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Werner Berthold (Historiker)

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Werner Berthold (* 15. September 1923 in Leipzig; † 8. April 2017)<ref>Walter Schmidt: Werner Berthold | nd-aktuell.de. In: neues-deutschland.de. 15. April 2017, abgerufen am 26. Februar 2024.</ref> war ein deutscher Historiker.

Leben

Werner Berthold stammte aus Leipzig, wo er ab 1929 eine Volksschule besuchte. Diese verließ er 1937 und begann eine Ausbildung in der grafischen Industrie, die bis 1940 andauerte. Im Folgejahr begann er, am Zweiten Weltkrieg teilzunehmen und geriet in französische Kriegsgefangenschaft. 1947 kam er frei und besuchte die nächsten drei Jahre an der Universität Leipzig die Arbeiter-und-Bauern-Fakultät.

1950 schließlich begann Berthold, an der Universität Geschichte, Philosophie, Politische Ökonomie und Erwachsenenbildung zu studieren. Nach vier Jahren beendete er das Studium. 1960 wurde er auch zum Doktor phil. promoviert. Seine Dissertation trägt den Titel „…großhungern und gehorchen“. Zur Entstehung und politischen Funktion der Geschichtsideologie des westdeutschen Imperialismus. Untersucht am Beispiel von Gerhard Ritter und Friedrich Meinecke. In diesem Jahr begann er auch, als Oberassistent und Lehrbeauftragter am Institut für Deutsche Geschichte zu fungieren. Zum Wahrnehmungsdozenten für die Deutsche Geschichte wurde er 1963 befördert und 1967 auch für Historiografie und Methodologie der Geschichtsschreibung anhand der Schrift Marxistisches Geschichtsbild, Volksfront und antifaschistisch-demokratische Revolution. Zur Vorgeschichte der DDR-Geschichtswissenschaft und zur Konzeption der Geschichte des deutschen Volkes habilitiert.

Die philosophische Fakultät stellte Berthold 1968 als Dozenten für diese Fächer ein. Bereits im nächsten Jahr wurde er zum außerordentlichen Professor befördert. Seitdem lehrte er Theorie, Methodologie und Geschichte der Geschichtswissenschaft. Zugleich wurde er auch als stellvertretender Direktor für Forschung in der Sektion Geschichte eingesetzt. Dies blieb er bis zum Folgejahr und hielt seit 1973 auch die ordentliche Professur inne.

Im Jahr 1979 wurde Berthold mit dem Nationalpreis II. Klasse geehrt. Die Professur gab er 1988 auf. Seither wirkte er als freischaffender Publizist und Historiker. So hielt er auch die Aspirantur am Institut für Geschichte Deutschlands an der Universität inne und war Dozent an der Volkshochschule Leipzig.

Schriften (Auswahl)

  • „…großhungern und gehorchen“. Zur Entstehung und politischen Funktion der Geschichtsideologie des westdeutschen Imperialismus. Untersucht am Beispiel von Gerhard Ritter und Friedrich Meinecke (= Schriftenreihe des Instituts für deutsche Geschichte an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Band 7). Rütten & Loening, Berlin 1960.
  • Marxistisches Geschichtsbild, Volksfront und antifaschistisch-demokratische Revolution. Zur Vorgeschichte der Geschichtswissenschaft der DDR und zur Konzeption der Geschichte des deutschen Volkes. Akademie-Verlag, Berlin 1970.
  • mit Gerhard Lozek, Helmut Meier, Walter Schmidt (Hrsg.): Kritik der bürgerlichen Geschichtsschreibung. Handbuch. Pahl-Rugenstein, Köln 1970 (4., neu bearbeitete und erweiterte Auflage 1977, ISBN 3-7609-0307-X).
  • mit Mario Keßler: Klios Jünger. 100 Historiker-Porträts von Homer bis Hobsbawm. Akademische Verlagsanstalt, Leipzig 2011, ISBN 978-3-931982-72-0.
  • „Wer verliert, das ist noch gar nicht ausgemacht“. Erinnerungen. Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Gerald Diesener. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2022, ISBN 978-3-96023-410-4.

Literatur

  • Berthold, Werner. In: Collegium Politicum an der Universität Hamburg. Arbeitsgruppe Historiographie (Hrsg.): Geschichtswissenschaftler in Mitteldeutschland. Ferd. Dümmerls Verlag, Bonn, Hannover, Hamburg, München 1965, S. 15 f.

Weblinks

Einzelnachweise

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