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Wilhelm Eyles Leipziger Sänger

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Wilhelm Eyles Leipziger Sänger waren eine sächsische Herrensängergesellschaft, welche 1863 in Leipzig von dem deutschen Sänger Wilhelm Eyle als „Leipziger Quartett- und Konzert-Sängergesellschaft“ gegründet wurde.

Die Bezeichnung „Wilhelm Eyles Leipziger Sänger“ führt sie seit 1893.<ref>vgl. Leimbach</ref> Eine Ansichtskarte von 1911 zeigt die damaligen Mitglieder,<ref name="LL">vgl. „Wilhelm Eyles Leipziger Sänger“ im Leipzig-Lexikon.</ref> darunter Martin Mühlau.

Friedrich Karl Wilhelm Eyle

Friedrich Karl Wilhelm Eyle (* 24. März 1840; † 20. Juli 1904) war Tenor<ref>Ansichtskarte „Gruss von Wilhelm Eyles Leipziger Sängern“, gelaufen 1902, Universität Osnabrück, Sammlung. Prof. Dr. S. Giesbrecht</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ansichtskarte Wilhelm Eyles Leipziger Sänger (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), „Fidele Rekruten“, gelaufen 1904</ref> und Verfasser vieler Werke für Männerchor; außerdem schrieb er heitere Soloszenen, Lieder und Couplets. Er war der Vater von Edgar Eyle.

Werke (Auswahl)

1. Fleischermeister Speck: „Ein jeder Stand hat seine Freude“.
2. Buchbindermeister Kleister: „Man nennt mich Kleisterfritze“.
3. Maler Pinsel: „Ich bin der grosse Maler Pinsel“.
4. Seifensieder Lauge: „Ich bin der Seifensieder Lauge“.
5. Schuster Pfriem: „Kreuzmillionen Donnerwetter“.
6. Bäckermeister Säbelbein: „Wenn mancher Mann wüsste“.
7. Schneidermeister Ziegenbock: „Ich bin der Schneider Ziegenbock“.
8. Maurer Rührkalk: „Was muss man sich als Maurer plagen“.
9. Barbier Kratzer: „Morgens wenn die Hähne krähen“.
10. Schmiedemeister Hammerschlag: „Wenn ich an meinem Ambos steh’“.
  • Wilhelm Eyle: Humor in allen Ständen. Humoristische Soloscenen mit Clavierbegleitung. Serie III. Handel und Industrie. No. 21-30. Leipzig: Otto Forberg, o. J. [ca. 1905?]. Enthält:
21. „Buchhändler Schmöker“
22. „Buchdruckereifactor Zwiebelfisch“
23. „Versicherungsagent Dringlich“
24. „Commerzienrath Nathan Goldberger“
25. „Confectionair Süsslich“
26. „Juwelier Ringelmann“
27. „Champagnerreisender Schwips“
28. „Photograph Platte“
29. „Cigarrenhändler Qualm“
30. „Handlungscommis Gurkenstiel“.<ref name="LL" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Humor in allen Ständen. Humoristische Soloscenen mit Clavierbegleitung. Serie III. Handel und Industrie. No. 21-30 [komplett] (Memento vom 21. Mai 2013 im Internet Archive)</ref>

Edgar Eyle

Edgar Eyle (* 9. Oktober 1868; † 13. April 1946) war bereits 1894 Mitglied in der Gesellschaft seines Vaters Wilhelm. Er spielte mehrere Instrumente und komponierte auch für sie. 1907 wird er Liedermeister bei den „Emil-Meysel-Sängern“ [1]. Von 1911 bis 1914 gehörte er den „Leipziger Lyrika-Sängern“<ref> vgl. John-Torley s. 137 f.</ref> an. Zusammen mit Ferdinand Schmidt war er Direktor<ref>Eine Ansichtskarte, gelaufen 22. Juli 1905, zeigt sein Porträt und nennt ihn als Mitdirektor</ref> bei den „Leipziger Sängern“ seines Vaters Wilhelm Eyle. Er hat Aufnahmen bei „Grammophon“ hinterlassen. Auf deren Etiketten<ref> z. B. Schallplatte Grammophon grün-Etikett 20 989, „Fensterputzer Läppchen“ (von Grohmann und Hopfstock) Edgar Eyle, Mitgl. d. Leipz. Kristall-Palast-Sänger. Am Blüthner-Flügel: H.Salomon. Aufgen. 1927, vgl. Abbildung [1]</ref><ref>Schallplatte Grammophon grün-Etikett 20 990, „Fussballfritze als Mittelstürmer“ (von Eyle - Schwalbe) Edgar Eyle, Mitgl. d. Leipz. Kristall-Palast-Sänger. Am Blüthner-Flügel: H.Salomon. Aufgen. 1927, vgl. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Abbildung (Memento vom 20. Juli 2011 im Internet Archive)</ref> wird er als Mitglied der „Leipziger Kristallpalast-Sänger“ geführt.

Werke (Auswahl)

  • Edgar Eyle: Ordinair u. fein: „Es giebt in allen Dingen.“ Salon-Couplet. Salon-Couplet f. 1 Singst. m. Pfte. Mk 1. Leipzig, Eulenburg.
  • Edgar Eyle: Aurelia: „Aurelia ist nicht mehr da“. Groteskes Walzerlied f. 1 Singst. m. Pfte. Leipzig, Eulenburg.
  • Edgar Eyle: „Die Pantoffelhelden.“ Humoristische Ensemble-Scene f. 6 Herren (od. 4 Herren u. 2 Damen). Op. 7, Klavierauszug. Eythra, Jäckel, o. J.
  • Edgar Eyle: Der schmucke Florian, Original-Couplet op. 9/1926. Leipzig, Grude, 1900.

Tondokumente

Aufnahmen auf Grammophon 1927:

  • Gr 20 987 (mx. 407 bd) „Mumm das Unikum“
  • Gr 20 988 (mx. 409 bd) „Der Schuljunge“
  • Gr 20 989 (mx. 411 bd) „Fensterputzer Läppchen“ (Grohmann – Hopfstock)
  • Gr 20 990 (mx. 413 bd) „Fußballfritze als Mittelstürmer“ (Eyle – Schwalbe)
  • Gr 20 991 (mx. 415 bd) „Anastasius Pech“

Wiederveröffentlichungen

  • „Der Schuljunge – sächsischer Vortrag.“ (Eyle) Edgar Eyle von den Leipziger Krystallpalast-Sängern, auf Grammophon 20 988 / B 46 720 (mx. 409 bd) 1927<ref>78 Umdrehungen: Der Schuljunge - sächsischer Vortrag auf YouTube, 25. Januar 2011, abgerufen am 25. Februar 2024 (Laufzeit: 3:01 min).</ref>
  • „Bademeister Schwämmchen – sächsischer Vortrag.“ (Eyle/Torley) Edgar Eyle von den Leipziger Krystallpalast-Sängern, auf Grammophon 21 402 / B 46 754 (mx. 1269 bd) 1927<ref>78 Umdrehungen: Bademeister Schwämmchen - sächsischer Vortrag auf YouTube, 25. Januar 2011, abgerufen am 25. Februar 2024 (Laufzeit: 3:34 min).</ref>

Abbildungen

  • Neujahrskarte „Leipziger Quartett- und Konzert-Sänger“ im Jahre 1886, bei John-Torley s. 25
  • Photo “Die Leipziger Messmusikanten im Jahre 1877. Gesamtspiel von Wilh. Eyle”, zeigt die Sänger Gipner, Heinig, Selow, Stahlheuer, Hanke und Eyle sen., bei John-Torley s. 24
  • Photo von Edgar Eyle als junger Mann, bei John-Torley s. 26

Literatur

  • Richard John und Richard Torley: Die deutschen humoristischen Herren-Sänger-Gesellschaften in Wort und Bild. Hrsg. v. Richard John. Unter Mitw. v. Richard Torley. Leipzig, 1940. 210 Seiten.
  • Berthold Leimbach: Tondokumente der Kleinkunst und ihre Interpreten 1898 – 1945. Göttingen, im Selbstverlag, 1991, unpaginiert.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />