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Wienerberger

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Wienerberger AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000831706
Gründung 1819
Sitz Wien, Osterreich[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Österreich
Leitung
  • Dagmar Steinert (CFO)
  • Gerhard Hanke (COO)
  • Harald Schwarzmayr (COO)
  • Peter Steiner (AR-Vors.)
Mitarbeiterzahl >20.000 (2025)<ref name="2025 Results">2025 Results. (PDF; 608 kB) In: wienerberger.com. 2025, abgerufen am 24. Februar 2025.</ref>
Umsatz 4,566 Mrd. Euro (2025)<ref name="2025 Results" />
Branche Baustoffe
Website www.wienerberger.com
Stand: 31. Dezember 2025
Datei:Wienerberger AG Headquarter.jpg
Konzernzentrale der Wienerberger AG am Wienerberg in Wien-Favoriten

Die Wienerberger AG (Eigenschreibweise: wienerberger) ist ein international tätiger österreichischer Baustoffkonzern mit Hauptsitz in Wien und über 200 Werken in 28 Ländern.

Der Konzern befindet sich zu 100 % im Streubesitz und ist an der Wiener Börse notiert und Teil des Austrian Traded Index.

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1819 von Alois Miesbach (1791–1857) in Wien gegründet. Basis waren die reichen Vorkommen an tonhaltigen Lehmen am Südrand von Wien (Raum Wienerberg). Nach Miesbachs Tod im Jahr 1857 wurde das Unternehmen von seinem Neffen Heinrich von Drasche-Wartinberg (1811–1880) übernommen und auf einen Mitarbeiterstand von knapp 10.000 gebracht. Die Arbeitsbedingungen in den Ziegelgruben waren branchenüblich schlecht und hatten sich 1869 nach dem Börsengang des Unternehmens weiter verschlechtert. Die meist aus Böhmen und Mähren stammenden Lohnarbeiter („Ziegelböhm“) mussten im Schnitt 15 Stunden täglich arbeiten, Wochenende oder arbeitsfreie Tage gab es nicht. Der Lohn wurde überdies meist nicht in Geld, sondern in Blechmarken ausbezahlt (Trucksystem; „truck“ bedeutet Tausch bzw. Tauschhandel), die nur in den betriebseigenen Kantinen eingelöst werden konnten. Diese Zustände griff der junge Arzt und Journalist Victor Adler 1888 in seinen sozialkritischen Reportagen auf, die eine Entwicklung einleiteten, die Victor Adler 1888 zum Parteivorsitzenden der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) und erfolgreichen Sozialreformer werden ließen. Bei den Ziegelwerken brachte sie zunächst die Abschaffung des seit 1885 ungesetzlichen Trucksystems<ref name="gewo">Gewerbeordnung 1859 - Gewerbliches Hilfspersonal: §78 Lohnzahlungen, Inkrafttretensdatum 1. Juni 1885, Österreichische Nationalbibliothek</ref> und nach dem Ziegelarbeiterstreik des Jahres 1895 weitere soziale Reformen.<ref>Karl R. Stadler: Victor Adler. In: Walter Pollak (Hrsg.): Tausend Jahre Österreich. Eine Biographische Chronik, Band 3: Der Parlamentarismus und die beiden Republiken. Verlag Jugend und Volk, Wien 1974, ISBN 3-7141-6523-1, S. 50–60, hier S. 57; und SPÖ Favoriten: Victor Adler und die Ziegelarbeiter</ref><ref>Johannes Luxner: Viel Elend für den Glanz. In: orf.at. 1. Mai 2015, abgerufen am 26. August 2025.</ref>

Die Gesellschaft konnte vom großen Bauboom der Gründerzeit profitieren und schüttete im Jahr 1887 insgesamt 490.000 Gulden an Dividende aus, was einem Gewinnanteil von 12 Prozent entsprach. Auch in Kroatien, Ungarn und Böhmen hatte die Firma Werke, die sie aber infolge der Niederlage Österreich-Ungarns im Ersten Weltkrieg im Jahr 1918 verlor. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden 1945 große Teile der Erzeugungsstätten bei Wien durch Bombenangriffe zerstört.

Schwierige Zeiten nach Kriegsende und der erfolgreiche Vormarsch des Baustoffes Beton erforderte eine Expansion auch in diesem Bereich. Der Bedarf an Baumaterialien zur Sanierung der Kriegsschäden brachte nach dem Krieg einen erneuten Aufschwung.

Datei:Jugendstil-Fliese von der Firma Wienerberger.jpg
Jugendstil-Fliese von der Firma Wienerberger, geometrischer Jugendstil, typisch für Wien um 1910.
Datei:Wienerberger Eisenberg.jpg
Blick von der A9 auf das Werk in Eisenberg

Im Jahr 1969 erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und damit das Recht zur Führung des Bundeswappens im Geschäftsverkehr.

Im Jahr 1986 begann die Wienerberger AG unter der Leitung von Erhard Schaschl, Wolfgang Reithofer und Paul Tanos internationale Standorte aufzubauen und übernahm zuerst deutsche Hersteller, so die Firma Oltmanns aus Jeddeloh I, den bis dahin europaweit führenden Hersteller von Porotonziegeln. 1990 baute sie auch sofort nach der Ostöffnung ihre Standbeine in den ehemals Ostblock-Ländern aus (1990 Ungarn).

Nach weiteren Übernahmen (1996: Terca/Benelux, 1999: General Shale/USA, ZZ Wancor/Schweiz, Mabo/Skandinavien, 2000: Cherokee Sanford/USA, 2001: Optiroc/Nordeuropa, 2002: Hanson plc/Europa, 2003: Koramic Roofing, 2005/2006: die drei deutschen Dachziegelwerke F. v. Müller, Bayerische Dachziegelwerke Bogen und Jungmeier) entwickelt sich der Konzern Anfang der 2000er Jahre zum Weltmarktführer auf dem Ziegelsektor und der Nummer zwei bei Dachziegeln.

In Folge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 begann Wienerberger ein umfassendes Restrukturierungsprogramm. Dabei wurden Produktionskapazitäten reduziert und Investitionen auf ein Minimum zurückgefahren, um die Liquidität zu sichern und die Nettoverschuldung zu reduzieren.<ref name="presseaussendung1">Wienerberger kann 2009 trotz Krise den Free Cash-flow um 28 % steigern. Presseaussendung von Wienerberger. In: zi-online.info. 12. Februar 2021, abgerufen am 4. März 2021.</ref>

Datei:Verwaltungsgebäude Steinzeug-Keramo Frechen.jpg
Steinzeug-Keramo in Frechen

Ab 2010 nahm Wienerberger Bau- und Infrastrukturlösungen in sein Angebot auf. Erster Schritt war 2010 die 100 % Übernahme von Steinzeug-Keramo, Hersteller von keramischen Abwasserrohrsystemen, als Ergänzung zum 50/50-Joint-Venture Pipelife (Kunststoffrohre). 2010 wurden zudem 100 % von Semmelrock, österreichischer Produzent von Betonpflastersteinen mit Fokus Osteuropa, zur Stärkung des Geschäftsbereiches Flächenbefestigungen übernommen.

2011 baute Wienerberger seine Beteiligung an Tondach Gleinstätten auf 50 % aus, indem Wienerberger 25 % der Tondach-Anteile von Monier übernahm und im Gegenzug alle Anteile am Betondachsteingeschäft (Bramac) an Monier übergab. Damit stärkte Wienerberger seine Position im Tondachziegelbereich (Koramic in Westeuropa und Tondach in Osteuropa).

2012 folgte die Akquisition der restlichen Anteile des Kunststoffrohrherstellers Pipelife und 2014 schließlich die mehrheitliche Übernahme von Tondach Gleinstätten.

Am 26. September 2017 wurde bekanntgegeben, dass Wienerberger das in St. Andrä in Kärnten ansässige Ziegelwerk Brenner übernehmen wird.<ref name="press_brenner">Wienerberger übernimmt Ziegelwerk Brenner in Österreich. Presseaussendung von Wienerberger. In: report.at. 29. September 2017, abgerufen am 28. Februar 2025.</ref>

Im Jänner 2020 wurde die Konzernzentrale in den Neubau „The Brick“ am Wienerberg in Wien-Favoriten verlegt.<ref>Neues Büro: Eine Ziegelfassade für Wienerberger. In: derstandard.at. 27. Januar 2020, abgerufen am 8. Oktober 2021.</ref> Das Gebäude erhielt 2021 den ÖGNI-Kristall-Award, die höchste Auszeichnung der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft.<ref>„The Brick“ mit Ögni-Kristall-Award ausgezeichnet. In: diepresse.com. 10. November 2020, abgerufen am 8. Oktober 2021.</ref> Die Werke in Russland wurden nach 2022 verkauft.<ref>Nikolai Jablonski: Рефтинская ГРЭС полностью перешла под контроль «Кузбассэнерго». In: kommersant.ru. 1. Juli 2020, abgerufen am 7. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Jahr 2024 schloss Wienerberger den Kauf des französischen Ziegelherstellers Terreal ab und baute damit seine Präsenz in ganz Europa aus und wurde Eigentümer von Creaton und Ludowici Roof Tile.<ref>wienerberger schließt Terreal Übernahme erfolgreich ab. wienerberger, 1. März 2024, abgerufen am 7. April 2025.</ref> Etwa zur gleichen Zeit schloss General Shale den Kauf von Summitville Tile, einem Hersteller von Bodenfliesen und Vormauerziegeln aus Ohio, ab.<ref>wienerberger baut Nordamerika-Geschäft aus und übernimmt lokalen Anbieter Summitville Tiles, Inc. wienerberger, 29. Februar 2024, abgerufen am 7. April 2025.</ref>

Umsatzentwicklung

Die tabellarische Entwicklung des Umsatzes, jeweils in Millionen Euro.

Jahr Umsatz EBITDA EBIT
2003 1.826,9 349,9 190,2
2004 1.758,8 405,4 257,5
2005 1.954,6 428,4 270,3
2006 2.225,0 471,9 299,6
2007 2.447,3 551,2 353,1
2008 2.431,4 440,1 239,8
2009 1.816,9 208,6 19,0
2010 1.663,6 198,3 4,6
2011 1.915,4 240,4 37,5<ref name="gb2019" />
2012 2.355,5 216,7 −21,7<ref name="gb2019" />
2013 2.662,9 275,9 64,7<ref name="gb2019" />
2014 2.834,5 317,2 −165,1<ref name="gb2019" />
2015 2.972,4 369,7 163,1<ref name="gb2019" />
2016 2.973,8 404,3 190,6<ref name="gb2019" />
2017 3.119,7 415,0 178,7<ref name="gb2019" />
2018 3.305,1 442,6 239,8<ref name="gb2019" />
2019 3.466,3 610,0 362,7<ref name="Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2021" />
2020 3.466,3 558,0 192,5<ref name="Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2021" />
2021 3.971,3 694,3 420,4<ref name="Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2021" />
2022 4.976,7 1.026,2 721,2<ref name="Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2022" />
2023 4.224,3 783,3 477,3<ref>wienerberger Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2023. In: www.wienerberger.com. wienerberger, abgerufen am 15. Mai 2024.</ref>
2024 4.512,7 706,6 294,1<ref name="KB24">2024 | Kurzbericht. (PDF; 551 kB) In: wienerberger.com. 2025, abgerufen am 26. Februar 2025.</ref>
2025 4.566 721 332<ref name="2025 Results" />

Architekturpreis

Im Jahr 2004 hat Wienerberger den Architekturpreis Brick Award ins Leben gerufen, der alle zwei Jahre vergeben wird. Der Wienerberger Brick Award 2026 ist mit insgesamt 27.000 Euro dotiert.<ref name="BrickAward">Brick Award. Abgerufen am 24. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch

Film

  • 2019: Erbe Österreich: Er baute die Wiener Ringstraße – Der Ziegelbaron Heinrich Drasche und die Wienerberger, Regie: Gustav Trampisch, 45 Minuten, Erstausstrahlung auf ORF III

Literatur

Weblinks

Commons: Wienerberger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="gb2019">Geschäftsbericht 2019. (PDF; 7,6 MB) In: wienerberger.com. Abgerufen am 5. November 2021.</ref> <ref name="Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2021">Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2021. In: wienerberger.com. Abgerufen am 27. April 2022.</ref> <ref name="Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2022">Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2022. In: wienerberger.com. Abgerufen am 12. April 2023.</ref> </references>

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Koordinaten: 48° 10′ 6″ N, 16° 20′ 43,7″ O

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