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Quirlblättrige Zahnwurz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Weiße Zahnwurz)

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Quirlblättrige Zahnwurz
Datei:Cardamine enneaphyllos 160405a.jpg

Quirlblättrige Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos )

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Cardamineae
Gattung: Schaumkräuter (Cardamine)
Art: Quirlblättrige Zahnwurz
Wissenschaftlicher Name
Cardamine enneaphyllos
Crantz

Die Quirlblättrige Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos), auch als Neunblatt-Zahnwurz, Weiße Zahnwurz oder Weißer Sanikel bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schaumkräuter (Cardamine) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Beschreibung

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Illustration aus Plantarum indigenarum et exoticarum icones ad vivum coloratae, oder, Sammlung nach der Natur gemalter Abbildungen inn- und ausländischer Pflanzen, für Liebhaber und Beflissene der Botanik
Datei:Cardamine enneaphyllos 170406c.jpg
Blütenstand
Datei:Silique di Cardamine enneaphyllos.JPG
Fruchtstand

Vegetative Merkmale

Die Quirlblättrige Zahnwurz wächst als mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 30 Zentimetern. Die Stängelblätter sind quirlständig angeordnet und erscheinen meist zu dritt. Die Blattfiedern sind oval-lanzettlich und unregelmäßig doppelt gesägt.

Generative Merkmale

Sie blüht vorwiegend von März bis April. Die nickenden Blüten sind vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die blassgelben oder fast weißen Blütenkronblätter sind 12 bis 16 Millimeter lang und überragen die Staubblätter kaum. Die aufrecht stehenden Schoten sind 40 bis 75 Millimeter lang und 3,5 bis 4 Millimeter breit.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 52-54 oder 80.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Die hauptsächlichen Bestäuber sind Hummeln.<ref name="Markgraf1958" /> Die Blüten sind fast oder ganz duftlos.<ref name="Markgraf1958" />

Vorkommen

Diese kalkliebende Pflanzenart gedeiht meist in frischen Edellaubwäldern (Buchenwäldern) und Hochstaudenfluren in der collinen und submontanen Höhenstufe. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Dentario-enneaphylli-Fagetum bzw. des Cardamino-trifoliae-Fagetum und ist eine Charakterart des Verbands Fagion.<ref name="Oberdorfer2001" />

Verbreitung

Vorlage:Hinweisbaustein Die Quirlblättrige Zahnwurz wächst im nördlichen Europa nur vereinzelt und kommt hier bis nach Südwestschottland und Südskandinavien vor. Im Westen reicht das Verbreitungsgebiet bis Mittelfrankreich, im Süden bis Griechenland. Ostwärts findet sich die Quirlblättrige Zahnwurz bis in die Ukraine und die Halbinsel Krim. In Deutschland und Österreich ist die Quirlblättrige Zahnwurz vor allem im östlichen Alpenraum bis ins Alpenvorland verbreitet. In der Schweiz kommt sie vor allem in den Südalpen (südliches Tessin) und im Zürcher Oberland bis ins Rheintal vor. Entlang der deutsch-tschechischen Grenze zieht sich in Deutschland ein lückenhaftes Verbreitungsgebiet vom Bayerischen Wald über die Fränkische Alb weiter bis Sachsen. Wenige nahe beieinander liegende Vorkommen bestehen auch in Baden-Württemberg in den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen.

Sonstiges

Die Quirlblättrige Zahnwurz besitzt ein Rhizom mit zahnförmigen Blattnarben. Nach dem Prinzip „similia similibus curentur“ (Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt) war das Kraut in früheren Jahrhunderten ein beliebtes Heilmittel gegen Zahnschmerzen, aber auch gegen Husten und gegen Brüche und innere Wunden. Die Quirlblättrige Zahnwurz wird in der Pharmazie nicht mehr verwendet. Es wird gelegentlich mit dem Wald-Sanikel verwechselt.<ref name="HagersHandbuch1994" />

Trivialnamen

Für die Quirlblättrige Zahnwurz (auch Gelbe neunblättrige Zahnwurz) bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Bergsanikel (Schweiz), Grimmwurz (Schlesien), weiße Haselwurz (Schlesien), Sanikl (Bayern, Zillertal), (Weißer) Scharnikel (Kärnten, Tirol bei Lienz) und wilder Senf (Österreich, Schweiz).<ref name="Pritzel1882" /><ref name="Marzell1970" />

Quellen

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 462–463. </ref> <ref name="HagersHandbuch1994"> Franz von Bruchhausen et al. (Hrsg.): Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis. Band 6: Rudolf Hänsel et al. (Hrsg.): Drogen P – Z. Springer, Berlin u. a. 1994, ISBN 3-540-52639-0, S. 596. </ref> <ref name="Markgraf1958"> Friedrich Markgraf: Familie Cruciferae. S. 226–228. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 1, Verlag Carl Hanser, München 1958. </ref> <ref name="Marzell1970"> Heinrich Marzell: Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen. Band 2, 1970, S. 80 f. </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 132. (eingescannt). </ref> </references>

Weblinks

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