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| Haus Cramer Holding KG | |
|---|---|
| Rechtsform | KG |
| Sitz | Warstein, Datei:Flag of Germany.svg Deutschland |
| Leitung | Catharina Cramer, Jens Hoffmann, Raphael Rauer |
| Mitarbeiterzahl | 1.160 (2023)<ref>Bundesanzeiger: Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 2023, abgerufen am 3. März 2026.</ref> |
| Umsatz | 387,6 Mio. Euro (2023) |
| Branche | Brauerei |
| Website | www.warsteiner-gruppe.de |
Die Haus Cramer Holding KG ist die Konzernobergesellschaft der Warsteiner-Gruppe mit Sitz in Warstein. Bekanntestes Unternehmen der Gruppe ist die Warsteiner Brauerei Haus Cramer KG, die eine Großbrauerei in Warstein betreibt. Das Unternehmen wurde laut aktueller Struktur am 6. März 2026 begründet.
Geschichte
1753 begann die Geschichte der Brauerfamilie Cramer. Dem Landwirt Antonius Cramer wurde auf sein gebrautes und verkauftes Bier erstmals eine Steuer von einem Reichstaler und 19 Gulden erhoben. Sohn Johannes Vitus Cramer übernahm die Hausbrauerei. Dank der zentralen Lage des Wohnhauses in Warstein florierte der Bierausschank. Im Dezember 1802 wurden große Teile der Stadt Warstein durch einen Brand zerstört. Cramers Haus war ebenfalls betroffen.
Johannes Vitus errichtete 1803 das Stammhaus des Unternehmens wieder am alten Standort. Das Gebäude wurde zu einem Gast- und Beherbergungsbetrieb mit Hausbrauerei ausgebaut. Da in unmittelbarer Nähe die St. Pankratiuskirche errichtet wurde, war man nun im Mittelpunkt des Ortes. Noch heute steht das Stammhaus (genannt Domschänke) im historischen Kern der Stadt. Vitus übergab 1804 die Leitung des Betriebs an seinen ältesten Sohn Casper.<ref>Gabi Alz-Wulfert: Brauerei eng mit Warstein verbunden - Todestag von AC. In: Westfalenpost. Funke Mediengruppe, 20. November 2013, abgerufen am 11. Mai 2016.</ref>
1823 übernahmen Albert und August die Leitung der Brauerei. An der Brauerschule in Worms erlernten sie die Brautechnik.
Am 31. Oktober 1883 wurde die Bahnstrecke Münster–Warstein eröffnet. Bis dato konnte das Bier nur mit Pferdefuhrwerken distribuiert werden. Durch die Möglichkeit des Bahntransports in Güterwagen wurde der Absatzmarkt für Warsteiner viel größer. Eine Modernisierung und Expansion des Betriebes erfolgte 1895 durch die Inbetriebnahme einer ersten Dampfmaschine. Bis 1920 entwickelte sich die Brauerei zu einem für damalige Verhältnisse modernen Unternehmen, das neben der Pils- und Bockbierherstellung auch Limonaden und Tafelwasser abfüllte.
Mit der Erschließung der 1927 in Kaisersiepen von Albert Cramer entdeckten Kaiserquelle begann ab 1928 die Konzentration auf die Herstellung von Pils. Das Wasser mit einer Härte von ein bis zwei Grad eignet sich besonders zum Bierbrauen.
Mit einer Braukapazität von über 100.000 Hektoliter pro Jahr zählte Warsteiner 1960 zu den deutschen Großbrauereien. Die Nachfrage nach Pils stieg in Deutschland stetig an.<ref>faz.net vom 14. April 2016: Wie verändert sich der Biergeschmack?, abgerufen am 5. Juli 2025</ref> Die Kapazitätsgrenzen in der Brauerei im Stadtkern waren bald erreicht. Am südlichen Stadtrand von Warstein wurde 1974 mit einem Neubau begonnen. 1976 eröffnete Albert Cramer die Waldparkbrauerei „als die modernste und größte Brauerei Europas“.
Mit über zwei Millionen Hektoliter war Warsteiner 1984 Deutschlands größte Biermarke. Im Jahr 1990 wurde das Braugeschäft der Nies-Gruppe mit den Marken Isenbeck, Kloster, Paderborner und Weissenburg sowie die 1982 errichtete und damals sehr moderne Brauerei in Paderborn übernommen.<ref>paderborner-brauerei.de, abgerufen am 5. Juli 2025</ref>
1994, nach der Wiedervereinigung, wurde mit einem Ausstoß von mehr als sechs Millionen Hektoliter<ref>Fachmagazin Inside vom 19. Januar 1995</ref> der größte Ausstoß in der Unternehmensgeschichte erreicht. Im Jahr 2008 war die Waldparkbrauerei, die damals eine jährliche Kapazität von sieben Millionen Hektoliter hatte, nicht mal zur Hälfte ausgelastet.<ref name="Die Welt Online 18. Dezember 2008">Bei Warsteiner läuft das Geschäft katastrophal, Die Welt Online 18. Dezember 2008</ref> 2010 produzierte die gesamte Warsteiner-Gruppe 5,4 Millionen Hektoliter.<ref>Preiskrieg macht Radeberger und Warsteiner zu schaffen. In: Handelsblatt 13. Januar 2011</ref>
| colspan="5" style="text-align:center; font-size:larger; background:#DDD; color:#Vorlage:Standardfarbe;"| Bierausstoß der Warsteiner Brauerei in hl<ref>http://www.aktiongutesbier.de/statistik-bier-und-brauereien/</ref> | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1967 | 2.420.000 | |||
| 1997 | 5.470.000 | |||
| 1998 | 4.670.000 | |||
| 2006 | 3.330.000 | |||
| 2009 | 2.850.000 | |||
| 2011 | 2.720.000 | |||
| 2013 | 2.250.000 | |||
| 2015 | 2.340.000 | |||
| 2016 | 2.240.000 | |||
| 2017 | 2.150.000 | |||
| 2018 | 2.260.000 | |||
| 2019 | 2.220.000 | |||
Das Jahr 1994 war auch eine Zäsur in der Unternehmensgeschichte. In Hamburger Gastronomiekreisen tauchten Gerüchte auf, die Warsteiner Brauerei würde mit der Scientology-Sekte in Verbindung stehen. Die Brauerei musste ab 1995 bis über die Jahrtausendwende hinweg erhebliche Absatzeinbrüche hinnehmen.<ref>Der Spiegel 42/1994</ref> Eine Rehabilitierung erfuhr Warsteiner durch einen Sendebeitrag des Medienmagazins Zapp am 17. Februar 2010.<ref>Hans-Albert Limbrock: Ganz perfide PR-Methode. In: Westfalenpost. Funke Mediengruppe, 20. Februar 2010, abgerufen am 10. Mai 2025.</ref>
Am 6. März 2026 wurde die Holding-Struktur finalisiert, was als moderner Gründungspunkt der aktuellen Konzernobergesellschaft gilt.
Einzelnachweise
<references />