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Wasserturm auf dem Burgberg (Erlangen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wasserturm auf dem Burgberg
Dateiname ohne „Datei:“ angebenSüd- und Ostfassade des Wasserturms, 2006
Daten
Baujahr/Bauzeit: 1904/05
Architekt: Franz Kreuter
Entwurf: Hugo Sieber
Turmhöhe: 32 m
Nutzhöhe: 25,4 m
Behälterhöhe: 21,3 m
Behälterart: Intze-1-Behälter
Schema: Dateiname ohne „Datei:“ angeben
Behältervolumen: 100 m³
Betriebszustand: In Betrieb
Denkmalschutz: Baudenkmal

Der Wasserturm auf dem Burgberg ist ein auf dem Burgberg in der mittelfränkischen Stadt Erlangen gelegener Wasserturm. Eigentümer des denkmalgeschützten<ref>Denkmalliste für Erlangen (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref> Bauwerks, das seit 1905 in Betrieb ist, sind die Erlanger Stadtwerke (ESTW).<ref name="estw">Die Wasserspeicher am Burgberg. Erlanger Stadtwerke, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Januar 2012; abgerufen am 16. Februar 2013.</ref> Die weithin sichtbare Turmspitze ist eines der Wahrzeichen der Stadt.<ref name="ostertag">Sylvia Ostertag-Henning: Bergkirchweih & Platenhäuschen. Ein Rundgang über den Erlanger Burgberg. Sandberg Verlag, Nürnberg 2004, ISBN 3-930699-39-7, S. 30–31.</ref>

Geschichte und Beschreibung

Im Zuge der Industrialisierung stieg der Wasserverbrauch in Erlangen während des 19. Jahrhunderts rapide an. Gleichzeitig verschlechterte sich die Wasserqualität der damals zahlreich vorhandenen Brunnen. Das erste zentrale Wassernetz der Stadt ging schließlich am 30. November 1891 in Betrieb, wofür man ein Wasserwerk im westlichen Regnitztal sowie ein Hochreservoir am Hang des Burgbergs errichtet hatte.<ref group="SL">Martina Bauernfeind: Wasserversorgung. (online).</ref>

Die Wasserversorgung der Anwesen auf dem Burgberg, die bis dahin fast ausschließlich aus Gärten und Steinbrüchen bestanden, war zunächst noch durch Quellen und Brunnen gesichert.<ref>Heinz Martius: Der Erlanger Burgberg im Wandel der Zeit. Palm & Enke, Erlangen 1988, ISBN 3-7896-0082-2, S. 65–66.</ref> In den 1890er Jahren begann die Bebauung des Berges mit Wohnhäusern. Insbesondere im Bereich um die Burgbergstraße (bis 1898 Auf dem Berg) entstanden zahlreiche Villen wohlhabender Bürger.<ref group="SL">Andreas Jakob: Burgbergstraße. (online).</ref> Um auch die stark wachsende Bevölkerung des „oberen Stadtteils“ mit fließendem Wasser versorgen zu können, beschloss der Stadtmagistrat zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Errichtung eines Wasserturms.<ref name="estw" />

Der 32 Meter hohe Turm wurde in den Jahren 1904 und 1905 nach Plänen des Stadtbaurats Franz Kreuter und Entwürfen des Münchner Bauassistenten Hugo Sieber erbaut. Der vergleichsweise schlanke Turmschaft mit gerundetem Kern und rechtwinkligen Eckeinfassungen steht auf einem hohen, zweigestuften Sockel. Der 100 Kubikmeter fassende Wasserbehälter befindet sich im weithin sichtbaren, teilweise mit Holz verkleidetem Kopfteil. Die Fassade des im Inneren aus Beton errichteten Bauwerks wurde, dem Zeitgeschmack der wilhelminischen Ära entsprechend, historistisch gestaltet. Mit seinem quadratischen Grundriss, bossierten Quadern, Erkern, Spitzbögen, den wie Schießscharten wirkenden Fenstern und dem ziegelgedeckten Pyramidendach erinnert das Äußere stark an einen mittelalterlichen Bergfried,<ref group="SL">Andreas Jakob: Wasserturm Burgbergstr. 90. (online).</ref> wofür er von ortsfremden Besuchern der Stadt oft auch gehalten wird.<ref name="ostertag" /> Zu diesem Eindruck trägt nicht zuletzt sein Standort auf dem Burgberg bei, auf dem sich allerdings kein namensgebender Wehrbau nachweisen lässt.<ref group="SL">Till Fichtner: Burgberg. (online).</ref> Der Turm war anfangs gegen Entgelt öffentlich zugänglich. Durch seine exponierte Lage bot er eine weite Aussicht bis nach Nürnberg, Fürth und Forchheim.<ref>Ludwig Göhring: Führer durch Erlangen und seine Umgebung, Th. Blaesings Universitäts-Buchhandlung (Paul Winkler), Erlangen 1913</ref>

Der Wasserturm, der zunächst ausschließlich der Versorgung der Anwesen auf dem Burgberg diente, wurde erst später an das Gesamtnetz der Stadt angeschlossen. Dafür wurde 1956 der direkt östlich neben dem Turm befindliche Hochbehälter mit einem Speichervolumen von 4.000 Kubikmetern erbaut.<ref name="estw" /> 60 Jahre später war auch dieses Reservoir zu klein, um die Wasserversorgung bei einer stetig wachsenden Einwohnerzahl sicherzustellen. Es wurde durch einen zusätzlichen Hochbehälter von 12.000 Kubikmetern erweitert, der 2015–2017 auf gleicher Höhe aber im nahen Erlanger Meilwald auf dem Rathsberg errichtet wurde.<ref>Artikel Auf dem neuesten Stand der Bayerischen Staatszeitung vom 26. September 2017, Webseite bayerische-staatszeitung.de, abgerufen am 12. Oktober 2018</ref>

Bildergalerie

Weblinks

Commons: Wasserturm Burgbergstraße (Erlangen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  • Sonstige Quellen

<references />

Koordinaten: 49° 36′ 33,5″ N, 11° 0′ 18,2″ O

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