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Wilde Tamarinde

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Wilde Tamarinde
Datei:Lysiloma latisiliquum-leaves and seedpods.jpg

Ast mit paarig gefiederten Laubblättern und Hülsenfrüchten

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Mimosengewächse (Mimosoideae)
Tribus: Ingeae
Gattung: Lysiloma
Art: Wilde Tamarinde
Wissenschaftlicher Name
Lysiloma latisiliquum
(L.) Benth.
Datei:The North American sylva; or, A description of the forest trees of the United States, Canada and Nova Scotia. Considered particularly with respect to their use in the arts and their introduction into (14778618571).jpg
Illustration

Die Wilde Tamarinde (Lysiloma latisiliquum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lysiloma innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt im karibischen Raum und Florida.<ref name="The Woodbook" /> Der Name „Wilde Tamarinde“ wird z. T. auch für andere Arten der Mimosengewächse verwendet.

Beschreibung und Ökologie

Erscheinungsbild, Rinde, Holz und Blatt

Die Wilde Tamarinde wächst als mittelgroßer bis großer Baum mit Wuchshöhen von meist 12, selten bis zu 20 Metern<ref name="LCE" /> bei Stammdurchmessern von 0,6 bis 0,9 Metern, selten bis über 1,5 Metern.<ref name="The Woodbook" /><ref name="LCE" /><ref>False Tamarind bei American Forests.</ref> Die Stämme wachsen oft etwas im Zickzack. Die sich weit wölbenden, überlappenden Äste<ref name="LCE" /> bilden eine breite, flache Baumkrone.<ref name="The Woodbook" /> An offenen Standorten werden kurze, aufrechte bis sich etwas neigende Stämme und ausgebreitete, schirmähnliche Baumkronen gebildet. Mit dem Alter wird die Baumkrone immer offener. Bei dichten Beständen ist der Stamm länger, die Äste beginnen erst in größeren Stammhöhen und die Baumkrone wird dann konisch.<ref name="LCE" />

Die Rinde an den Zweigen ist anfangs hell rötlich-braun, mit den Jahren etwas heller.<ref name="LCE" /> Bei jungen Bäumen ist die Borke glatt, hellgrau mit einer rosafarbenen Tönung. Die dünne bis mitteldicke Borke wird später dunkelbraun bis gräulich. An älteren Bäumen schuppt, blättert die rissige Borke in großen, tellerförmigen Stücken ab.<ref name="The Woodbook" /><ref name="LCE" /> Obwohl die Wilde Tamarinde relativ schnell wächst, bildet sie ein hartes Holz aus und kann auch starken Winden widerstehen. Es sind Wachstumsringe im Holz erkennbar, die aber keine Jahresringe zu sein scheinen.<ref name="LCE" />

Im nördlichen Verbreitungsgebiet ist Lysiloma latisiliquum laubabwerfend, nach Süden hin halbimmergrün, und die südlichsten Vorkommen sind immergrün. Meist liegt der Laubfall vor dem Neuaustrieb im Spätfrühling, aber manchmal überlappt das auch zeitlich etwas.

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten, 10 bis 18 Zentimeter langen sowie 10 bis 13 Zentimeter breiten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die doppelt paarig gefiederte Blattspreite besitzt selten zwei<ref name="LLNPP" />, meist drei bis fünf Paare gegenständiger Fiedern erster Ordnung. Die Fiedern erster Ordnung besitzen jeweils etwa 24 bis 60 gegenständige Fiederblättchen.<ref name="LCE" /> Die sitzenden bis kurz gestielten, einfachen und ganzrandigen Blättchen sind bei einer Länge von etwa 1,25 Zentimetern und einer Breite von etwa 0,5 Zentimetern<ref name="LCE" /> elliptisch<ref name="The Woodbook" /> bis länglich und stumpf mit ganzem Rand<ref name="LLNPP" />. Die Blättchenoberseite ist dunkelgrün, die -unterseite heller.<ref name="LCE" /> Es sind relativ große, eiförmige und meist abfallende Nebenblätter vorhanden.<ref name="LLNPP" /> Oben am Blattstiel und am Ansatz der Fiederpaare können Drüsen ausgebildet sein.

Blütenstand und Blüte

Die Blütezeit liegt in Florida im Frühling und Sommer. In den Blattachseln junger Zweige stehen einzeln oder zu mehreren auf etwa vier Zentimeter langen Blütenstandsschäften die bei einem Durchmesser von etwa 1,5 Zentimetern kugeligen, köpfchenförmigen Blütenstände.<ref name="LCE" /> Im Blütenstand stehen viele Blüten über jeweils einem Tragblatt.<ref name="LLNPP" />

Die zwittrigen, weißen bis cremeweißen<ref name="LCE" /> und sitzenden Blüten sind radiärsymmetrisch<ref name="LLNPP" /> und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf kleinen Kelchblätter sind kurz glockenförmig verwachsen mit kurzen Zipfeln.<ref name="LLNPP" /> Die fünf rötlichen, etwa doppelt so langen Kronblätter sind kurz glockenförmig verwachsen mit kurzen Zipfeln.<ref name="LLNPP" /> Hauptschauorgane der Blüten sind die 15 bis 20<ref name="LCE" /> weißen, langen<ref name="LLNPP" /> Staubblätter, deren Staubfäden im unteren Teil röhrig verwachsen sind. Die Staubblätter sind etwa doppelt bis viermal so lang wie die Blütenkrone. Jede Blüte enthält nur ein oberständiges Fruchtblatt mit langem, schlanken Griffel.<ref name="LLNPP" /> Die schwach duftenden Blüten werden von Bienen besucht, aber über die Bestäubung sind keine Details bekannt.<ref name="LCE" />

Frucht und Samen

Die Hülsenfrucht ist bei einer Länge von 13 bis 20 Zentimetern sowie einer Breite von 2,5 bis 3 Zentimetern relativ lang und flach, dünn.<ref name="LCE" /> Sie verdreht sich etwas während ihrer Entwicklung.<ref name="LLNPP" /> Die anfangs grüne Hülsenfrucht verfärbt sich später dunkelbraun und ist bei der Reife durch abfallendes Gewebe hell gefleckt. Die Hülsenfrüchte verbleiben den Winter über am Baum und öffnen sich meist erst während der nächsten Blütezeit (Wintersteher). Die Hülsenfrüchte enthalten fünf bis zehn Samen. Nur ein Teil der Samen wird reif, denn der Käfer Merobruchus lysilomae frisst die Samen und hinterlässt kleine Ausfluglöcher in den Hülsenfrüchten.<ref name="LCE" /> Die flachen und elliptischen, bis etwa 1,3 Zentimeter langen Samen sind dunkelbraun, glänzend.<ref name="LLNPP" /> Die Früchte der Wilden Tamarinde sind, anders als bei der Indischen Tamarinde (Tamarindus indica), für den Menschen nicht essbar.<ref name="LCE" />

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 26.<ref name="IPCN" />

Vorkommen

Lysiloma latisiliquum kommt im südlichsten Teil Floridas, auf der Halbinsel Yucatán, in Belize sowie Guatemala und auf den karibischen Inseln Kuba, Hispaniola, Puerto Rico, Turks- und Caicosinseln sowie auf den Bahamas vor.<ref name="LCE" />

Die natürlichen Bestände von Lysiloma latisiliquum gedeihen in flachgründigen, neutralen bis schwach alkalischen Böden, die sich über Kalkstein bilden.<ref name="LCE" />

Lysiloma latisiliquum gedeiht in trockenen, immergrünen Lorbeerwäldern, Buschland und Kiefern-Waldland sowie auf anthropogen gestörten Flächen.<ref name="LLNPP" /> Es handelt sich um eine schnellwachsende Pionierpflanze. Die Sämlinge entwickeln sich auf offenen, sonnigen Standorten. Sie entwickeln sich schnell zu Schattenbäumen, unter denen sich andere Arten ansiedeln können. Anders als andere Hartholz-Arten überstehen sie keine Waldbrände.<ref name="LCE" />

Synonyme

Synonyme für Lysiloma latisiliquum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Benth. sind: Acacia bahamensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Benth.) Griseb., Acacia latisiliqua <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Willd., Leucaena latisiliqua <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Gillis, Lysiloma bahamense <templatestyles src="Person/styles.css" />Benth., Mimosa latisiliqua <templatestyles src="Person/styles.css" />L.

Nutzung

Das beständige Holz der Wilden Tamarinde ist recht schwer, hart und mit feiner Textur. Es ist bekannt als Tzalam, Karibische oder Mexikanische Walnuss. Das Kernholz ist tief dunkelbraun, wogegen das Splintholz fast weiß ist. Das Holz wird gelegentlich zum Schiff- und Bootsbau verwendet.<ref name="The Woodbook" />

Literatur

Weblinks

Commons: Wilde Tamarinde (Lysiloma latisiliquum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="LCE">Stephen H. Brown: Lysiloma latisiliquum des Lee County Extension von der University of Florida (PDF).</ref> <ref name="LLNPP">Datenblatt beim Leon Levy Native Plant Preserve des Bahamas National Trust.</ref> <ref name="The Woodbook">Klaus Ulrich Leistikow: The Woodbook: The Complete Plates. TASCHEN Verlag, Köln 2013, ISBN 978-3-8365-3603-5, S. 352.</ref> <ref name="IPCN">Lysiloma latisiliquum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> </references>