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Wiesbaden-Rheingauviertel

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Vorlage:Infobox Ortsbezirk in Wiesbaden

Rheingauviertel, Hollerborn ist ein Ortsbezirk der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Als Wohnviertel im Südwesten der Landeshauptstadt entstand es weitgehend zwischen den Jahren 1902 und 1908 im Stil des Historismus als sogenanntes Gründerzeitviertel.

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Eine typische Straße im Rheingauviertel
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Wohnhaus mit Jugendstilfassade von 1907
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Die Heinrich-von-Kleist-Schule

Als Wiesbaden zur Zeit des Kaiserreiches und vor allem um die Jahrhundertwende 1900 seine Blütezeit als Weltkurstadt erlebte, der Kaiser alljährlich im Mai zur Kur weilte und die Stadt die meisten Millionäre Deutschlands zählte, gab es ein enormes Bevölkerungswachstum (von ca. 33.000 Einwohnern im Jahre 1870 auf ca. 109.000 Einwohner 1910). Dies machte umfangreiche Stadterweiterungen notwendig. Neben den östlichen und nördlichen ausgedehnten Villengebieten entstand vor allem eine meist viergeschossige geschlossene Wohnbebauung um die Ringstraße (Kaiser-Friedrich-Ring und Bismarckring), welche in einem Viertelkreisbogen vom südlich gelegenen Hauptbahnhof bis zum nordwestlich gelegenen Sedanplatz um das historische Zentrum der Stadt, das sogenannte Historische Fünfeck, führte. Außerhalb der Ringstraße entstand im Süden das Dichterviertel, im Nordwesten das Feldherrenviertel und dazwischen das Rheingauviertel.

Maßgebenden Anteil an seiner Gestaltung hatte der Stadtbaumeister Felix Genzmer, der von 1881 bis 1903 in Wiesbaden wirkte. Die reich geschmückten Bürgerhäuser sind überwiegend im Stil des Historismus entstanden und beherbergten zum Großteil herrschaftliche Bürgerwohnungen mit 3,50 m hohen Decken, Stuck und Flügeltüren und hatten oft riesige Ausmaße von bis zu 200 m². In späteren Jahren wurden diese Wohnungen oftmals der besseren Vermietbarkeit wegen in kleinere Einheiten aufgeteilt.

Heute wohnen im Rheingauviertel hauptsächlich Studenten und junge Familien mit gehobenem Bildungsgrad und mittlerem Einkommen.

Das Kerngebiet des Rheingauviertels wird im Norden begrenzt von der Dotzheimer Straße, im Osten vom Kaiser-Friedrich-Ring, der Teil der Ringstraße ist, im Süden von der Schiersteiner Straße und im Westen vom Lorelei- bzw. Konrad-Adenauer-Ring, wobei sich das verwaltungstechnische Rheingauviertel auch noch westlich davon erstreckt, jedoch hier modernere Bebauung aufweist. Südwestlich der Niederwaldstraße (zwischen Karlsbader Platz und Schiersteiner Straße) findet sich ebenfalls modernere Bebauung aus den 1960er Jahren. Die meisten Straßen sind als Alleen ausgebildet und haben meist kleine Vorgärten zur Straße hin.

Am westlichen Ende der Rheinstraße steht die evangelische Ringkirche mit ihrem 65 m hohem Zwillingsturm.

Eine Sehenswürdigkeit am Rande des Kerngebiets ist das Bauarbeiterdenkmal.

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Seinen Namen verdankt das Viertel der Namensgebung seiner Straßenzüge. Diese sind allesamt nach Orten im Rheingau benannt:

Im Kerngebiet des Viertels befinden sich:

  • Eltviller Straße<ref>nach der Stadt Eltville</ref>
  • Erbacher Straße<ref>nach Erbach, einem Stadtteil von Eltville</ref>
  • Hallgarter Straße<ref>nach Hallgarten, einem Stadtteil von Oestrich-Winkel</ref>
  • Johannisberger Straße<ref>nach Johannisberg, einem Stadtteil von Geisenheim</ref>
  • Kiedricher Straße<ref>nach der Stadt Kiedrich</ref>
  • Loreleiring<ref>nach der Loreley, einem Felsen über dem Mittelrheintal</ref>
  • Marcobrunnerstraße<ref>nach dem Marcobrunner, dem Wein der Lage Marcobrunn, (benannt nach einer gefassten Quelle) zwischen Erbach und Hattenheim. Die Marcobrunnerstraße hieß ursprünglich Rheingauer Straße, ähnlich wie die Rheinuferstraße am Biebricher Schloss, die Rheingaustraße. Durch die Eingemeindung der bis 1926 eigenständigen Stadt Biebrich bestand Verwechselungsgefahr, weshalb 1958 beschlossen wurde, dass die am Rhein liegende und tatsächlich in den Rheingau führende Straße ihren Namen behalten sollte. Da alle „wichtigen“ Gemeindenamen aufgebraucht waren, wurde die Bezeichnung der nahe liegenden Weinlage herangezogen.</ref>
  • Niederwaldstraße<ref>nach dem Niederwald bei Rüdesheim mit Niederwalddenkmal</ref>
  • Oestricher Straße,<ref>nach Oestrich, einem Stadtteil von Oestrich-Winkel</ref> unterer Teil
  • Rauenthaler Straße<ref>nach Rauenthal, einem Stadtteil von Eltville</ref>
  • Rüdesheimer Straße<ref>nach der Stadt Rüdesheim</ref>
  • Wallufer Straße und Wallufer Platz<ref>nach der Gemeinde Walluf</ref>
  • Winkeler Straße<ref>nach Winkel, einem Stadtteil von Oestrich-Winkel</ref>

Außerhalb des Kerngebietes befinden sich:

  • Aßmannshäuser Straße<ref>nach der Stadt Assmannshausen</ref>
  • Eibinger Straße<ref>nach Eibingen, einem Stadtteil von Rüdesheim</ref>
  • Geisenheimer Straße<ref>nach der Stadt Geisenheim</ref>
  • Hattenheimer Straße<ref>nach der Stadt Hattenheim, einem Stadtteil von Eltville</ref>
  • Kauber Straße<ref>nach der Stadt Kaub</ref>
  • Lorcher Straße<ref>nach der Stadt Lorch</ref>
  • Marienthaler Straße<ref>nach Marienthal, einem Stadtteil von Geisenheim</ref>
  • Mittelheimer Straße<ref>nach Mittelheim, einem Stadtteil von Oestrich-Winkel</ref>
  • Oestricher Straße,<ref>nach Oestrich, einem Stadtteil von Oestrich-Winkel</ref> oberer Teil

Hollerborn ist ein alter Flurname und setzt sich aus den Begriffen Holler für Holunder und born für Quelle zusammen.

Wahlergebnisse Ortsbeirat Wiesbaden-Rheingauviertel/Hollerborn

Vorlage:Wahldiagramm Vorlage:Sitzverteilung

Seit 1972 wird zeitgleich, aber unabhängig davon, mit den Wahlen zur Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung der Ortsbeirat Wiesbaden-Rheingauviertel/Hollerborn gewählt (Angaben in der Tabelle in Prozent).

CDU SPD GRÜNE FDP REP Linke Freie Wähler ULW Piraten BIG Wahlbeteiligung
2021 19,3 21,0 31,5 10,2 11,2 5,2 1,6
2016 22,0 31,5 26,0 9,8 8,5 2,2 39,3
2011 25,1 32,1 25,4 4,6 1,9 6,9 37,0
2006 31,1 34,9 18,0 4,3 6,6 5,1 32,9
2001 31,7 36,8 16,3 9,6 5,6 40,8
1997 32,5 41,0 21,9 4,7 55,2
1993 28,6 34,7 18,4 7,8 10,5 60,6
1989 31,8 47,7 13,2 6,0 66,3
1985 38,8 44,5 10,6 5,7 61,8
1981 47,7 38,6 6,7 7,3 61,3
1977 50,0 43,0 7,0 66,0
1972 38,7 52,5 8,9 71,4

Die Sitzverteilung im Ortsbeirat Wiesbaden-Rheingauviertel/Hollerborn sieht danach wie folgt aus (bis 1997 galt die Fünf-Prozent-Hürde):

CDU SPD GRÜNE FDP REP Linke Freie Wähler ULW BIG Gesamt
2021 3 3 5 1 2 1 - 15
2016 3 5 4 2 1 15
2011 4 5 4 1 1 15
2006 5 5 3 1 1 15
2001 5 6 2 1 1 15
1997 5 7 3 15
1993 4 5 3 1 2 15
1989 5 7 2 1 15
1985 6 7 1 1 15
1981 7 6 1 1 15
1977 8 6 1 15
1972 6 8 1 15

Literatur

  • Jörg Koch: Wohnen in Schmuck und Grün. Rheingauviertel und Feldherrnviertel. In: ders.: Wiesbaden. 55 Meilensteine der Geschichte. Menschen, Orte und Ereignisse, die unsere Stadt bis heute prägen. Sutton, Tübingen 2023, ISBN 978-3-96303-485-5, S. 68f.

Weblinks

Vorlage:Commonscat

Einzelnachweise, Anhang

Dieser Anhang gibt neben Einzelnachweisen Auskunft über die Namensgebung der Straßen im Rheingauviertel.

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Ortsbezirke in Wiesbaden

Vorlage:Normdaten