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Walter Schmid (Unternehmer)

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Datei:Walter Schmid mit Kompogas.jpg
Walter Schmid mit dem von ihm erfundenen Kompogas (Bild 2005)

Walter Schmid (* 8. November 1944;<ref name="hr">Dossier zur Referenz 1 bei @1@2Vorlage:Toter Link/zh.powernet.chUmwelt Arena AG, Internet-Auszug, Handelsregister des Kantons Zürich (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, per E-Mail frei abrufbar, eingesehen am 17. August 2015.</ref> heimatberechtigt in Oberhelfenschwil<ref name="hr" />) ist ein Schweizer Unternehmer. Die Entwicklung des Kompogas-Verfahrens um 1989 war sein Verdienst und das von ihm ab 1991 aufgebaute Unternehmen Kompogas (seit 2011 Axpo Kompogas AG, seit 2014 Hitachi Zosen Inova AG) ist schweizweit bekannt.

Leben und Wirken

Walter Schmid gründete das Baugeschäft unter seinem Namen im Jahre 1966, als er 21 Jahre alt war; dessen Start erfolgte mit fünf Mitarbeitern, als er die Bauunternehmung G. Fumasoli in Glattbrugg übernahm.<ref>Beat Pfändler: Swiss guest book: portraits of inspiring personality. Offizin, Zürich 2007, ISBN 978-3-907496-51-0.</ref> Schon früh baute Schmid pragmatisch alles technisch Machbare, um (fossile) Energie zu sparen, immer in der Hoffnung, dass sich die Lösungen auch ökonomisch rechnen würden.

Schon 1975 baute Schmid eine der ersten Vakuum-Sonnenkollektor-Anlagen der Schweiz, kombiniert mit Stückholzheizung.<ref>Porträt Walter Schmid von Solaragentur.ch</ref> Es folgten Erdkollektoren, Tiefwasserbohrungen und 1988 seine erste gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage. Heute beschäftigt die Bauunternehmung zirka 130 Personen.

«Solcar»

Im Gegensatz zum Gebäudebau, wo Schmid seine Ideen unabhängig umsetzen konnte, wurde sein Elektro-Nutzfahrzeug-Konzept «Solcar» schon im 1990 mit Preisen ausgezeichnet, fand jedoch nur 150 der benötigten 500 Käufer, sodass das Projekt eingestellt wurde.<ref>Eingestelltes Projekt Solcar 1989–1991 (PDF; 3,0 MB)</ref>

Kompogas

Im Jahr 1989 entstand nach den Tüfteleien auf dem heimischen Balkon<ref>Walter Schmid erfindet Kompogas, Tages-Anzeiger</ref> ein Fermenter von 20 Kubikmetern und im 1991 mit einer Anstossfinanzierung des Kantons Zürich<ref name="Utz"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte von Kompogas (Memento vom 26. Juli 2011 im Internet Archive)</ref> ein Unternehmen, welche aus Grünabfällen Biogas und Kompost produzieren konnte.

Schmid musste sich zunächst gegen Politiker jeder Couleur durchsetzen um Grünabfall zu erhalten. Schon 2005 schrieb die Handelszeitung, dass für solche Vorhaben wohl steigende Energiepreise in der Zukunft helfen würden.<ref>Grünabfall war schwierig zu erhalten; Handelszeitung 2005</ref>

Das Unternehmen Kompogas AG startete in Rümlang mit einer Jahresleistung von ca. 2,8 Mio. kWh. Seit 1995 fahren Lastwagen der Walter Schmid AG und dem Unternehmen Kompogas mit Biogas, der erste Lastwagen erreichte im Sommer 2010 seinen millionsten Kilometer.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.zuonline.chZürcher Unterländer – Zeitung berichtet über 15 Jahre Fahren mit Biogas (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Im Jahr 2009 produzierte Kompogas in der Schweiz 18 Millionen Kilowattstunden Strom und 9 Millionen Kilowattstunden Biogas.<ref>Kompogas im Jahre 2009</ref>

Weltweit sind 80 Anlagen<ref>Hitachi Zosen Inova AG: Referenzliste Kompogas. Hitachi Zosen Inova AG, 26. April 2017, abgerufen am 26. April 2017.</ref> im Einsatz, die grösste Anlage befindet sich in Katar. In den Schweizer Anlagen kann der anfallende Kompost gratis von der Bevölkerung bezogen werden und ist für den biologischen Landbau zertifiziert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gärrest zertifiziert für Biolandbau (Memento vom 13. Januar 2012 im Internet Archive)</ref> Seit 2006 hielt die Axpo eine Minderheitsbeteiligung an Kompogas, seit 2011 war Axpo alleiniger Besitzer des Unternehmens. Im Oktober 2014 hat die Hitachi Zosen Inova AG in Zürich den Anlagenbau des Kompogas-Verfahrens von Axpo übernommen<ref>Medienstelle HZI, Axpo Holding AG: Hitachi Zosen Inova übernimmt Kompogas-Technologie. Medienstelle HZI, Axpo Holding AG, 30. Oktober 2014, abgerufen am 26. April 2017.</ref>.

15 Vergärungsanlagen nach dem Kompogas-Verfahren werden weiterhin von Axpo betrieben<ref>Axpo: Axpo Kompogas AG. Axpo, 26. April 2017, abgerufen am 26. April 2017.</ref>.

Umweltarena

Datei:Umwelt Arena50.jpg
Die Umwelt Arena auf dem Informationsstand im Shoppi Tivoli

Nach den Erfahrungen aus dem Unternehmen Kompogas betreffend Mobilisierung der Bevölkerung baute Schmid von 2010 bis 2012 in Spreitenbach ein Zentrum, in welchem sich die Bevölkerung über den neuesten Stand der verfügbaren Techniken zur Energieeffizienz informieren kann. Nach dem Ansatz von Schmid soll dort das sofort technisch Machbare gezeigt werden, es wird jedoch nichts verkauft. Nachdem Schmid schon mit vielen seiner Innovationen Lehrgeld zahlen musste, wird auch beim Bau der Umweltarena nicht auf bewährte Technik gesetzt; das ganze Gebäude wird durch Wärmetausch mit dem Untergrund im Sommer gekühlt und im Winter geheizt. Die Energie für diese Haustechnik benötigt maximal 60 Prozent der Energie aus der Dachfläche aus Photovoltaik-Elementen.

Das Trägerunternehmen Umwelt Arena AG wurde am 22. Oktober 2009 ins Handelsregister eingetragen worden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vision Umweltarena (Memento vom 22. Dezember 2010 im Internet Archive)</ref> Schmid investierte in das Projekt 50 Millionen Franken.<ref>Ich gewinne, weil ich verlieren kann. Walter Schmid auf DRS3 in der Sendung Focus</ref> Erstmals für Schmid ist das Projekt mit der Fertigstellung nicht abgeschlossen, sondern muss betrieben werden und zwar nicht nur energiesparend, sondern kommunikativ. Der Kanton Aargau betreibt eine Ausstellung zur Artenvielfalt, dies ist jedoch der einzige Beitrag der öffentlichen Hand. Alle weiteren Ausstellungen werden von Firmen betrieben. Für die Öffentlichkeit zugänglich sind jeweils die Wochentage Mittwoch bis Sonntag, daneben wird das Gebäude als Veranstaltungsort genutzt.

Energieautarkes Mehrfamilienhaus in Brütten

In Brütten stellte Schmid 2016 ein Mehrfamilienhaus fertig, welches als Erstes weltweit keine Anschlüsse an andere Netze aufweist.<ref>Ein Haus ohne Stromanschluss 15. Juni 2016</ref>

Privates

Schmid ist ein begeisterter Autofahrer<ref>Porträt Walter Schmid 2004 bei Energiestiftung (Archiv; PDF; 427 kB)</ref> und war 1996 Europameister im Autocross.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Autocross Europameister 1996 (Memento vom 3. Juli 2011 im Internet Archive)</ref> Er wohnt in Zürich.<ref name="hr" />

Auszeichnungen

Weblinks

Commons: Walter Schmid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: UMWELTarena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />