Weingut Schloss Gobelsburg
Das Weingut Schloss Gobelsburg in Gobelsburg, einer Katastralgemeinde von Langenlois, ist ein österreichisches Weingut im Weinbaugebiet Kamptal in Niederösterreich.
Geschichte
Das Schloss befindet sich seit 1740 im Besitz des Zisterzienserstiftes Zwettl und wird seit 1785 als Weingut und Wirtschaftssitz genutzt. Ab 1958 leitete der spätere Abt, Pater Bertrand Baumann, das Weingut und machte den „Gobelsburger Messwein“ zu einer bekannten Marke.<ref name="Falstaff">Peter Moser: Falstaff. Weinguide 2008/2009. Österreich. Südtirol. Falstaff, Wien 2008, ISBN 978-3-9502147-8-9, S. 115ff.</ref> Seit 1996 wird das Weingut von Michael Moosbrugger (* 1966) gepachtet und geführt. Eine qualitative und strukturelle Erneuerung wurde von Willi Bründlmayer unterstützt. Das Weingut ist Mitglied der Vereinigung Österreichische Traditionsweingüter (ÖTW), deren Obmann Michael Moosbrugger seit 2007 ist.
Rebfläche und Weine
Die Rebfläche beträgt 85 Hektar (Stand 2025), die zu 80 % mit weißen und zu 20 % mit roten Rebsorten bestockt sind. Die bekanntesten Rieslinge stammen aus den Lagen Heiligenstein und Gaisberg, die besten Veltliner von den Rieden Lamm, Kammerner Renner und Grub. Diese Lagen werden alle nach kontrolliert-integrierten Grundsätzen und unter der Zertifizierung „Nachhaltig Austria“ naturnah bewirtschaftet.<ref name="Falstaff" /> Außerdem ist das Weingut für seine Sektproduktion bekannt, es werden drei Varianten als Sekt Austria Reserve, sowie ein Jahrgangssekt als „Grosse Reserve“ nach Traditioneller Methode mittels Flaschengärung hergestellt.
In den Jahren 2023 bis 2026 wurde Sekt für die Gäste des Wiener Opernballs geliefert. Eine weitere Besonderheit sind die Tradition-Weine. Unter diesem Titel werden jedes Jahr Weine nach vorindustriellen Methoden ausgebaut.<ref>Hugh Johnson: Der kleine Johnson 2009. Verlag Hallwag, Bern 2008, ISBN 3-8338-1220-6, S. 224.</ref> Die Traditions-Weine werden, wie mit einer traditionellen Baumpresse, besonders schonend in einer Korbpresse gepresst und anschließend ohne Entschleimen in großen Fässern aus Manhartsberger Eiche spontan vergoren und gereift. Sie werden zumindest drei Jahre vinifiziert, mehrmals abgezogen und letztendlich vor der Füllung mit älteren Fassreserven abgerundet. Das Ergebnis ist ein Jahrgangscuvée, das durch eine Editionsnummer dem jeweiligen Jahrgang des Zisterzienserweingutes zugeordnet werden kann. Entsprechend früherer Gepflogenheiten wird auch eine Tradition Heritage Cuvée 10 Jahre auf den Markt gebracht, in welcher Wein, der zumindest 10 Jahre im großen Holzfass reifen durfte, zur Anwendung kommt. Auch eine Reihe von international ausgezeichneten Rotweinen und Süßweinen (mittels Botrytis cinerea erzeugte Prädikatsweine ebenso, wie Eiswein aus Ernte und Verarbeitung von gefrorenen Beeren bei unter −7° Celsius) werden vom Weingut Schloss Gobelsburg angeboten.
Literatur
- Stuart Pigott, Andreas Durst, Ursula Heinzelmann, Chandra Kurt, Manfred Lüer, Stephan Reinhardt: Wein spricht Deutsch. 1. Auflage. Scherz, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-502-19000-4.
- Klaus Egle: Der österreichische Wein. Das große Handbuch. 1. Auflage. Pichler Verlag, 2007, ISBN 978-3-85431-403-5.
- Viktor Siegl: Weingut Schloss Gobelsburg. In: Vinaria. Weinguide 2025/26. Die 4000 besten Weine Österreichs. Edition LWmedia, 2025, ISBN 978-3-9504718-8-5, S. 126 f.
Weblinks
- Website des Weingutes
- Weingut Schloss Gobelsburg auf weinausoesterreich.at
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 48° 27′ 40″ N, 15° 41′ 46″ O
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