Wilhelm Johannsen (Botaniker)
Wilhelm Ludvig Johannsen, im Deutschen auch Wilhelm Ludwig Johannsen (* 3. Februar 1857 in Kopenhagen; † 11. November 1927) war ein dänischer Botaniker und Genetiker. Er prägte den Begriff „Gen“ als Träger der Vererbung.
Leben
Johannsen wurde als Sohn eines Offiziers geboren und studierte an der Universität Kopenhagen sowie in Deutschland und der Schweiz. Er wurde 1892 Lektor und 1903 Professor an der Königlichen Veterinär- und Landwirtschaftsuniversität in Kopenhagen. 1905 wechselte er auf den Lehrstuhl für Pflanzenphysiologie an der Universität Kopenhagen, wo er 1917 zum Rektor gewählt wurde.
Johannsen war seit 1898 Mitglied der Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften und wurde von mehreren Universitäten (unter anderem Lund, Freiburg und Groningen) mit Ehrendoktorwürden geehrt. 1916 wurde er zum Mitglied der American Philosophical Society gewählt.<ref>Member History: Wilhelm L. Johannsen. American Philosophical Society, abgerufen am 13. Oktober 2018.</ref> Im Dezember 1924 wurde er als auswärtiges korrespondierendes Mitglied in die Russische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.<ref>Ausländische Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften seit 1724: Johannsen, Wilhelm Ludwig. Russ. Akad. Wiss., abgerufen am 13. Oktober 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Johannsen führte 1909 – aufbauend auf dem von William Bateson geprägten Terminus technicus „Genetik“ – den Begriff „Gen“ (von dem griechischen Wort für „gebären“) sowie die weiteren Begriffe „Erbgut“ und „Phänotyp“ (Phaenotypus) sowie Genotypus<ref>Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 55.</ref> ein. Außerdem definierte er den Begriff Population.<ref>Jochen Graw: Genetik. Springer, Berlin; 5., vollständig überarbeitete Auflage 2010, ISBN 978-3-642-04998-9, S. 614.</ref>
Schriften (Auswahl)
- Ueber Erblichkeit in Populationen und in reinen Linien. Ein Beitrag zur Beleuchtung schwebender Selektionsfragen. Gustav Fischer, Jena 1903. (Ganzes Buch. www.biolib.de).
- Elemente der exakten Erblichkeitslehre. Gustav Fischer, Jena 1909. (archive.org).
- The genotype conception of heredity. In: The American Naturalist. Band 45, Nr. 531, März 1911, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), S. 129–159.
- Arvelighed i historisk og experimentel belysning. Gyldendal, Kopenhagen 1917.
Literatur
Weblinks
- Wilhelm Johannsen Centre for Functional Genome Research (englisch)
- Kurzbiografie und -bibliografie im Virtual Laboratory des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte
- Literatur von und über Wilhelm Johannsen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Johannsen, Wilhelm |
| ALTERNATIVNAMEN | Johannsen, Wilhelm Ludvig |
| KURZBESCHREIBUNG | dänischer Botaniker und Genetiker |
| GEBURTSDATUM | 3. Februar 1857 |
| GEBURTSORT | Kopenhagen |
| STERBEDATUM | 11. November 1927 |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Botaniker (19. Jahrhundert)
- Botaniker (20. Jahrhundert)
- Genetiker
- Pflanzenzüchter
- Hochschullehrer (Königliche Veterinär- und Landwirtschaftsuniversität)
- Rektor (Universität Kopenhagen)
- Mitglied der Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Uppsala
- Mitglied der Königlichen Physiographischen Gesellschaft in Lund
- Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften
- Korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der American Philosophical Society
- Ehrendoktor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- Ehrendoktor der Reichsuniversität Groningen
- Ehrendoktor der Universität Lund
- Däne
- Geboren 1857
- Gestorben 1927
- Mann