Wiesen-Bärenklau
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| Wiesen-Bärenklau | ||||||||||||
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| Datei:HeracleumSphondylium1.jpg
Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Heracleum sphondylium | ||||||||||||
| L. |
Die oder der Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium), auch Gemeine(r) Bärenklau genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bärenklau (Heracleum) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie ist im Gegensatz zur Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) in Europa heimisch. Weil die lappig gestielten und behaarten Blätter Tierfüßen ähneln, hat diese auch Bärentap(p)e genannte Pflanzenart den Namen Bärenklau („Bärenklaue“) erhalten.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Wiesen-Bärenklau ist eine zweijährige bis ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 Zentimetern bis zu 1,5 Metern erreicht.<ref name="Thellung1965" /> Die Grundachse ist dick, verzweigt und tiefwurzelnd. Die Pflanze verströmt einen unangenehmen Geruch und enthält reichlich ätherische Öle. Der Stängel ist aufrecht, kantig gefurcht, steifhaarig, und im oberen Teil verzweigt.<ref name="Thellung1965" /> Die Laubblätter sind einfach gefiedert, die Fiederabschnitte sind fiederspaltig sowie stumpf gesägt. Sie sind meist ober- und unterseits behaart.<ref name="Thellung1965" /> Die Blätter haben eine große, als Knospenschutz dienende Blattscheide (Ochrea). Die unteren Laubblätter können sehr groß werden; sie sind lang (bis 60 Zentimeter) gestielt.<ref name="Thellung1965" /> Der Blattstiel ist seitlich zusammengedrückt und oberseits tief rinnig.<ref name="Thellung1965" />
Generative Merkmale
Blütezeit ist Mai bis Oktober.<ref name="Thellung1965" /> In einem doppeldoldigen Blütenstand stehen viele Blüten. Die Doppeldolde kann bis 20 Zentimeter Durchmesser haben; sie besitzt 15 bis 20 Strahlen.<ref name="Thellung1965" /> Es sind 0 bis 6 Hüllblätter vorhanden. Die Hüllchenblätter sind zahlreich; sie sind lanzettlich-pfriemlich, dicht behaart und bewimpert.<ref name="Thellung1965" /> Die Doldenstrahlen sind sehr ungleich lang.<ref name="Thellung1965" /> Ihre Blüten sind weiß, oft leicht grünlich oder hellrosa überlaufen. Die Kronblätter sind verkehrt herzförmig; sie sind vorn ausgerandet und haben ein eingeschlagenes Läppchen.<ref name="Thellung1965" /> Der Griffel steht zur Blütezeit fast aufrecht und ist 0,75 bis 4 Millimeter lang. Später ist er verbogen oder zurückgeschlagen.<ref name="Thellung1965" /> Der Nektar liegt ähnlich wie beim Wiesenkerbel offen in der Blüte und ist daher auch für kurzrüsselige Insekten gut erreichbar. Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa von Juni bis September. Die Früchte sind geflügelte Doppelachänen. Die Früchte reifen zwischen Juli und September. Sie sind etwa 5 bis 11 Millimeter lang, ihr Flügelrand ist 0,5 bis 1 Millimeter breit.<ref name="Thellung1965" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="IPCN" />
Ökologie
Die Wiesen-Bärenklau ist eine Halbrosettenpflanze.
Die Blüten sind „Nektar führende Scheibenblumen“ und stehen in zusammengesetzten Dolden. Die Randblüten sind „strahlend“. Es ist die namengebende Art für den Heracleum-Typ. Die Blüten der Hauptdolde sind meist zwittrig, die übrigen besitzen neben zwittrigen Blüten oft männliche und durch sterile Staubbeutel oder Pollenkörner funktionell weibliche. Die Blüten sind vormännlich, d. h., die Staubblätter strecken sich nach ihrer Entfaltung nach außen und entladen den Pollen. Die Griffel mit der kopfigen Narbe entwickeln sich meist später. Sie sind von einem grünlichen, reichlich Nektar absondernden Diskus („Griffelpolster“) umgeben. Diese Pflanzenart wird von der auf Doldenblütler spezialisierten Bärenklau-Sandbiene (Andrena rosae) als Pollenquelle genutzt.<ref>Sandbienen: Andrena rosae. Abgerufen am 20. Mai 2019.</ref> Wichtige Bestäuber sind verschiedene Mücken, Fliegen, Hautflügler, Schmetterlinge, Fransenflügler und Käfer, z. B. der Echte Widderbock (Clytus arietis) oder Anaspis thoracica.<ref>Wiesenbärenklau, Heracleum sphondylium - Blütenpflanzen - NatureGate. Abgerufen am 20. Mai 2019.</ref> Der Wiesen-Bärenklau ist die Raupen-Futterpflanze für die Schmetterlingsarten Silberpunkt-Höckereule, Weiderich-Blütenspanner, Bärenklau-Rauhaareule, Mondfleckiger Blütenspanner, Haarstrang-Blütenspanner, Brustwurz-Blütenspanner, Bärenklau-Blütenspanner und Purpurglanzeule.<ref>FloraWeb: Daten und Informationen zu Wildpflanzen und zur Vegetation Deutschlands. Abgerufen am 20. Mai 2019.</ref>
Die Früchte sind geflügelte Doppelachänen und verbreiten sich mit dem Wind als „Schirmchenflieger“ (Anemochorie). Die Hauptausbreitung erfolgt durch Wasserhaft- (Nautochorie) und Zufallsausbreitung durch Weidetiere (Zoochorie) und Stallmist.
Vorkommen
Die Wiesen-Bärenklau kommt ursprünglich in Europa und im nordwestlichen Afrika vor. In Island, Finnland und Neuseeland ist sie ein Neophyt.<ref name="POWO" /> Sie kommt in allen Ländern Europas vor.<ref name="EuroMed" /> Man findet die Wiesen-Bärenklau verbreitet in Fettwiesen und Staudenfluren, an Ufern und Gräben, in Auenwäldern und deren Säumen und in Hochstaudenfluren. Sie wächst bevorzugt auf lockerem, feuchtem Boden. Nach Ellenberg ist sie eine Halblichtpflanze, ein Mäßigwärmezeiger mit ozeanischer Kontinentalitätszahl, ein Frischezeiger, ein ausgesprochener Stickstoffzeiger und eine Ordnungscharakterart gedüngter Frischwiesen und -weiden (Arrhenatheretalia).<ref name = "Ellenberg" /> Sie steigt im Kanton Wallis bis 2400 Meter auf, im Kanton Graubünden im Berninagruppe bis 2500 Meter.<ref name="Thellung1965" />
Taxonomie und Systematik
Die Wiesen-Bärenklau wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Tomus I, S. 249 als Heracleum sphondylium erstbeschrieben.
Unterarten und ihre Verbreitung
Die Wiesen-Bärenklau, auch als Bärwurz<ref>Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 2., verbesserte Auflage. Birkhäuser, Basel/Boston/Berlin 1983, ISBN 3-7643-1399-4, S. 346.</ref><ref>Vgl. auch Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 117 (berwurzenkrut).</ref> bezeichnet, ist eine sehr formenreiche Art. In der Flora Europaea<ref name = "FE2" /> werden neun Unterarten genannt. Zwei weitere Unterarten werden für die Türkei, fünf für Nordafrika angegeben.<ref name = "EuroMed" /> In Deutschland unterscheidet man drei Unterarten:
- Bergwiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium subsp. elegans <templatestyles src="Person/styles.css" />(Crantz) Schübl. & G.Martens, Syn.: Heracleum sphondylium subsp. montanum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schleicher ex Gaudin) Briq., Heracleum lanatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Michx., Heracleum sphondylium subsp. lanatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Michx.) Á. Löve & D. Löve, Heracleum maximum <templatestyles src="Person/styles.css" />W.Bartram, Heracleum montanum <templatestyles src="Person/styles.css" />Schleich. ex Gaudin): Sie kommt von Marokko und Spanien, Portugal, Italien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Österreich, der Balkanhalbinsel, Polen, Ungarn, Rumänien, bis zur asiatischen Türkei vor.<ref name = "EuroMed" /> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="IPCN" /> Sie ist pflanzensoziologisch eine Charakterart des Verbands Adenostylion.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie in Bayern am Südostgrat der Höfats bis zu einer Höhenlage von 2100 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
- Grünblühende Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium subsp. sibiricum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Simonk., Syn.: Heracleum sibiricum <templatestyles src="Person/styles.css" />L.): Kommt in Europa von Frankreich, Italien und Mitteleuropa bis Nordost- und Südosteuropa vor und ist in Großbritannien ein Neophyt.<ref name = "EuroMed" /> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="IPCN" /> Sie kommt in Gesellschaften der Ordnung Arrhenatheretalia, aber auch der Klasse Epilobietea oder des Verbands Calthion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
- Gewöhnliche Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. sphondylium): Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="IPCN" /> Sie kommt in Europa und in der Türkei vor.<ref name = "EuroMed" /> Sie kommt vor allem in Gesellschaften der Ordnung Arrhenatheretalia vor, aber auch der Verbände Atropion oder Alno-Ulmion.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Weitere Unterarten sind:<ref name = "FE2" /><ref name = "EuroMed" />
- Heracleum sphondylium subsp. alpinum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Bonnier & Layens (Syn.: Heracleum alpinum <templatestyles src="Person/styles.css" />L.): Sie kommt nur im Jura in Frankreich und in der Schweiz vor.<ref name = "EuroMed" /> Sie ist pflanzensoziologisch eine Art des Aceri-Fagetum und dessen Saumgesellschaften.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 3w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />
- Heracleum sphondylium subsp. artvinense <templatestyles src="Person/styles.css" />(Manden.) P. H. Davis: Sie kommt in der Türkei vor.<ref name = "EuroMed" />
- Heracleum sphondylium subsp. atlanticum <templatestyles src="Person/styles.css" />Maire: Sie kommt in Algerien vor.<ref name = "EuroMed" />
- Heracleum sphondylium subsp. aurasiacum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Maire) Dobignard: Sie kommt in Algerien vor.<ref name = "EuroMed" />
- Heracleum sphondylium subsp. cyclocarpum <templatestyles src="Person/styles.css" />(K. Koch) P. H. Davis: Sie kommt in der Türkei und in Georgien vor.<ref name = "EuroMed" />
- Heracleum sphondylium subsp. embergeri <templatestyles src="Person/styles.css" />Maire: Sie kommt in Marokko vor.<ref name = "EuroMed" />
- Heracleum sphondylium subsp. orsinii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Guss.) H.Neumayer: Sie kommt im mittleren und südlichen Apennin und in den Gebirgen der Balkan-Halbinsel und in der europäischen Türkei vor.<ref name = "EuroMed" />
- Heracleum sphondylium subsp. pyrenaicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Lam.) Bonnier & Layens (Syn.: Heracleum pyrenaicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Lam.): Sie kommt in den Pyrenäen, den Alpen, im nördlichen Apennin und in den Gebirgen der Balkan-Halbinsel vor.<ref name = "EuroMed" /> Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="IPCN" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
- Heracleum sphondylium subsp. rotundatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Maire) Dobignard: Sie kommt in Marokko vor.<ref name = "EuroMed" />
- Heracleum sphondylium subsp. suaveolens <templatestyles src="Person/styles.css" />(Litard. & Maire) Dobignard: Sie kommt in Marokko vor.<ref name = "EuroMed" />
- Heracleum sphondylium subsp. ternatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Velen.) Brummitt (Syn.: Heracleum ternatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Velen.): Sie kommt im nördlichen und mittleren Apennin, in den Gebirgen der Balkan-Halbinsel und in der Türkei vor.<ref name = "EuroMed" />
- Heracleum sphondylium subsp. transsilvanicum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schur) Brummitt (Syn.: Heracleum palmatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Baumg., Heracleum transsilvanicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Schur): Sie kommt in den Karpaten von Polen, Rumänien und der Ukraine vor.<ref name = "EuroMed" />
- Heracleum sphondylium subsp. verticillatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pančić) Brummitt: Sie kommt auf der Balkan-Halbinsel vor.<ref name = "EuroMed" />
Aufgrund der großen Variabilität der Merkmale und des Auftretens von Zwischenformen erscheint die Einstufung von Heracleum alpinum, Heracleum elegans und Heracleum sibiricum als eigene Arten nicht gerechtfertigt.
Inhaltsstoffe und Verwendung als Futter
Nach Berührung der Pflanze können unangenehme Rötungen und Schwellungen der Haut auftreten („Wiesen-Dermatitis“). Sie werden durch UV-A-Empfindlichkeit verursachende, phototoxisch<ref>G. Weimark, E. Nilsson: Phototoxicity in Heracleum sphondylium. In: Planta medica. Band 38, Nr. 2, 1980, S. 97–111.</ref> wirkende Furocumarine ausgelöst. Von dieser Stoffklasse sind in den Wurzeln Pimpinellin, Isopimpinellin, Sphondin und Bergapten enthalten, in den Früchten außerdem Xanthotoxin und Imperatorin. Unreife Früchte besitzen den höchsten Furocumaringehalt.
Junge Blätter sind ein gutes Viehfutter z. B. für Kaninchen. Für hellhäutige Tiere ist bei der Verfütterung großer Mengen jedoch Vorsicht geboten, weil durch den Furocumaringehalt des Krauts bei Sonnenbestrahlung auch hier entzündliche Hautreaktionen auftreten können.
Verwendung in der Kräuterküche und der Heilkunde
Die Wiesen-Bärenklau ist jung ungiftig. Junge Blätter und Sprosse werden daher vom Menschen als Wildgemüse genutzt. Bei größeren Exemplaren kann der Stiel geschält und roh gegessen oder zu Kompott verarbeitet werden. Empfindliche Personen sollten beim Schälen der haarigen, stacheligen Stängel Handschuhe tragen, um Hautreizungen zu vermeiden.
Die jungen Blätter und Sprossen der Wiesen-Bärenklau waren im Mittelalter Bestandteil des Borschtsch. Höchstwahrscheinlich liegt der Ursprung des Namens Borschtsch im slawischen Namen für die Bärenklau.
Im Mittelalter wurden in der Heilkunde als Arzneidroge eingesetzte Bärenklau-Arten, insbesondere der Wiesen-Bärenklau, als berenclawe oder ähnlich und lateinisch als Branca ursina (selten auch kurz als Branca) bezeichnet.<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 164.</ref>
Unreife sowie reife Samen können in kleinen Mengen als Gewürz genutzt werden. Sie sind sehr aromatisch und eignen sich gut für süße Speisen oder Suppe. Auch kann man unreife Samen als Liköransatz in Neutralalkohol einlegen. Sie geben dem Alkohol eine intensive grüne Farbe, die an Absinth erinnert.
Literatur
- Gertrud Scherf: Wiesenblumen – der etwas andere Naturführer. BLV-Verlag, München 2004, ISBN 3-405-16909-7.
- Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen – Pflanzengifte. Giftpflanzen von A–Z. Notfallhilfe. Vorkommen. Wirkung. Therapie. Allergische und phototoxische Reaktionen. 4. Auflage. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-933203-31-7 (Nachdruck von 1994).
Weblinks
- Wiesen-Bärenklau. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Wiesen-Bärenklau. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Heracleum sphondylium L. s. l. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
- Thomas Meyer: Bärenklau Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
- Weitere Bilder: [1], [2] und [3]
- Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium) bei Giftpflanzen.com
Einzelnachweise
<references> <ref name="FE2">Richard Kenneth Brummitt: Heracleum L. In: </ref> <ref name="Ellenberg"></ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 287.</ref> <ref name="EuroMed">Ralf Hand (2011+): Apiaceae – Datenblatt Heracleum sphondylium. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011.</ref> <ref name="IPCN">Heracleum sphondylium bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Umbelliferae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 1427–1454.</ref> <ref name="InfoFlora">Heracleum sphondylium L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Heracleum sphondylium bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>