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Weltbevölkerung

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Datei:World-pop-hist-de-2.png
Entwicklung der Weltbevölkerung. Oben: absolut in Millionen Menschen; unten: relativer Zuwachs pro Jahr in % (Grafik von 2004)
Datei:Wachsende Weltbevölkerung.webm
Video: Wachsende Welt­bevölke­rung (Terra X, 19. Dezember 2022)

Als Weltbevölkerung oder Erdbevölkerung bezeichnet man die Zahl der Menschen, die auf der Erde leben bzw. zu einem bestimmten Zeitpunkt gelebt haben (oder laut Hochrechnungen leben werden). Die Disziplinen Demografie und Bevölkerungsgeographie untersuchen den Stand, die historische Entwicklung, die räumliche Verteilung sowie die Dynamik der Weltbevölkerung und erstellen Prognosen.

Die Weltbevölkerung umfasste im Oktober 2025 rund 8,3 Milliarden Menschen.<ref name=":3">countrymeters.info: Weltbevölkerung 2025 - Weltbevölkerungsuhr. Abgerufen am 28. Oktober 2025.</ref> Nach dem Weltbevölkerungsbericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen wurde die Acht-Milliarden-Menschen-Marke am 15. November 2022 überschritten;<ref>Website der UNFPA</ref> die Festlegung auf einen Tag ist symbolisch zu verstehen, weil die Schätzung mit einer Unsicherheit von bis zu ±5 % behaftet ist.<ref>Bevölkerungswachstum Uno kürt siebenmilliardsten Menschen. In: Spiegel Online. 30. Oktober 2011, abgerufen am 7. Januar 2018.</ref> 2025 wird mit einem Bevölkerungswachstum von rund 86 Millionen Menschen gerechnet.<ref name="UNS">Population Division of the Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat (Hrsg.): World Population Prospects. The 2010 Revision. World Population change per year (thousands) Medium variant 1950–2050. 2012 (un.org).</ref><ref name=":3" />

Das Wachstum soll sich bis 2084 fortsetzen auf 10,3 Milliarden Menschen. Fürs Jahr 2100 werden 10,2 Milliarden Menschen prognostiziert.<ref name=":2">UN-Weltbevölkerungsprognose: Weltbevölkerung wird bis in die 2080er-Jahre wachsen. U. N. Bonn, 12. Juli 2024, abgerufen am 12. Juli 2024.</ref> Nach einer anderen Quelle von 2024,<ref>Robert W. Grubbström: The world population development according to a dynamic extension of the Wicksellian production function. In: Sustainability Analytics and Modeling. Band 4, 1. Januar 2024, ISSN 2667-2596, S. 100035, doi:10.1016/j.samod.2024.100035 (elsevier.com [abgerufen am 31. Dezember 2024]).</ref> die auf UN-Daten basiert und die Variationsrechnung der Wicksell-Produktionsfunktion verwendet, soll die Weltbevölkerung 2086 einen Höchststand von etwa 10,4 Milliarden erreichen und danach gleichmäßig abnehmen.

Die Länder mit den meisten Einwohnern sind Indien und die Volksrepublik China mit jeweils ca. 1,4 Milliarden Menschen.

Historische Entwicklung der Weltbevölkerung

Datei:Ausbreitung des Menschen nach Amerika.png
Theorie der Ausbreitung des Menschen in der zweiten Siedlungswelle ab etwa 50.000 Jahren vor heute

Der anatomisch moderne Mensch (Homo sapiens) ist nach dem Aussterben des Homo floresiensis vor 60.000 Jahren und des Neandertalers vor rund 40.000 Jahren die einzige überlebende Art der Gattung Homo. Statistische Analysen der mitochondrialen DNA (mtDNA) des Homo sapiens haben eine unerwartet geringe genetische Vielfalt ergeben und zu der Annahme geführt, dass es vor rund 70.000 bis 80.000 Jahren einen genetischen Flaschenhals beim Menschen gegeben haben könnte; seinerzeit hätten demnach nur etwa 1.000 bis 10.000 Individuen von Homo sapiens, größtenteils in Afrika, gelebt. Erst vor rund 50.000 Jahren begann die Ausbreitung des Homo sapiens von Afrika aus über alle anderen Kontinente. Bis zum Ende der letzten Kaltzeit vor 10.000 Jahren lebten dann etwa 5 bis 10 Millionen Menschen weltweit.

Die Größe der Weltbevölkerung vor 2000 Jahren wird auf 170 bis 400 Millionen geschätzt, die UNO geht von 300 Mio. aus. Das Römische Reich soll zu Beginn unserer Zeitrechnung 57 Millionen Menschen gezählt haben, das Chinesische Reich 75 Mio. Einwohner. Vor 1000 Jahren lebten 250 bis 350 Millionen Menschen, die UNO nimmt 310 Mio. an. Nach diesem Stillstand der Bevölkerungsentwicklung im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung begann das Wachstum im Hochmittelalter erneut, erlitt im Spätmittelalter jedoch Einbrüche durch Pest, Pocken und andere Seuchen.

Vor 500 Jahren betrug die Weltbevölkerung 425 bis 540 Millionen, die UNO geht von 500 Millionen aus. Im Laufe des 16. Jahrhunderts soll die amerikanische Bevölkerung (Indianer) durch eingeschleppte Seuchen von etwa 50 Millionen auf nur noch 5 Millionen zurückgegangen sein, während in Europa und Asien die Bevölkerung weiter zunahm. Das weltweite Wachstum stieg im 18. Jahrhundert dauerhaft über 0,5 % im Jahr und Mitte des 20. Jahrhunderts für einige Jahrzehnte sogar über 2 %, so dass man von einer Bevölkerungsexplosion sprechen kann.

Neuzeit

Nach dem Jahr 1700 setzte ein rapides Bevölkerungswachstum ein. Erstmals in der Menschheitsgeschichte lag die Verdopplungszeit im Bereich von Jahrhunderten und schließlich Jahrzehnten. Um das Jahr 1804 überschritt die Weltbevölkerung die Anzahl von einer Milliarde Menschen. Innerhalb des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerung etwa verdreieinhalbfacht:

Menschen Jahr nach
1 Milliarde 1804
2 Milliarden 1927 123 Jahren
3 Milliarden 1960 033 Jahren
4 Milliarden 1974 014 Jahren
5 Milliarden 1987 013 Jahren
6 Milliarden 1999 012 Jahren
7 Milliarden 2011 012 Jahren
8 Milliarden 2022 011 Jahren

Bei einem Bevölkerungswachstum von jährlich rund 80 Millionen Menschen steigt die Zahl der Erdenbürger jeden Tag um fast 220.000 und in jeder Minute um mehr als 150 Menschen.

Seit Ende der 1960er Jahre nimmt das jährliche Wachstum prozentual wieder ab: von damals 2,1 % auf 1,09 % im Zeitraum 2015–2020. Seit Ende der 1980er Jahre stagniert das jährliche Weltbevölkerungswachstum in absoluten Zahlen. Es liegt bei ca. 80 Millionen pro Jahr.<ref name="UNS" />

Der überwiegende Anteil des Bevölkerungswachstums findet derzeit in den Entwicklungsländern bzw. in den wenig entwickelten und ärmeren Staaten der Welt statt. In einigen höher entwickelten Ländern – insbesondere den meisten ehemaligen Ostblock-Staaten – nimmt die Bevölkerungszahl ab. Siehe auch: Demografisch-ökonomisches Paradoxon

Weltbevölkerung unter 15 Jahren

Die Gesamtzahl der Kinder unter 15 Jahren liegt bei rund 2 Milliarden. Sie stieg von 1960 (1,127 Milliarden) an, erreichte 2000 bis 2003 mit 1,86 Milliarden einen ersten Höhepunkt, nahm dann geringfügig ab (auf 1,84 Milliarden in den Jahren 2004 bis 2006) und stieg danach von 2007 bis 2020 auf 2,01 Milliarden an.<ref name="world-bank-indicator-0to14-2022">Population ages 0-14, total – 2022 Revision. World Bank, abgerufen am 3. September 2024.</ref> Während die Gesamtzahl (absolute Zahl) sich von 1960 bis 2000 nahezu verdoppelte, ist ihr (relativer) Anteil in dieser Zeit deutlich gesunken. Von 37 % der Weltbevölkerung ab 1960 stieg ihr Anteil kurzzeitig an, erreichte 1966 einen Höchstwert von 38 % und fiel danach kontinuierlich bis auf 25 % ab (Stand: 2022).<ref name="world-bank-indicator-0to14-2017-relative">Population ages 0-14 (% of total), total – 2022 Revision. World Bank, abgerufen am 28. April 2022.</ref>

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Bevölkerung nach Kontinenten gemäß den Vereinten Nationen

Datei:Population pyramid of the world in continental groupings 2023.svg
Weltbevölkerungspyramide in kontinentalen Clustern im Jahr 2023
Bevölkerung in Millionen und Prozentsatz der Weltbevölkerung pro Jahr<ref name="unorgde"></ref>
Region 2022 (%) 2030 (%) 2050 (%)
Subsahara-Afrika 1.152 (14,51 %) 1.401 (16,46 %) 2.094 (21,62 %)
Nordafrika und Vorderasien 0.549 (06,91 %) 0.617 (07,25 %) 0.771 (07,96 %)
Zentralasien und Südasien 2.075 (26,13 %) 2.248 (26,41 %) 2.575 (26,58 %)
Ostasien und Südostasien 2.342 (29,49 %) 2.372 (27,87 %) 2.317 (23,92 %)
Europa, Vereinigte Staaten und Kanada 1.120 (14,10 %) 1.129 (13,26 %) 1.125 (11,61 %)
Lateinamerika und Karibik 0.658 (08,29 %) 0.695 (08,17 %) 0.749 (07,73 %)
Australien/Neuseeland 0.031 (00,39 %) 0.034 (00,40 %) 0.038 (00,39 %)
andere Länder Ozeaniens 0.014 (00,18 %) 0.015 (00,18 %) 0.020 (00,21 %)
Welt gesamt 7.942 8.512 9.687

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Prognosen und Berechnungen

Prognosen verschiedener Institutionen

Datei:World population (UN) de.svg
UNO-Bevölkerungs­analyse und -prognose nach Kontinenten<ref>Bevölkerungswachstum und Bevölkerungswachstum nach Regionen. In: Zahlen und Fakten: Globalisierung. Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.</ref> (Stand: 2007)
Datei:World-Scientists’-Warning,-Populationen.png
Entwicklung der Weltbevölkerung (und der Wiederkäuer-Nutztier­popula­tionen) nach „World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice“ 2017<ref>William J. Ripple, Christopher Wolf, Thomas M. Newsome, Mauro Galetti, Mohammed Alamgir, Eileen Crist, Mahmoud I. Mahmoud, William F. Laurance und 15.364 Biowissenschaftler aus 184 Ländern: World Scientists’ Warning to Humanity: A Second Notice. In: BioScience. Band 67, Nr. 12, 2017, S. 1026–1028, doi:10.1093/biosci/bix125.</ref>

Von der Katastrophentheorie des Thomas Malthus im Jahre 1798 bis in die Gegenwart überschätzten Prognosen die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung zumeist deutlich. Ein Hauptgrund sind Fehlprognosen für die Volksrepublik China. Dort sank das Bevölkerungswachstum stärker als erwartet. In den 1960er Jahren erregte die pessimistische Prognose eines Statistikers in den USA Aufsehen, der für den 21. Juni 2116 ankündigte, dass für jeden Mensch nur noch ein Stehplatz auf der Erde bleibe.<ref>Rudolf Eppler: Technischer Fortschritt. Band 3: Eine Studie über spezielle Umweltprobleme des technischen Fortschritts. Duncker & Humblot, Berlin 1978, S. 109; Gregory Fuller: Das Ende. Von der heiteren Hoffnungslosigkeit im Angesicht der ökologischen Katastrophe. Meiner, Hamburg 2017, S. 24.</ref>

1975 erwartete die UNO für 2010 7,6 Milliarden Menschen sowie für 2100 12,3 Milliarden.<ref>UNESCO-Angaben, zitiert nach: Werner Mohrig: Wieviel Menschen trägt die Erde? Urania-Verlag, Leipzig/Jena/Berlin 1976, S. 10.</ref>

2010 erwartete sie in ihrer mittlerer Projektion bis 2025 8,17 Milliarden und bis 2100 10,9 Milliarden Menschen.<ref>UNO-Prognose</ref>

2019 prognostizierte die UNO unverändert 10,9 Milliarden im Jahr 2100. Die Bevölkerung in Subsahara-Afrika verdopple sich bis 2050. Für Ozeanien ohne Australien und Neuseeland erwartete man von 2019 ausgehend bis 2050 einen Anstieg um 56 %, für Nordafrika und Westasien von 46 %, für Australien und Neuseeland um 28 %, für Zentral- und Südasien um 25 %, für Lateinamerika und die Karibik um 18 %, für Ost- und Südostasien um 3 % sowie für Europa und Nordamerika um 2 %.<ref>World Population Prospects 2019: Key Findings. (PDF) United Nations | Department of Economic and Social Affairs | Population Division, abgerufen am 23. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>World Population Prospects 2019. United Nations, 2019, abgerufen am 28. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Mehr als die Hälfte des prognostizierten Anstiegs der Weltbevölkerung bis 2050 wird sich auf nur acht Länder konzentrieren: Demokratische Republik Kongo, Ägypten, Äthiopien, Indien, Nigeria, Pakistan, die Philippinen und Tansania.<ref name="unorgde" />

Im Jahr 2020 erwartete das Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der University of Washington in Seattle für 2100 8,8 Milliarden Menschen, also 2 Milliarden weniger als die UNO im Jahre 2019.<ref>Fertility, mortality, migration, and population scenarios for 195 countries and territories from 2017 to 2100: a forecasting analysis for the Global Burden of Disease Study, 17. Oktober 2020</ref><ref name=":0" />

Im Jahr 2022 gingen die Vereinten Nationen davon aus, dass die Weltbevölkerung Ende der 2080er Jahre mit etwa 10,4 Milliarden Menschen ihren Höchststand erreicht.<ref name=":0">UN-Bevölkerungsprognose : Wächst die Weltbevölkerung nur noch bis 2040? U. N. Bonn, 28. März 2023, abgerufen am 28. Juni 2024.</ref>

Nach einer Analyse von Earth for all aus dem Jahr 2023 könnte der Höchststand schon 2046 mit 8,6 Mrd. Menschen erreicht sein.<ref name=":0" /><ref>8 Milliarden Menschen und ein Ende des Wachstums in Sicht. ARD alpha, 11. Juli 2023, abgerufen am 28. Juni 2024.</ref>

Im Juli 2024 reduzierte die UN ein weiteres Mal ihre Vorhersage und geht von einem Peak von 10,3 Mrd. Menschen Anfang der 2080er Jahre aus.<ref name=":2" /><ref name=":1" />

Das Bildungsniveau der Frauen und der Zugang zu Verhütungsmitteln gelten als entscheidende Faktoren für die Bevölkerungsentwicklung.<ref name=":1">Weltbevölkerung: UN-Prognose korrigiert Peak nach unten. FAZ (Pia Heinemann), 11. Juli 2024, abgerufen am 12. Juli 2024.</ref> Beide Faktoren werden in der im Lancet veröffentlichten IHME-Studie explizit im Vorhersage-Modell berücksichtigt, während sie im Modell der Vereinten Nationen nur indirekt eingehen.<ref>Warum unterscheiden sich globale Bevölkerungsvorausberechnungen? Bevölkerungsforschung Aktuell (Interview mit Elke Loichinger), Seite 8, 2021, abgerufen am 12. Juli 2024.</ref> Auch die Vorhersagen des Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital liegen traditionell unter denen der Vereinten Nationen.<ref name=":1" />

2015 nahm man an, dass die mittlere Kinderzahl (Fertilitätsrate) von 2,5 Kindern pro Frau weltweit bis 2100 unter das sogenannte Ersatzniveau (2,1) auf zwei Kinder pro Frau sinkt.<ref name="uno"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bevölkerungsprojektionen bis 2100 (Memento vom 19. März 2017 im Internet Archive)</ref>

Läge die mittlere Kinderzahl um ein halbes Kind pro Frau höher, würde die Weltbevölkerung bis 2100 auf 16,6 Milliarden Menschen anwachsen (hohe Variante). Bei einem halben Kind weniger würden im Jahr 2100 nur 7,3 Milliarden Menschen auf der Erde leben (niedrige Variante).<ref name="uno" />

Neben der Fertilitätsrate sind auch die Lebenserwartung und die Kindersterblichkeit bedeutsam, wobei angenommen wird, dass die Lebenserwartung weiter steigen und die Kindersterblichkeit weiter fallen wird. Bei der regionalen Verteilung spielen auch Wanderungsbewegungen eine wichtige Rolle.

Das Durchschnittsalter der Weltbevölkerung betrug im Jahr 2004 gemäß WHO 27,6 Jahre und wird nach UNO-Angaben bis 2050 voraussichtlich auf 38,1 Jahre steigen. Die UNO erwartet bis zum Jahr 2050 einen weltweiten Zuwachs bei den über 60-Jährigen von jetzt gut 10 % auf dann knapp 22 % bei gleichzeitigem Rückgang des Bevölkerungsanteils der Kinder bis 15 Jahre von jetzt knapp 30 % auf knapp 20 %.

Mathematische Annäherung

Im Jahr 1975 schlug Sebastian von Hoerner eine Formel für das Bevölkerungswachstum vor, die ein hyperbolisches Wachstum mit einer unendlichen Bevölkerung im Jahr 2025 darstellte.<ref>S. von Hoerner: Population explosion and interstellar expansion. In: JBIS. Band 28, 1975, ISSN 0007-084X, S. 691–712 (Online [abgerufen am 17. April 2020]).</ref> Das bis in die 1970er Jahre beobachtete hyperbolische Wachstum der Weltbevölkerung wurde später mit einer nichtlinearen positiven Rückkopplung zweiter Ordnung zwischen demographischem Wachstum und technologischer Entwicklung korreliert.

Diese Rückkopplung kann wie folgt beschrieben werden: technologischer Fortschritt → Erhöhung der Tragfähigkeit von Land für Menschen → demographisches Wachstum → mehr Menschen → mehr potentielle Erfinder → Beschleunigung des technologischen Fortschritts → beschleunigtes Wachstum der Tragfähigkeit → schnelleres Bevölkerungswachstum → beschleunigtes Wachstum der Anzahl potentieller Erfinder → schnellerer technologischer Fortschritt → somit schnelleres Wachstum der Tragfähigkeit der Erde für Menschen usw. Der Übergang vom hyperbolischen Wachstum zu langsameren Wachstumsraten hängt mit dem demographischen Übergang zusammen.<ref></ref>

Nach Angaben des russischen Demographen Sergej Kapiza wuchs die Weltbevölkerung zwischen 67.000 v. Chr. und 1965 nach folgender Formel:<ref>The phenomenological theory of world population growth. 11. Mai 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Mai 2009; abgerufen am 17. April 2020.</ref>

<math> N = \frac{C}{\tau} \arccot \frac{T_0-T}{\tau}</math>
  • N ist die aktuelle Population
  • T ist das aktuelle Jahr
  • C = (1,86±0,01)·1011
  • T0 = 2007±1
  • <math>\tau</math> = 42±1

Die Weltbevölkerung nach Kulturräumen, 1–1998

Quelle: Maddison et al. (Universität Groningen).<ref name="ggdc.net"></ref>

Absolute Angaben zur Weltbevölkerung

Alle Angaben in Tausend.

Region Jahr
1 1000 1500 1600 1700 1820 1870 1913 1950 1973 1998
Westeuropa 24.700 25.413 57.268 73.778 81.460 132.888 187.532 261.007 305.060 358.390 388.399
Ost-Europa
(ohne die Länder der UdSSR)
4.750 6.500 13.500 16.950 18.800 36.415 52.182 79.604 87.289 110.490 121.006
Ehemalige UdSSR 3.900 7.100 16.950 20.700 26.550 54.765 88.672 156.192 180.050 249.748 290.866
Europa als Ganzes
(einschließlich der Länder der UdSSR)
33.350 39.013 87.718 111.428 126.810 224.068 328.386 496.803 572.399 718.628 800.271
Vereinigte Staaten 680 1.300 2.000 1.500 1.000 9.981 40.241 97.606 152.271 212.909 279.040
Andere westliche Ableger 490 660 800 800 750 1.249 5.892 13.795 23.823 39.036 52.859
Westliche Ableger insgesamt 1.170 1.960 2.800 2.300 1.750 11.230 46.133 111.401 176.094 250.945 323.420
Mexiko 2.200 4.500 7.500 2.500 4.500 6.587 9.219 14.970 28.485 57.643 98.553
Andere lateinamerikanische Länder 3.400 6.900 10.000 6.100 7.550 14.633 30.754 65.545 137.352 250.807 409.070
Lateinamerika insgesamt 5.600 11.400 17.500 8.600 12.050 21.220 39.973 80.515 165.837 308.450 507.623
Japan 3.000 7.500 15.400 18.500 27.000 31.000 34.437 51.672 83.563 108.660 126.469
China 59.600 59.000 103.000 160.000 138.000 381.000 358.000 437.140 546.815 881.940 1.242.700
Indien 75.000 77.000 113.000 145.000 201.000 209.000 239.000 319.000 362.000 549.000 1.029.000
Andere asiatische Länder 36.600 41.400 55.400 65.000 71.800 89.366 119.619 185.092 392.481 677.214 1.172.243
Asien insgesamt (ohne Japan) 171.200 175.400 268.400 360.000 374.800 679.366 730.619 925.932 1.298.296 2.139.154 3.389.943
Afrika 16.500 33.000 46.000 55.000 61.000 74.208 90.466 124.697 228.342 387.645 759.954
Welt gesamt 230.820 268.273 437.818 555.828 603.410 1.041.092 1.270.014 1.791.020 2.524.531 3.913.482 5.907.680

Anteile der Kulturräume an der Weltbevölkerung

Alle Angaben relativ zur Gesamtbevölkerung, in Prozent.

Region Jahr
1 1000 1500 1600 1700 1820 1870 1913 1950 1973 1998
Westeuropa 10,7 9,5 13,1 13,3 13,5 12,8 14,8 14,6 12,1 9,2 6,6
Ost-Europa
(ohne die Länder der UdSSR)
2,1 2,4 3,1 3,0 3,1 3,5 4,1 4,4 3,5 2,8 2,0
Ehemalige UdSSR 1,7 2,6 3,9 3,7 4,4 5,3 7,0 8,7 7,1 6,4 4,9
Europa als Ganzes
(einschließlich der Länder der UdSSR)
14,5 14,5 20,1 20,0 21,0 21,6 25,9 27,7 22,7 18,4 13,5
Vereinigte Staaten 0,3 0,5 0,5 0,3 0,2 1,0 3,2 5,4 6,0 5,4 4,6
Andere westliche Ableger 0,2 0,2 0,2 0,1 0,1 0,1 0,5 0,8 0,9 1,0 0,9
Westliche Ableger insgesamt 0,5 0,7 0,6 0,4 0,3 1,1 3,6 6,2 7,0 6,4 5,5
Mexiko 1,0 1,7 1,7 0,4 0,7 0,6 0,7 0,8 1,1 1,5 1,7
Andere lateinamerikanische Länder 1,5 2,6 2,3 1,1 1,3 1,4 2,4 3,7 5,4 6,4 6,9
Lateinamerika insgesamt 2,4 4,2 4,0 1,5 2,0 2,0 3,1 4,5 6,6 7,9 8,6
Japan 1,3 2,8 3,5 3,3 4,5 3,0 2,7 2,9 3,3 2,8 2,1
China 25,8 22,0 23,5 28,8 22,9 36,6 28,2 24,4 21,7 22,5 21,0
Indien 32,5 28,0 25,1 24,3 27,3 20,1 19,9 17,0 14,2 14,8 16,5
Andere asiatische Länder 15,9 15,4 12,7 11,7 11,9 8,6 9,4 10,3 15,5 17,3 19,8
Asien insgesamt (ohne Japan) 74,2 65,4 61,3 64,8 62,1 65,3 57,5 51,7 51,4 54,7 57,4
Afrika 7,1 12,3 10,5 9,9 10,1 7,1 7,1 7,0 9,0 9,9 12,9

Die Weltbevölkerung nach Kontinenten

Datei:World population de.svg
Weltbevölkerung nach Kontinenten (Asien dreigeteilt), 400 v. bis 2000 n. Chr.<ref name="mcevedy342-351">Colin McEvedy, Richard Jones: Atlas of World Population History. Facts on File, Penguin Books, New York 1978, S. 342–351, zitiert auf <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />worldhistorysite.com (Memento vom 9. Januar 2016 im Internet Archive)</ref>
Weltbevölkerung (in Mio.)<ref name="www.dsw.org" />
Kontinent 2016 2030 2050
Asien 4.437 4.946 5.327
Afrika 1.203 1.681 2.527
Amerika 997 1.117 1.220
Europa 740 744 728
Ozeanien 40 51 66
Welt 7.418 8.539 9.869

Die folgenden Bevölkerungszahlen und -projektionen sind dem DSW-Datenreport 2016<ref name="www.dsw.org"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Datenreport der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) 2016 (Memento vom 10. Januar 2017 im Internet Archive)</ref> der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom September 2016 entnommen und entsprechen der Publikation des Population Reference Bureau: 2016 World Population Data Sheet.<ref name="2016 World Population Data Sheet"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. Toshiko Kaneda, Population Reference Bureau, 24. August 2016, abgerufen am 24. Januar 2019.</ref>

Historische Entwicklung

400 v. Chr. bis heute

Zur Zeitenwende lebten etwa 69 % der Weltbevölkerung in Asien (31 % in China, 21 % in Indien und circa 18 % im restlichen Asien), 18 % in Europa, 10 % in Afrika und 3 % in Amerika und dem Rest der Welt. Diese Anteilsverhältnisse blieben bis zum Jahr 1800 weitgehend konstant.<ref name="mcevedy342-351" />

Indien hatte im frühen Mittelalter seinen prozentual größten Anteil an der Weltbevölkerung mit 30 %. In dieser Zeit lag Europa mit 13 % auf einem historischen Minimum.<ref name="mcevedy342-351" />

China hatte drei Maxima um die Jahre 200, 1200 und 1800 mit Anteilen über 30 %, dazwischen Perioden um die 20 %.<ref name="mcevedy342-351" /> Die Ein-Kind-Politik seit Beginn der 1980er-Jahre in China sorgte für eine sichtbare Abflachung der Bevölkerungs-Wachstumskurve. Aktuell (2019) liegt der Anteil an der Weltbevölkerung bei circa 18 %.

Der Anteil von Nord- und Südamerika blieb lange gering und hatte um 1700 ein historisches Tief mit nur 2 %. Er nahm jedoch seit 1800 stark zu und erreichte 1975 die 15-%-Marke.<ref name="mcevedy342-351" />

Afrika schwankte zwischen 7 und 13 %, wobei sein Anteil, um 1900 auf einem historischen Tief angekommen, im Verlauf des 20. Jahrhunderts wieder rasch aufholte.<ref name="mcevedy342-351" />

Um 1900 erreichte Europa sein Maximum mit 24 %, seither fiel es wieder ab. Zeitgleich befand sich Indien auf seinem historischen Minimum mit 18 %.<ref name="mcevedy342-351" />

1950 bis 2019

Folgendes Diagramm zeigt die Entwicklung der Bevölkerung der Welt und ihrer Kontinente von 1950 bis 2019 in Millionen:<ref>United Nations, Department of Economic and Social Affairs: World Population Prospects: The 2010 Revision. Daten online abrufbar</ref>

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text:"Quelle: United Nations, Department of Economic and Social Affairs"
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Aktueller Stand

Datei:Weltbevoelkerung2011.png
Weltbevölkerung 2011

Die Angaben zu einer Weltbevölkerung sind dem „DSW-Datenreport 2022“<ref name="DSW-Datenreport 2022">DSW-Datenreport 2022</ref> der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung und dem „World Population Data Sheet 2022“<ref name="2022 World Population Data Sheet">World Population Data Sheet 2022</ref> der Publikation des Population Reference Bureau entnommen.

Datei:Anteil Weltbevoelkerung 2011.svg
Anteile der Kontinente an der Weltbevölkerung

Nebenstehende Karten und Tabellen:

  • Anteile der Kontinente an der Weltbevölkerung
  • Die Weltbevölkerung 2011
  • Bevölkerung der vier größten Staaten 2011
  • Bevölkerungstabelle 2011

bieten einen vollständigen Überblick zur Verteilung einer Weltbevölkerung von genau sieben Milliarden Menschen auf die in der Liste der Staaten der Erde (am Ende des Jahres 2011) angeführten 206 Staaten:

  1. Karte: Anteile der Kontinente an der Weltbevölkerung – beinhaltet einen farblich gegliederten Überblick zur Bevölkerungsverteilung auf die Kontinente, wobei jedes Feld für ein Prozent der Weltbevölkerung steht.
  2. Karte: Die Weltbevölkerung 2011 – beinhaltet die 136 größeren Staaten mit jeweils mehr als 0,05 % der Weltbevölkerung. In diesen 136 der 206 Staaten leben zusammen 99,2 % der Weltbevölkerung.
  3. Karte: Staaten Bevölkerung 2011 – beinhaltet die Regionen der vier größten Staaten (China, Indien, USA, Indonesien) mit zusammen 45,0 % der Weltbevölkerung, sowie eine Auflistung der 70 kleineren Staaten mit zusammen 0,8 % der Weltbevölkerung.
  4. Karte: Bevölkerungstabelle 2011 – beinhaltet die Bevölkerungszahlen der Kontinente und der 206 Staaten zum Zeitpunkt an dem sieben Milliarden Menschen auf der Welt lebten.

• Quellen der Bevölkerungszahlen nebenstehender Karten: DSW-Datenreport 2011 der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom September 2011 (teilweise auf die nächste Million gerundet), sowie die Volkszählungsergebnisse in China, Indien, USA und Indonesien im Jahr 2010 bzw. 2011 (gerundet zur Angleichung an die Bevölkerungszahlen des DSW-Datenreport 2011)

Die bevölkerungsreichsten Staaten

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Datei:Die 16 bevölkerungsreichsten Staaten.png
Die 16 bevölkerungsreichsten Staaten 2011

Die Angaben sind dem DSW-Datenreport 2022 der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung vom November 2022 entnommen und entsprechen der Publikation des Population Reference Bureaus: 2022 World Population Data Sheet.<ref>DSW-Datenreport 2022 der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Abgerufen am 21. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

  1. China VolksrepublikDatei:Flag of the People's Republic of China.svg Volksrepublik China: 1,437 Milliarden (etwa 18,0 % der Weltbevölkerung)
  2. IndienDatei:Flag of India.svg Indien: 1,417 Milliarden (17,8 %)
  3. Vereinigte Staaten[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigte Staaten: 333 Millionen (4,2 %)
  4. IndonesienDatei:Flag of Indonesia.svg Indonesien: 276 Millionen (3,5 %)
  5. PakistanDatei:Flag of Pakistan.svg Pakistan: 236 Millionen (3,0 %)
  6. NigeriaDatei:Flag of Nigeria.svg Nigeria: 219 Millionen (2,8 %)
  7. BrasilienDatei:Flag of Brazil.svg Brasilien: 215 Millionen (2,7 %)
  8. Bangladesch[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Bangladesch: 171 Millionen (2,1 %)
  9. Russland[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Russland: 144 Millionen (1,8 %)
  10. MexikoDatei:Flag of Mexico.svg Mexiko: 128 Millionen (1,6 %)
  11. JapanDatei:Flag of Japan.svg Japan: 125 Millionen (1,6 %)
  12. AthiopienDatei:Flag of Ethiopia.svg Äthiopien: 123 Millionen (1,5 %)
  13. PhilippinenDatei:Flag of the Philippines.svg Philippinen: 116 Millionen (1,5 %)
  14. AgyptenDatei:Flag of Egypt.svg Ägypten: 104 Millionen (1,3 %)
  15. VietnamDatei:Flag of Vietnam.svg Vietnam: 99 Millionen (1,2 %)
  16. Kongo Demokratische RepublikDatei:Flag of the Democratic Republic of the Congo.svg Demokratische Republik Kongo: 99 Millionen (1,2 %)
  17. IranDatei:Flag of Iran.svg Iran: 85 Millionen (1,1 %)
  18. Turkei Türkei: 83 Millionen (1,0 %)
  19. Deutschland[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Deutschland: 83 Millionen (1,0 %)
  20. Vereinigtes Konigreich[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Vereinigtes Königreich: 68 Millionen (0,9 %)

In diesen 20 bevölkerungsreichsten Staaten leben 5,346 Milliarden Menschen und somit rund zwei Drittel der gesamten Weltbevölkerung von 7,963 Milliarden. Die Europäische Union würde mit 447 Millionen Einwohnern (etwa 5,6 % der Weltbevölkerung) in 27 Mitgliedstaaten (nach dem Brexit) den 3. Rang einnehmen. In China, Indien, der EU und den USA lebt zusammen fast die Hälfte der Weltbevölkerung. Neben der jeweiligen Demografie wird die jeweilige Bevölkerungsentwicklung dabei mitunter stark von der Migration beeinflusst (vgl. Liste der Länder nach Nettomigrationsrate).

Bevölkerungsdichte und Verstädterung

Gebiet Bevölkerungs-
dichte 2015 in
Einwohner je km²
Welt insgesamt 054
Indien 400
Deutschland 230
Schweiz 200
Volksrepublik China 144
Europäische Union 116
Österreich 110
Afrika 040
Vereinigte Staaten 034
Südamerika 024
Russland 008
Kanada 004
Australien 003
Mongolei 002
Datei:Population density.png
Bevölkerungsdichte nach Regionen
Datei:Countries by population density.svg
Bevölkerungsdichte nach Staaten

Die Bevölkerungsdichte der Welt ist regional extrem unterschiedlich. Die höchste Bevölkerungsdichte eines Staates weisen die Stadtstaaten Monaco mit rund 19.000, Singapur mit fast 8.000 und Vatikanstadt mit 1.900 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Die größte Bevölkerungsdichte eines Flächenstaats hat Bangladesch mit etwa 1.100 Einwohnern pro Quadratkilometer. Deutschland hat 230, die Schweiz 200 und Österreich rund 110 Einwohner pro Quadratkilometer. Unter den deutschen Bundesländern ist Berlin mit rund 3.900 Einwohnern pro Quadratkilometer am dichtesten besiedelt. Bei den Flächenbundesländern ist es Nordrhein-Westfalen mit 520 Einwohnern pro Quadratkilometer. Der Staat mit der geringsten Bevölkerungsdichte ist die Mongolei mit nur etwa 2 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte der Erde liegt bei etwa 54 Einwohnern pro Quadratkilometer Landfläche (ohne Antarktis).

Die UNO erwartet auch in der Zukunft eine weitere Zunahme der weltweiten Verstädterung. Im Jahr 2007 lebten erstmals in der Geschichte mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Der Anteil der Stadtbevölkerung wird bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf über 60 % steigen und im Jahr 2050 rund 70 % erreichen. Im Jahr 1950 lag er noch bei 30 %, der Anteil der ländlichen Bevölkerung folglich bei 70 %. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Verdopplung der Stadtbevölkerung zwischen 2005 und 2050 von gut drei auf gut sechs Milliarden Menschen. In derselben Prognose aus dem Jahre 2007 erwartet die UNO<ref>UN World Urbanization Prospects The 2007 Revision</ref> hingegen, dass die absolute Anzahl der auf dem Land lebenden Menschen zwischen 2010 und 2025 nahezu konstant sein und danach fallen wird.

Alters- und Geschlechterstruktur

Bevölkerungspyramide

Datei:Global Population-Pyramid-1950-to-2100.jpg
Bevölkerungspyramide der Weltbevölkerung von 1950 bis 2100

Neben dem generellen Bevölkerungswachstum ist in den Bevölkerungspyramiden deutlich die Zunahme der Lebenserwartung zu erkennen. Diese zeigt sich in der Wandlung der verbreiterten Pyramidenform hin zu einer ausgeprägten Bienenstockform ab Mitte des 21. Jahrhunderts.

Geschlechterstruktur

Datei:Sex ratio total population per country smooth.png
Geschlechterverteilung der Gesamtbevölkerung: Durchschnitt weltweit 1,01 Männer/Frauen; rötlich – mehr Männer, bläulich – mehr Frauen.

Obwohl bei der Geburt das Geschlechterverhältnis bei 1,05 männlich zu 1 weiblich liegt, liegt es Stand 2018 in der Gesamtbevölkerung der Erde bei nur 1,01 zu 1. Dies ist vor allem auf die geringere Lebenserwartung von Männern zurückzuführen. In der Westlichen Welt liegt aus diesem Grund sogar fast überall ein leichter Frauenüberschuss vor. Besonders stark ist der Frauenüberschuss in Russland aufgrund der insbesondere in der Vergangenheit stark unterdurchschnittlichen Lebenserwartung russischer Männer. Auffallend ist der hohe Männerüberschuss in der Volksrepublik China, welcher mit häufigen Abtreibungen weiblicher Embryonen in Folge der Ein-Kind-Politik zusammenhängt. Noch stärker ist der Männerüberschuss aufgrund ihrer vielen männlichen Gastarbeiter in den Ländern der arabischen Halbinsel.

Zahl aller jemals geborenen Menschen

Die im Jahr 2011 lebenden sieben Milliarden Menschen waren über sechs Prozent der zu diesem Zeitpunkt rund 110 Milliarden jemals geborenen modernen Menschen; über 100 Milliarden waren somit in der Vergangenheit einschließlich der Steinzeit gestorben. Zur Berechnung der Zahl aller jemals geborenen Menschen gibt es verschiedene Quellen, so zum Beispiel einen Artikel des Population Reference Bureaus aus dem Jahr 2002<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />How Many People Have Ever Lived on Earth? (Memento vom 24. April 2013 im Internet Archive)</ref> mit rund 106 Milliarden jemals geborenen modernen Menschen.

Diese Hochrechnung beginnt mit zwei Menschen im Jahr 50.000 v. Chr., während man heute annimmt, dass die Menschwerdung bereits vor 200.000 Jahren oder früher in die Entstehung des modernen Menschen gemündet hat. Die frühen Menschen spielen in der Gesamtzahl jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Trotz der langen Zeitspanne, der geringen Lebenserwartung und entsprechend hohen Geburtenraten entfallen auf die 42.000 Jahre bis zum Beginn der Sesshaftwerdung vor etwa 10.000 Jahren nur rund ein Prozent der Gesamtzahl, während mehr als die Hälfte allein auf die letzten 2000 Jahre entfällt.

Andere Arten der Gattung Homo, die in einem Zeitraum bis vor etwa 2,5 Millionen Jahren gelebt haben, sind in dieser Hochrechnung nicht enthalten. Beim Neandertaler wird teilweise davon ausgegangen, dass zeitweise nur wenige Tausend gleichzeitig gelebt haben.

Eine andere Hochrechnung stammt vom Mathematik-Department der Universität Hawaii aus dem Jahr 1999<ref>How many people have ever lived? Universität Hawaii</ref> und startet bereits vor einer Million Jahren mit zwei Personen. Bei ähnlicher Methodik kommt sie zu einer Gesamtzahl von etwa 96 Milliarden Menschen. Obwohl die Gesamtpopulation bereits zum Beginn der Sesshaftwerdung viel höher eingeschätzt wird, entfällt auch hier mit rund 20 Milliarden Menschen nur eine klare Minderheit auf die Zeit vor 8000 vor Christus. Ausgegangen wird dabei allerdings von einer über den ganzen Zeitraum konstanten Lebenserwartung von 25 Jahren.

Beide Hochrechnungen gehen für die gesamte Frühzeit von einem konstanten Bevölkerungswachstum aus, das sich aufgrund der Rahmenannahmen zu lediglich 0,035 bzw. 0,0015 Prozent pro Jahr errechnet (entspricht einer Verdopplung der Population innerhalb von ungefähr 2.000 bzw. 45.000 Jahren).

Weltbevölkerungstag

Am 11. Juli 1987 überschritt die Weltbevölkerung nach UN-Berechnungen die Zahl von fünf Milliarden Menschen. Um auf die damit verbundenen Probleme aufmerksam zu machen, wurde 1989 durch das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen der 11. Juli eines jeden Jahres zum Internationalen Weltbevölkerungstag erklärt.<ref>Internationale Tage, Vereinte Nationen – Regionales Informationszentrum für Westeuropa; Zugriff am 11. Juli 2022</ref>

Am 12. Oktober 1999 wurde nach UN-Berechnungen der sechsmilliardste Mensch auf der Erde geboren;<ref>Weltbevölkerung – 6.000.000.000 Menschen. In: spiegel.de, 12. Oktober 1999, abgerufen am 7. Januar 2018.</ref> am 31. Oktober 2011 der siebenmilliardste Mensch.<ref>Sadiah Meiselbach: Der siebenmilliardste Mensch wird geboren – und die Öffentlichkeit soll davon erfahren. In: dsw.org, 24. August 2016, abgerufen am 7. Januar 2018.</ref> Am 15. November 2022 wurde die Schwelle von acht Milliarden Menschen erreicht.<ref>Acht-Milliarden-Marke wird geknackt, auf tagesschau.de, vom 14. November 2022. Abgerufen am 28. Dezember 2022.</ref>

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />

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