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Wilhelm Cornelius (Schriftsteller)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Gustav Friedrich Wilhelm Ewald Cornelius (* 27. Mai 1809 in Stralsund; über seine Todesumstände ist bisher nichts bekannt)<ref name="cornelissen.de">Grete Grewolls: Wer war wo in Mecklenburg-Vorpommern. Edition Temmen, Bremen 1995, S. 87; digitalisiert bei Josef Cornelissen: Cornelius: Hoch angesehener Familienname. Abgerufen am 22. Januar 2013.</ref><ref name="gelehrtes Berlin">Wilhelm Koner: Gelehrtes Berlin. Verzeichnis im Jahre 1845 in Berlin lebender Schriftsteller. Athenaeum, Berlin 1846, S. 57 (Digitalisat).</ref><ref>Veit Veltzke (Hrsg.): Für die Freiheit - gegen Napoleon - Ferdinand von Schill, Preußen und die deutsche Nation. Böhlau, Köln • Weimar • Wien 2009, ISBN 978-3-412-20340-5, S. 284 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. – Anmerkung 23).</ref> war ein deutscher Buchhändler, Dichter und Redakteur. Er setzte sich für den Erhalt der Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland ein und war Redner des Hambacher Festes von 1832.

Leben und Wirken

Wilhelm Cornelius wurde am 27. Mai 1809 als Sohn eines Schiffsbauers in Stralsund geboren. Er nahm Anteil am politischen Leben seiner Heimatstadt.<ref name="cornelissen.de" />

Zwischen 1830 und 1832 war Cornelius Redakteur der Zeitschrift Das Constitutionelle Deutschland in Straßburg.<ref name="gelehrtes Berlin" /> Auf dem Hambacher Fest hielt er eine Rede. Diese wurde nicht wie andere in der beschreibenden Festzeitschrift abgedruckt, da diese so bemerkt der Österreichische Beobachter 1838 zu „bluttriefend“ gewesen sei.<ref>Österreichischer Beobachter Nr. 306, 2. November 1839. 1839, S. 165 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Er nahm an der Versammlung am 28. Mai 1832 in der Wohnung des Landstands Schoppmann teil. Die Anwesenden diskutierten über das weitere Vorgehen und wie der Deutsche Preß- und Vaterlandsverein weitergeführt würde.<ref name="BeKr">Benjamin Krebs: Darlegung der Haupt-Resultate aus den wegen der revolutionären Complotte der neueren Zeit in Deutschland geführten Untersuchungen. Bundes-Präsidial-Druckerei, Frankfurt am Main 1838, S. 23 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Für diese Beteiligung wurde Cornelius in Stralsund als verdächtiger Revolutionär verhaftet und war sieben Jahre in Untersuchungshaft.<ref name="gelehrtes Berlin" /><ref name="cornelissen.de" /> Während der Festungshaft in Magdeburg und Graudenz traf Cornelius (Spitzname: „Don Juan“) mit dem Schriftsteller und Oppositionellen Fritz Reuter zusammen, der ihn in Ut mine Festungstid beschreibt.<ref>„Don Juan was sines Glowens ein Baukhändler un ded in sin Fierabendstun'n en beten up Pegasussen spazieren riden.“</ref> Nach der Haft war er Verlagsbuchhändler in Berlin.<ref name="gelehrtes Berlin" /> Er ist im Schwarzen Buch der Frankfurter Bundeszentralbehörde (Eintrag Nr. 253) festgehalten.<ref>Das Schwarze Buch digitalisiert im Bundesarchiv.</ref>

Im Jahre 1848 soll Cornelius nach Amerika ausgewandert sein, jedoch ist über seinen weiteren Verbleib nichts bekannt.<ref name="cornelissen.de" /><ref>Karl Theodor Gaedertz: Heiteres und Weiteres von Fritz Reuter: mit Beiträgen zur plattdeutschen Literatur. Mayer & Müller, Berlin 1905, S. 12 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Der Apparat zum Briefwechsel von Karl Marx und Friedrich Engels sagt, Cornelius sei in den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts Emigrant in London und dort Bekannter von Marx gewesen.<ref>Karl Marx, Friedrich Engels: Briefwechsel: Apparat (MEGA 3,4) Akademie Verlag, Berlin 1984, ISBN 978-3-320-00100-1, S. 1076.</ref>

Veröffentlichungen

  • Badens Volkskammer von 1831 ein Volksgespräch. Kehl 1832.
  • Thomas Moore's Irische Gesänge, übertragen von Wilhelm Cornelius. Cornelius, Berlin/Stralsund 1841.
  • Brittenlieder, ausgewählt und übertragen von Wilhelm Cornelius.4 Bände. Cornelius Stralsund/Berlin 1840–1841.
  • Allgemeines deutsches Liederbuch. Cornelius, Berlin [1842].
  • Schill und seine Schaar. Ein Büchlein, aus dem Volk und für das Volk geschrieben. Cornelius, Berlin/Stralsund 1842 (Digitalisat).
  • mit Theodor von Kobbe: Wanderungen an der Nord- und Ostsee. 2. Abtheilung: Ostsee (von W. Cornelius). Wigand, Leipzig 1842 (Volltext).

Literatur

  • Wilhelm Koner: Gelehrtes Berlin. Verzeichnis im Jahre 1845 in Berlin lebender Schriftsteller. Athenaeum, Berlin 1846, S. 57 (Digitalisat).
  • Karl Theodor Gaedertz: Ferdinand von Schill, Fritz Reuter und sein Festungsgefährte Wilhelm Cornelius. In: Reuter-Kalender 1910, S. 67–76.
  • Friedrich Koch: Der Stralsunder Dichter Wilhelm Cornelius – der Leidensgefährte Fritz Reuters. In: Stralsunder Monatshefte 1957, Nr. 6, S. 8–9.
  • Veit Veltzke (Hrsg.): Für die Freiheit - gegen Napoleon: Ferdinand von Schill, Preußen und die deutsche Nation. böhlau, Köln, Weimar, Wien 2009, ISBN 978-3-412-20340-5, S. 273 f.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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