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Walter Schneider (Politiker, 1925)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Walter Schneider (* 16. Januar 1925 in Haiger; † 18. Februar 1999 in Gießen<ref name="GA1">Dr. Walter Schneider † – Meldung aus: Gießener Allgemeine vom 19. Februar 1999, S. 23</ref>) war ein deutscher Politiker (SPD) und Abgeordneter des Hessischen Landtags.

Biografie

Walter Schneider leistete nach dem Abitur 1943 bis 1945 Kriegsdienst. Am 30. Dezember 1942 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 20. April 1943 aufgenommen (Mitgliedsnummer 9.375.036).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/38901314</ref><ref>Hans-Peter Klausch: Braunes Erbe. NS-Vergangenheit hessischer Landtagsabgeordneter der 1.–11. Wahlperiode (1946–1987). Die-Linke-Fraktion im Hessischen Landtag, Wiesbaden 2011 (Download [PDF; 4,2 MB]).</ref> 1939 ließ er sich in Gießen nieder<ref name="GA1"/>, wo er nach dem Krieg Landwirtschaft studierte. Er schloss das Studium als Diplom-Landwirt ab und arbeitete 1952 bis 1968 als kaufmännischer Angestellter in der Industrie. Vom 1. April 1968 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 31. Januar 1990 war er Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt in Gießen.<ref>Todesanzeige der Arbeiterwohlfahrt Gießen für Walter Schneider, erschienen in der Gießener Allgemeinen vom 20. Februar 1999, S. 33</ref>

Walter Schneider war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er verstarb an den Folgen eines Krebsleidens und wurde am 22. Februar 1999 auf dem Friedhof in seinem Wohnort Wieseck beigesetzt.<ref>Abschied von Dr. Schneider – Langjähriger AWO-Geschäftsführer und SPD-Stadtverordneter gestern beigesetzt – Meldung aus: Gießener Allgemeine vom 24. Februar 1999, S. 24</ref>

Politik

Walter Schneider war seit 1963 Mitglied der SPD und führte den Unterbezirk seiner Partei von 1975 bis 1977.<ref name="GA1"/> Weiterhin war er Mitglied der Gewerkschaft ÖTV.

Für seine Partei war er von 1964 bis 1976 und von 1979 bis 1981 Stadtverordneter in Gießen und führte dort von 1968 bis 1974 die SPD-Fraktion. Von 1977 bis 1979 gehörte er dem Rat der Stadt Lahn an.<ref>Todesanzeige der Stadtverwaltung Gießen für Walter Schneider, erschienen in der Gießener Allgemeinen vom 20. Februar 1999, S. 33</ref>

Bei der Landtagswahl 1974 kandidierte er zunächst erfolglos für ein Mandat im Hessischen Landtag.<ref name="GA1"/> Jedoch rückte er am 10. März 1977 ins Parlament nach, dem er bis zum 30. November 1978 angehörte.

Später zog er sich aus der aktiven Politik zurück, kandidierte jedoch noch mehrere Male für die Stadtverordnetenversammlung, zuletzt 1997.<ref>Kandidatenlisten für die Kommunalwahl 1997 in Gießen</ref>

Literatur

  • Albrecht Kirschner: Abschlussbericht der Arbeitsgruppe zur Vorstudie „NS-Vergangenheit ehemaliger hessischer Landtagsabgeordneter“ der Kommission des Hessischen Landtags für das Forschungsvorhaben „Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen“. Hrsg.: Hessischer Landtag. Wiesbaden 2013, S. 25 (Download [PDF; 479 kB]).
  • Hans-Peter Klausch: Braunes Erbe. NS-Vergangenheit hessischer Landtagsabgeordneter der 1.–11. Wahlperiode (1946–1987). Die-Linke-Fraktion im Hessischen Landtag, Wiesbaden 2011, S. 8 (Download [PDF; 4,2 MB]).
  • Jochen Lengemann: Das Hessen-Parlament 1946–1986. Biographisches Handbuch des Beratenden Landesausschusses, der Verfassungsberatenden Landesversammlung und des Hessischen Landtags (1.–11. Wahlperiode). Hrsg.: Präsident des Hessischen Landtags. Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-458-14330-0, S. 382 (hessen.de [PDF; 12,4 MB]).
  • Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 340.

Weblinks

Einzelnachweise

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