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Wasserwerk Hohe Ward

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Datei:Wasserwerk Hohe Ward.jpg
Wasserwerk Hohe Ward
Datei:Hohe Ward innen.jpg
Innenansicht

Das Wasserwerk Hohe Ward ist ein Wasserwerk der Stadtwerke Münster. Es liegt im münsterschen Stadtteil Hiltrup, mitten im Wald- und Naherholungsgebiet Hohe Ward. Das zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtete Jugendstil-Gebäude ist bis heute in Betrieb und denkmalgeschützt.<ref name="WN_2022-05-30">Westfälische Nachrichten: Bauarbeiten an der Fassade: Wasserwerk wird frisch gemacht, Münster/Stadtteile, Münster-Hiltrup, Michael Grottendieck, 30. Mai 2022</ref> Damit zählt es zu den ältesten noch genutzten technischen Bauwerken Münsters.<ref name="WN_2015-09-05">Westfälische Nachrichten: Tag des offenen Denkmals: Wasserwerk Hohe Ward besichtigen, Stadtwerke Nachrichten, Stadtwerke Münster, 5. September 2015</ref><ref name="WN_2022-05-30" /> Die technischen Anlagen wurden wiederholt modernisiert, jedoch ist das Erscheinungsbild des Gebäudes seit Errichtung weitestgehend unverändert.<ref name="WN_2022-05-30" />

Geschichte

Die Hohe Ward liegt über dem Münsterländer Kiessandzug, aus dem das Grundwasser gefördert wird. 1905 begann dort das Städtische Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerk, Vorläufer der späteren Stadtwerke Münster, mit dem Bau eines Pumpwerks in der damals noch eigenständigen Gemeinde Hiltrup.

Das Gebäude wurde in der Form einer zwölfeckigen Rotunde errichtet und weiß verputzt.<ref name="WN_2022-05-30" /> Die Außenwände zieren zwölf Wandfelder, zwölf Pfeiler und zwölf Rundbögen, wobei die Wandfelder durch ein mit Ziegelsteinen gemauertes Fries optisch zusammengehalten werden.<ref name="WN_2022-05-30" /> Unter einem dieser Rundbögen befindet sich die Eingangstür zum Wasserwerk, während die übrigen elf Seiten jeweils ein großformatiges Fenster mit auffälliger Dreiteilung enthalten.<ref name="WN_2022-05-30" /> Die Pfeiler wurden aus Ziegelsteinen gemauert, in die aus Sandstein gefertigte Wasserschläge eingelassen wurden.<ref name="WN_2022-05-30" /> Mit diesen Wasserschlägen und Fialen fanden Elemente Verwendung, die sich üblicherweise an gotischen und barocken Kirchen wiederfinden.<ref name="WN_2022-05-30" /> Damit wartet das Wasserwerk mit einer außergewöhnlichen architektonischen Qualität auf, die jedoch in Münster bei Gebäuden der Wasserversorgung nicht unüblich war, wie an dem Wasserturm „Auf der Geist“ oder dem ehemaligen Abwasserpumpwerk, das heute als Theater im Pumpenhaus genutzt wird, erkennbar ist.<ref name="WN_2022-05-30" />

Es war nach seiner Inbetriebnahme im Juli 1906 das fünfte Pumpwerk, das Trinkwasser für Münster gewann. Mit dampfbetriebenen Kolbenpumpen wurde das Wasser ins Stadtgebiet gepumpt.<ref>Westfälische Nachrichten: Denkmal im Geistviertel: Der Wasserturm machte 115 Jahre Druck, Münster, Karin Völker, 7. August 2021</ref> 1911 musste das Pumpwerk für den Bau einer Enteisenungsanlage vorübergehend außer Betrieb genommen werden, war aber im Anschluss das erste münstersche Wasserwerk mit einer solchen Anlage. Nötig war diese geworden, nachdem sich durch eine Absenkung des Grundwasserspiegels Eisenverbindungen im Wasser gebildet hatten, die das Trinkwasser in der Stadt trübten.<ref>Stadtmuseum Münster (Hrsg.): Energie & Bewegung. 100 Jahre Stadtwerke Münster. Münster 2001, Seite 18.</ref>

Nach der Schließung eines anderen Pumpwerks in Münster in den 1920er Jahren wurde in der Hohen Ward mit der Grundwasseranreicherung begonnen.<ref>Westfälische Nachrichten: Rekordsommer: Zuschüsse für Trinkwasser gibt es aus dem Kanal, Münsterland, Münster, Uwe Gebauer, 3. August 2019</ref> Über eine 3,5 Kilometer lange Leitung wurde Oberflächenwasser aus dem Dortmund-Ems-Kanal in das Entnahmegebiet der Hohen Ward gepumpt und dort versickert.

1988, über 80 Jahre nach dem Bau, wurde das Gebäude des Pumpwerks unter Denkmalschutz gestellt. Im gleichen Jahr wurden auf dem Gelände zwei Trinkwasserspeicherbehälter gebaut, zwei Jahre später eine Aktivkohlefilteranlage für die Aufbereitung von Oberflächenwasser. Seit 2008 ist das Trinkwassergewinnungsgebiet Hohe Ward Teil eines Naturlehrpfades der NABU-Naturschutzstation Münsterland.<ref>Westfälische Nachrichten: Ausflug des Heimatvereins: Hohe Ward begeistert Mitglieder, Münsterland, Gronau, 4. September 2014</ref> Tafeln klären unter anderem über die Wassergewinnung und Verhaltensrichtlinien auf. Da die Hohe Ward auch als Naherholungsgebiet für Münster dient, führen öffentliche Wege direkt an die Brunnen und damit auch durch die Wasserschutzzone II. Das Befahren dieser Wege mit motorisierten Fahrzeugen ist aufgrund von Wasserschutzbestimmungen nicht erlaubt.<ref name="WN_2015-09-05" />

Eine Modernisierung der Wasserwerke Hohe Ward und Hornheide für insgesamt 24 Millionen Euro wurde im Jahr 2017 geplant.<ref name="WM_2017-05-17" /> Im Jahr 2022 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten an den Fugen der Ziegelsteinpfeiler, der Rundbögen und dem Fries sowie ein Austausch der Bleche am Dachüberstand vorgenommen.<ref name="WN_2022-05-30" />

Trinkwassergewinnung

Datei:Brunnen Hohe Ward.JPG
Einer der Trinkwasserbrunnen

Im Wasserwerk Hohe Ward können die Stadtwerke jährlich bis zu 5,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser gewinnen.<ref name="WM_2017-05-17">Westfälische Nachrichten: Rat stimmt über Schließung ab: Zwei Wasserwerke vor dem Aus, Münster, Münster, Martin Kalitschke, 17. Mai 2017</ref> Das sind rund 25 % des Wasserbedarfs für Münster.<ref>Flyer „100 Jahre Wasserwerk Hohe Ward“.</ref> Das Grundwasser wird von 28 Brunnen gefördert, über 18 Anreicherungsbecken wird das Oberflächenwasser versickert.

Weblinks

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Einzelnachweise

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