. April 1921 in Berlin) war Gewerkschafter und aktives Mitglied der KPD. In den Anfangsjahren der Weimarer Republik galt er als „populärste[r] kommunistische[r] Betriebsfunktionär Berlins“.<ref>Willy Brandt, Richard Löwenthal, Ernst Reuter: Ein Leben für die Freiheit. München 1957, S. 158.</ref> Dem Berliner Magistrat und Unternehmern war er wegen seines starken Einflusses auf die Berliner Elektrizitätsarbeiter allerdings „ein Dorn im Auge“.<ref>Annemarie Lange: Berlin in der Weimarer Republik. Berlin 1987, S. 387.</ref>

Am 30. März 1921 wurde er von Polizeibeamten der Abteilung I A aus einer Vertrauensleuteversammlung heraus „in Schutzhaft genommen“<ref name="GumbelVier.66">Emil Julius Gumbel: Vier Jahre politischer Mord. Berlin 1922, S. 66.</ref> und zwei Tage später im Polizeipräsidium am Alexanderplatz durch einen Schuss tödlich verletzt.

Leben

Sült war Obermaschinist im Kraftwerk Rummelsburg, gewählter Betriebsrat und Obmann der gewerkschaftlichen Vertrauensleute der Berliner Elektrizitätswerke. Ab März 1919 war er einer der drei Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Arbeiterräte beim Berliner Magistrat und zwischen 1918 und 1921 an allen großen Streiks der Berliner Elektrizitätsarbeiter führend beteiligt. Am Vorabend des 9. November 1918 hatte Sült für die Abschaltung der Turbinen des Kraftwerks Rummelsburg gesorgt und leitete in der Folge die Ausstände während des Januaraufstands, der Märzkämpfe und des Kapp-Putsches.

Während der Märzkämpfe in Mitteldeutschland versuchte Sült, in Berlin Solidaritätsstreiks zu organisieren und Geldsammlungen durchzuführen. Am 30. März 1921 wurde er festgenommen, konkrete Vorwürfe erhob man indes nicht. Im Anschluss an eine Vernehmung wurde er am 1. April im Treppenhaus des Berliner Polizeipräsidiums von dem Kriminalbetriebsassistenten Albert Jannicke hinterrücks niedergeschossen. Jannicke hatte Sült nach dessen auf dem Sterbebett gemachten Angaben einige Meter die Treppe hinaufgehen lassen, dann „Halt!“ gerufen und sogleich das Feuer eröffnet. Nach Aussage eines Zeugen ließ man den Schwerverletzten längere Zeit ohne Hilfe am Boden liegen, ein Polizeioffizier trat auf ihn ein und schrie: „Verrecke, du Aas!“<ref name="GumbelVier.66" /> Als Sült in der Charité eintraf, hatte er nach Angaben des behandelnden Arztes bereits 1 1/2 Liter Blut verloren. Er starb am 2. April um 4 Uhr früh. Das Ermittlungsverfahren gegen den Täter wurde am 18. Februar 1922 eingestellt, da dessen Angabe, Sült habe einen Fluchtversuch unternommen, „glaubhaft [sei], jedenfalls aber nicht widerlegt“<ref>Emil Julius Gumbel (Hrsg.): Denkschrift des Reichsjustizministers zu „Vier Jahre politischer Mord“. Berlin 1924, S. 34.</ref> werden könne. Dass Sült nach Angabe des Schützen mitten im Polizeipräsidium treppaufwärts geflohen sein soll, erschien zwar auch nach Ansicht juristischer Gutachter „an sich in hohem Grade unglaubhaft“,<ref>Emil Julius Gumbel (Hrsg.): Denkschrift des Reichsjustizministers zu „Vier Jahre politischer Mord“. Berlin 1924, S. 64.</ref> wurde im Verfahren aber nicht berücksichtigt; ebenso wenig wie der Umstand, dass „nach dem Schusse eine strafbare Handlung (Tötung durch pflichtwidrige Unterlassung) von den beteiligten Polizeibeamten begangen worden ist.“<ref>Emil Julius Gumbel (Hrsg.): Denkschrift des Reichsjustizministers zu „Vier Jahre politischer Mord“. Berlin 1924, S. 63.</ref>

Ehrung

Auf der Innenseite der Ringmauer der Gedenkstätte der Sozialisten wurde Sülts Name in eine Porphyrplatte eingemeißelt (in der Abteilung In der Zeit der Weimarer Republik ermordet).

Seit dem 31. Januar 1952 trägt eine Straße in Berlin-Prenzlauer Berg den Namen Sültstraße<ref>{{#if: Sueltstrasse-10409-Berlin | Sültstraße{{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty|}} | bei Luise | .] In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)}} | {{#switch:a | a | h = {{#if: 04 | |!!! FEHLER! Parameter bez fehlt}}{{#if: S1783 | | !!! FEHLER! Parameter id fehlt}}{{#ifeq: a | h | }}Sültstraße{{#ifeq: a | h | }}{{#if: {{#invoke:TemplUtl|faculty|}} | . In: Luise. | .] In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins}} | - = Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins | #default = FEHLER! Parameter art=a ungültig!}}}}</ref>. Sie verläuft von der Küselstraße zur Ostseestraße.

Weblinks

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Einzelnachweise

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