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Wechselblütiges Tausendblatt

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Wechselblütiges Tausendblatt
Datei:Myriophyllum alterniflorum.jpg

Wechselblütiges Tausendblatt (Myriophyllum alterniflorum), Illustration

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Tausendblattgewächse (Haloragaceae)
Gattung: Tausendblatt (Myriophyllum)
Art: Wechselblütiges Tausendblatt
Wissenschaftlicher Name
Myriophyllum alterniflorum
DC.

Das Wechselblütige Tausendblatt<ref name="FloraWeb" /> (Myriophyllum alterniflorum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Tausendblatt (Myriophyllum) innerhalb der Familie der Tausendblattgewächse (Haloragaceae). Es wird als Zierpflanze genutzt. Es heißt Wechselblütiges Tausendblatt, weil die oberen Blüten oft einzeln und dann wechselständig angeordnet sind.

Beschreibung und Phänologie

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Billeder af nordens flora (1917) (19750283623).jpg
Illustration aus Billeder af nordens Flora, 1917
Datei:Fig. 06 Myriophyllum alternifolium.jpg
Blütenstand
Datei:Myriophyllum alterniflorum iNat-49555813 (4x3).jpg
Habitus

Vegetative Merkmale

Das Wechselblütige Tausendblatt ist eine überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze, die meist Längen von 0,5 bis selten 2 Meter erreicht. Die Internodien sind 5 bis 10 Millimeter lang. Am wenig verzweigten Stängel und an der Basis der Fiedern sind keine Drüsen vorhanden. Die Blattquirle sind (drei- bis) vierzählig und jeder Blatt hat acht bis 18 fadenförmige, höchstens 15 Millimeter lange, oft wechselständige Abschnitte.<ref name="InfoFlora" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis September.<ref name="Hegi1965" /> Das Wechselblütige Tausendblatt ist überwiegend einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Nur selten treten zwittrige Blüten auf. Der wenigblütige, endständige ährige Blütenstand ist 0,5 bis 7, selten bis zu 12 Zentimeter lang und hängt anfangs über. Die Ränder der Hochblätter sind glatt oder gesägt.

Die männlichen Blüten sind oft wechsel- oder gegenständig und befinden sich im oberen Teil des Blütenstandes; ihr Kelch ist glockenförmig mit einem Durchmesser von etwa 0,3 Millimetern und gelben, 1,5 bis 2 Millimeter langen Kronblättern und sie enthalten acht Staubblätter. Die weiblichen Blüten sind quirlständig und befinden sich im unteren Teil des Blütenstandes, ihr glockenförmiger Kelch ist 0,7 bis 1 Millimeter lang und die Narben sind hell-rot.

Die vierkammerige Frucht ist 1,5 bis 2 Millimeter × etwa 1,5 Millimeter groß und reift zwischen April und September.

Chromosomensatz

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 7; es liegt Diploidie mit einer Chromosomenzahl von 2n = 14 vor.<ref name="FloraWeb" />

Ökologie

Beim Wechselblütigen Tausendblatt handelt es sich um eine „Unterwasserpflanze“, einen Hydrophyten. Das Wechselblütige Tausendblatt scheint sich in Mitteleuropa hauptsächlich vegetativ fortzupflanzen.<ref name="Hegi1965" /> Es wächst meist in einer Wassertiefe von 20 bis 100 Zentimetern, kommt aber in den Vogesen auch bis 3 Meter Wassertiefe vor.<ref name="Hegi1965" />

Die Bestäubung findet durch den Wind statt. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt über das Wasser.

Vorkommen und Gefährdung

Das Wechselblütige Tausendblatt ist in Nordamerika, China, Zentralasien, Russland, Europa und in Nordafrika weitverbreitet.<ref name="Euro+Med" /> In Europa ist es weitverbreitet und hat nur größere Lücken der Verbreitung in Südosteuropa und Osteuropa.<ref name="Euro+Med" />

Das Wechselblütige Tausendblatt besiedelt nährstoffarme, kalkarme, stehende Gewässer. Es kommt in größeren Gruppen vor, bildet aber nur selten Bestände. Es ist in Mitteleuropa pflanzensoziologisch eine Charakterart der Ordnung Littorelletalia, kommt aber auch im Ranunculo-Callitrichetum des Verbands Ranunculion fluitantis vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 5 (unter Wasser), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Das Wechselblütige Tausendblatt steht in einigen Bundesländern in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Arten in der Gefährdungskategorie 2 = „stark gefährdet“, teilweise sogar Kategorie 1 = „vom Aussterben bedroht“.<ref name="FloraWeb" /> In der Schweiz gilt die Art als „stark gefährdet“.<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Die Erstbeschreibung von Myriophyllum alterniflorum erfolgte 1815 durch Augustin-Pyrame de Candolle in Lamarck und De Candolle: Flore Française, ou descriptions succinctes de toutes les plantes qui croissent naturellement en France..., 3. Auflage, Band 5, Seite 529.<ref name="Euro+Med" />

Quellen

Literatur

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen, Siegmund Seybold: Flora von Deutschland und angrenzender Länder. 93. Auflage, Quelle und Meyer Verlag, Wiebelsheim 2006, ISBN 3-494-01413-2.
  • Jiarui Chen, Michele Funston: Haloragaceae.: Myriophyllum. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Band 13: Clusiaceae through Araliaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007, ISBN 978-1-930723-59-7. Myriophyllum alterniflorum Candolle., S. 430 - textgleich on wie gedrucktes Werk.

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Myriophyllum alterniflorum DC., Wechselblütiges Tausendblatt. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Myriophyllum alterniflorum DC. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Hegi1965"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 903–905. </ref> <ref name="Euro+Med"> P. Uotila (2009+): Haloragaceae. Datenblatt Myriophyllum alterniflorum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks