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Weiße Nächte (Film)

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Produktionsland Italien, Frankreich
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1957
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Luchino Visconti
Drehbuch Suso Cecchi D’Amico
Luchino Visconti
Produktion Franco Cristaldi
Musik Nino Rota
Kamera Giuseppe Rotunno
Schnitt Mario Serandrei
Besetzung

Weiße Nächte (Originaltitel: Le notti bianche) ist ein italienisch-französischer Spielfilm aus dem Jahre 1957. Der Film entstand nach dem gleichnamigen Kurzroman von Fjodor Dostojewski.

Handlung

Mario ist neu in der Großstadt. Nach einem Ausflug mit seinem Chef zieht er in der Nacht ziellos durch sein Viertel, gleich einem herrenlosen streunenden Hund. Da trifft er auf Natalia. Sie wartet auf der Brücke über dem Kanal. Er verliebt sich in die bezaubernde Frau. Sie genießt, dass da einer ist, mit dem sie sich austauschen kann. Sie braucht einen Freund. Sie treffen sich in der nächsten Nacht wieder.

Er erfährt ihre Geschichte. Sie ist die Tochter von russischen Emigranten. Sie hat beide Eltern verloren und lebt bei ihrer Großmutter, die schlecht sieht und sie aus Angst um sie, gar mit einer Sicherheitsnadel an ihren Rock anhängt. Er erfährt von dem Untermieter, der bei ihnen einzog, ein schöner junger Mann. Er schien der einzige Weg, um der Enge der Großmutter zu entkommen. Sie verliebte sich in ihn. Er bemühte sich um Natalia. Als er plötzlich kündigte und auszog, brach eine Welt für Natalia zusammen. Sie ging zu ihm und bat ihn, sie mitzunehmen. Er gestand ihr auch seine Liebe. Aber sie müsse ein Jahr warten. Er könne sie jetzt nicht mitnehmen. Er würde über ein Jahr wiederkommen und sie dann heiraten, wenn sie noch wolle.

Sie weiß, dass er wieder in der Stadt ist. So steht sie an der verabredeten Stelle und wartet auf ihn. Mario schlägt ihr ganz uneigennützig vor, ihm einen Brief zu schreiben und eine Verabredung am nächsten Abend zu vereinbaren. Nachdem Mario den Brief entworfen hat, stellt sich heraus, dass sie ihn bereits geschrieben hatte. Sie bittet Mario, den Brief zu überbringen. Mario sagt das zu. Hin und her geworfen zwischen uneigennützigem Freundesdienst und seiner Liebe zu ihr, siegt die Liebe, sein Eigeninteresse. Er zerreißt den Brief.

Am nächsten Abend möchte er sie eigentlich gar nicht treffen. Doch sie läuft ihm hinterher. Sie hat sich schön gemacht. Es ist noch Zeit bis zum Treffen und so nimmt sie Marios Einladung an, sie in ein Tanzlokal zu begleiten. Sie genießt das ihr unbekannte Tanzen und das Zusammensein mit Mario. Doch zum Zeitpunkt des Treffens stürzt sie zum Treffpunkt. Er ist nicht da. Ihre Liebeshoffnung stürzt in großer Enttäuschung zusammen. Auch als Mario gesteht, dass er den Brief gar nicht zugestellt hat, bleibt ihre Enttäuschung darüber, dass der Untermieter bisher nicht versucht hat, sie zu treffen. Sie wähnt sich nun frei, der Liebe Marios nachzugeben. Mario schwebt im "siebenten Himmel". Es scheint, seine Liebe hat sie erreicht. Es ist wie die Erfüllung eines großen Märchens, wo er sich schon längst danach sehnt, sein unstetes Leben aufzugeben. Zudem fängt es gar noch an zu schneien. Doch dann steht der Untermieter im Schnee am verabredeten Treffpunkt. Natalia fliegt ihm entgegen. Sie kehrt noch einmal zu Mario zurück, um sich für seine Freundschaft zu bedanken. Dann verlässt sie ihn mit dem Untermieter. Mario geht allein mit demselben streunenden Hund zurück, dem er zu Beginn begegnet war.

Hintergrund

Die Originalgeschichte von Dostojewski spielt 1850 in St. Petersburg. Visconti verlegt die Geschichte in das zeitgenössische Italien. Der Titel von Dostojewskis Werk bezieht sich auf die „Weißen Nächte“ von St. Petersburg, die Zeit der Sonnenwende im Sommer, wo es nachts nie richtig dunkel wird. Im Film wurde die Bedeutung insofern abgewandelt, als in der letzten Nacht Schnee liegt und sie daher weiß ist.

Kritiken

„Die ausschließlich im Studio realisierte Produktion war eine ‚Übung in Künstlichkeit‘ für den früher auf ‚location shooting‘ spezialisierten Neorealisten Visconti und fesselt durch die raffinierte Verschmelzung von Theaterästhetik und Filmsprache zu einem heiter-melancholischen Traumspiel.“

Auszeichnungen

Der Film nahm am Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Venedig 1957 teil und gewann den Silbernen Löwen.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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