Warwick (Unternehmen)
| Warwick GmbH & Co Music Equipment KG
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Warwick Logo.svg | |
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1982 in Pretzfeld |
| Sitz | Markneukirchen |
| Leitung | Hans-Peter Wilfer |
| Mitarbeiterzahl | 61 (2012)<ref>Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2011 bis zum 30.06.2012. Abgerufen am 17. Januar 2024.</ref> |
| Branche | Musikinstrumentenhersteller |
| Website | www.warwick.de |
Das Unternehmen Warwick GmbH & Co Music Equipment KG (Aussprache: [ˈwɒwɪk])<ref>Warwick - 30 Years of Basses, Amps & Rock 'n' Roll. Abgerufen am 8. August 2020.</ref> ist ein deutscher Hersteller von E-Bässen der Marke Warwick und E-Gitarren der Marke Framus.
Der Geschäftssitz ist in Markneukirchen im sächsischen Musikwinkel. Das Unternehmen hat keine Verbindung zum britischen Blasinstrumente-Hersteller Warwick Music Group.<ref>Warwick Music Group. Abgerufen am 17. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Geschichte
Das Unternehmen wurde 1982 im oberfränkischen Pretzfeld von Hans-Peter Wilfer (* 1958),<ref name=":0" /> dem Sohn des Framus-Unternehmensgründers Fred Wilfer (1917–1996), gegründet. Ein erster international bedeutsamer Höhepunkt in der Unternehmensgeschichte war der mit und für John Entwistle von The Who entwickelte Buzzard-Bass aus dem Jahr 1985.<ref name="Video: Edle E-Bässe aus der deutschen Provinz">Michael Wetzel: Video: Edle E-Bässe aus der deutschen Provinz. Deutsche Welle, Magazin „Made in Germany“, 11. September 2013.</ref>
Im Jahr 1995 wurden die Produktionsstätten in Franken geschlossen, und das Unternehmen bezog einen neuen Standort in Markneukirchen im Vogtland. Nachdem der Hersteller Framus Ende der 1970er Jahre Konkurs angemeldet und zu Beginn der 1980er Jahre die Produktion von E-Gitarren und E-Bässen eingestellt hatte, wurde die Marke 1995 von Warwick wieder neu belebt. Seitdem werden wieder E-Gitarren unter dem Label Framus hergestellt. Seit 1996 betreibt das Unternehmen ein Büro in Shanghai.
2009 produzierte das Unternehmen etwa 4000 E-Bässe und E-Gitarren.<ref>M. V. S. Import: The Sound of wood. 6. Oktober 2009, abgerufen am 17. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Technologie und Produkte
Das erste Bass-Modell war der Nobby-Meidel-Bass. Das Instrument wurde ohne Kopfplatte („Headless“) und mit einem geradlinigen Korpus gestaltet. Dadurch wurde der Bass wenig kopflastig. Warwick verwendet für den Bau der Instrumente als neues Instrumentenholz Wenge für Korpus und Hals. Obwohl bei der Entwicklung und Herstellung der Instrumente neue Technologien und computergestützte Methoden verwendet werden, erfolgen viele Fertigungsschritte weiterhin in Handarbeit. Viele Bassmodelle sind bundlos oder mit Bünden mit vier, fünf oder sechs Saiten erhältlich. Zu den bekanntesten Modellen des Herstellers gehört das Modell Streamer.
Die Produktpalette des Unternehmens umfasst auch Bassverstärker, Boxen und Saiten. Daneben betätigt sich Warwick als deutscher Distributor für Unternehmen wie Digitech, Dunlop, Morley und weitere. Da Warwick-Bässe eher im oberen Preissegment angesiedelt sind, wurden zwei günstigere Linien namens „Pro Series“ („Teambuilt – Made in Germany“) und „Rockbass“ („Standard – Made in China“) eingeführt. Diese Instrumente sind im Design identisch, das Erfüllen individueller Kundenwünsche hinsichtlich Hardware, Hölzern und Lackierung ist im Gegensatz zur Produktlinie „Custom Shop“ („Masterbuilt – Handcrafted in Germany“) aber beschränkt.
Im Jahr 2015 wurde das Unternehmen Mitglied der „Initiative Deutsche Manufakturen“, die es sich laut Selbstdarstellung zur Aufgabe gemacht hat, den „besonderen Qualitätsanspruch der deutschen Manufakturen selbstbewusst zu repräsentieren“.<ref>handmade-in-germany.org Initiative Deutsche Manufakturen, Mitgliederverzeichnis</ref>
Ökologisches Bewusstsein
Zu den Besonderheiten von Warwick zählt der im Jahr 2005 begonnene Umbau hin zu einer „grünen“ Produktion; das Unternehmen arbeitet nunmehr klimaneutral.<ref></ref><ref>Jan Hauser, Thiemo Heeg: Die Jungen geben ihr Geld lieber für Smartphones aus. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. April 2013.</ref> Strom und Wärme stammen vollständig aus betriebseigenen Energiequellen.<ref>Dana Heide, Dirk Lindemann, Martin Neumeyer u. a.: Wie eine Katastrophe die Welt verbessert. In: Handelsblatt. Handelsblatt Archiv, 11. März 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar).</ref><ref>Dana Heide: Ökostromreform: „Man muss sich ja regelrecht vor Berlin fürchten“. In: Handelsblatt Online. 25. Juni 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Juni 2014; abgerufen am 6. September 2025.</ref> Dazu gehören eine Photovoltaik-, eine Windkraft- und eine Erdwärme-Anlage, eine Holzabfall- und eine Abluftheizung und ein ebenfalls werkseigenes, erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk.<ref>Jan Hromadko: German Companies Take Back the Power. In: The Wall Street Journal, 2. März 2014.</ref><ref>Martin Greive, Daniel Wetzel: In der Warteschleife. In: Die Welt, 29. März 2014.</ref><ref>Sarah Sommer: Gewappnet für das Blackout. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Oktober 2013.</ref><ref>SMWA. Video: Markneukirchener Musikindustrie produziert klimaneutral. Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr; abgerufen am 26. April 2015</ref><ref>agitano.com In: Wirtschaftsforum Mittelstand, 23. Mai 2013.</ref>
Das Holz für die Instrumente wird aus nachhaltiger Forstwirtschaft bezogen.<ref>info.fsc.org Forest Stewardship Council, Zertifikatsdatenbank</ref><ref>nachhaltige-produktion.de In: Nachhaltige Produktion, 12. Februar 2013.</ref> Eine eigens entwickelte, auf wasserlöslichen Lacken basierende Lackierungsmethode<ref>Susanne Ladopoulos: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Video: Instrumentenbauern über die Schulter geschaut. ( vom 3. März 2014 im Internet Archive) MDR Fernsehen, Magazin „Einfach genial“, 28. Januar 2014.</ref> ersetzt im Instrumentenbau sonst übliche, umwelt- und gesundheitsschädliche Verfahren wie Nitrozellulose- oder Polyurethanlackierungen. Seit dem Jahr 2011 arbeitet das Unternehmen nach den Vorgaben des Eco Management and Audit Scheme, einem strengen und freiwilligen Umweltmanagement- und Umweltbetriebsprüfungssystem der Europäischen Union, das auf eine kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes abzielt.<ref>ec.europa.eu Europäische Union/Eco Management and Audit Scheme, Zertifikatsdatenbank</ref>
Im Jahr 2012 wurde Warwick Mitglied der Umweltallianz Sachsen.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />umwelt.sachsen.de ( vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive) Umweltallianz Sachsen, Teilnehmerverzeichnis</ref> Im Jahr 2014 folgte die Aufnahme in die Initiative „Klimaschutz-Unternehmen“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertages,<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />klimaschutz-unternehmen.de ( vom 9. Dezember 2014 im Internet Archive) Klimaschutz-Unternehmen, Mitgliederverzeichnis</ref> deren Mitgliedsunternehmen sich laut Selbstdarstellung „freiwillig zu messbaren und ambitionierten Zielen bei Klimaschutz und Energieeffizienz verpflichtet“ und „bereits herausragende Leistungen betrieblicher Energieeffizienz bei Produkten, Dienstleistungen und Produktion erbracht“ haben.
Schulungen
Seit 2012 ist das Unternehmen einmal jährlich Gastgeber eines „Bass Camps“, einer Lehrgangswoche, bei der Teilnehmer aus aller Welt die Möglichkeit erhalten, Instrumentenkurse bei bekannten Bassisten wie David Ellefson, Stuart Hamm, Hellmut Hattler, Alphonso Johnson, John Patitucci oder Victor Wooten zu belegen.<ref name="Video: Edle E-Bässe aus der deutschen Provinz" /><ref>Jens Falkowski: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Audio: Basscamp im Vogtland – Firma Warwick feiert ihre Instrumente ( vom 4. März 2016 im Internet Archive) In: Bayern 2, "Kulturleben" (ab min. 32:36) vom 3. September 2015.</ref><ref>Teresa Nehm: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Audio: Nächste Generation – Das Bass-Camp in Markneukirchen. ( vom 28. Januar 2015 im Internet Archive) MDR Figaro, „Das interaktive Magazin“, 7. September 2013.</ref><ref>Olli Bär, Thoralf Lange: Im Tempel der Tieftöner. In: Frankenpost, 8. September 2014.</ref><ref>Jens Falkowski: Bass Camp. Deutsche Welle, 13. September 2013.</ref>
Die Veranstaltung wird ergänzt durch abendliche Spontankonzerte in der firmeneigenen „Music Hall“ und ein abschließendes Rock- und Jazz-Festival auf dem Unternehmensgelände.<ref>Bernd Gürtler: Audio: Warwick BassCamp – Zwischen Bratwurst und Hüpfburg. Deutschlandradio Kultur, Magazin „Tonart“, 10. September 2014.</ref><ref>Christian Schubert: Wir wollten Kante zeigen. In: Freie Presse, 6. September 2016.</ref> Im Jahr 2015 nahm das sächsische Unternehmen diese Veranstaltung zum Anlass, eine Kampagne gegen Rassismus zu starten.<ref>Martin Pirkl: Die Wirtschaft poliert Sachsens Image wieder auf. In: Die Welt, 11. September 2015.</ref><ref>Tim Hoffmann: Bass-Hersteller macht mit Weltstars Stimmung gegen Fremdenhass In: Freie Presse vom 7. September 2015.</ref><ref>Christian Schubert: Fans kommen Rock-Elite in Markneukirchen ganz nah. In: Freie Presse, 7. September 2015.</ref>
Endorser
Zu bekannten Warwick-Spielern gehören:
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Besondere Modelle
Signature-Modelle
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Limited Editions
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Kritik
2009 stand das Unternehmen wegen angeblich schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik (Vorwurf: eingeschränkte Arbeitnehmerrechte wegen Behinderung der Gründung eines Betriebsrats, niedriges Lohnniveau).<ref>Horst Köhler und die Ausbeuter auf stern.de vom 8. Oktober 2009; abgerufen: 12. August 2013.</ref> Arbeitnehmer und die Gewerkschaft IG Metall brachten diese nach einem Besuch des Bundespräsidenten Horst Köhler zum Ausdruck. Die sächsischen Landesbehörden nahmen Einblick in die Lohnabrechnungen und befanden: Tarifniveau, teilweise darüber, teilweise mittelstands- und vogtlands-typisch, keine Leiharbeiter, jährliche Lohnerhöhungen. Seit Sommer 2012 legte Warwick-Geschäftsführer Hans-Peter Wilfer die Umsätze, Gewinne und Verluste sowie gezahlten Löhne des Unternehmens in einigen Musikerforen offen und stellte sich Fragen, um negative Gerüchte über das Unternehmen zu entkräften.<ref name=":0">Der Skandal um Instrumentenhersteller Warwick: Und es hat Wumm gemacht. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 17. Januar 2024]).</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Infobox Unternehmen/Logoeinbindung
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Gitarrenhersteller
- Musikverstärker-Hersteller
- Markenname (Musikinstrumente)
- Organisation (Markneukirchen)
- Produzierendes Unternehmen (Vogtlandkreis)
- Musikorganisation (Sachsen)
- Unternehmensgründung 1982
- Musikinstrumentenbauunternehmen (Deutschland)