Walter Barth (Widerstandskämpfer)
Walter Barth (* 6. November 1911 in Staufen im Breisgau; † Anfang 1945) war ein deutscher kommunistischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Leben
Walter Barth wurde als Sohn von Sophie und Joseph Barth in eine Arbeiterfamilie geboren, zu der noch ein älterer Bruder, zwei Schwestern und ein Pflegesohn gehörten. Seine Mutter war Hausfrau, sein der SPD nahestehender Vater Schlosser und Lagerhalter. Die Familie übersiedelte 1916 nach Leipzig, wo Walter von 1918 bis 1926 die 24. Volksschule besuchte. Nach seinem Schulabschluss erlernte der an Büchern interessierte Barth ab April 1926 den Beruf des Schriftsetzers in der Buchdruckerei Höfer im Stadtteil Paunsdorf. Nach vier Lehrjahren und einer fünfmonatigen Gehilfentätigkeit wurde er im September 1930 aufgrund einer Betriebseinschränkung entlassen. In der Folge musste als Arbeitsloser von einer wöchentlichen Unterstützung in Höhe von 5,30 RM leben.<ref name="Seidel1999" details="S. 11" /> Er war 1926 der Sozialistischen Arbeiter-Jugend beigetreten, betätigte sich in der Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit und wurde im Spätherbst 1932 Mitglied der KPD.<ref name="Seidel1999" details="S. 11 f." />
Wegen seiner Teilnahme am Widerstand gegen den Nationalsozialismus wurde er im Herbst 1933 verhaftet und drei Monate lang im KZ Colditz in „Schutzhaft“ genommen. Nach der Haftentlassung setzte er den Widerstand fort und beteiligte sich erneut an Herstellung und Vertrieb kommunistischer Schriften. Im September 1934 wurde er deshalb erneut von der Gestapo verhaftet und zu vier Jahren und vier Monaten Zuchthaus verurteilt, nach dem Ende dieser Haft wurde er in das KZ Sachsenhausen deportiert. Dort wurde er zur Arbeit in der Häftlingsbücherei abkommandiert, was es ihm ermöglichte, die Beratungen der Leitung der KPD-Lagerorganisation abzusichern. Da er mehrere Sprachen beherrschte, übernahm er auch deren Verbindung zu antifaschistischen Gruppen ausländischer Gefangener im Lager.
Im Oktober 1944 meldete sich Walter Barth im Auftrag seiner Parteileitung zu einem Einsatz in einem Strafbataillon, um dort antifaschistische Aufklärungsarbeit unter den Soldaten leisten zu können. Er kam zur SS-Sondereinheit Dirlewanger. Bei dem Versuch, zur Roten Armee überzulaufen, wurde er erschossen.
Ehrungen
- In Leipzig wurden ein Jugendklubhaus im Ortsteil Sellerhausen-Stünz und die Walter-Barth-Schule nach ihm benannt, außerdem gibt es dort seit 1962 die Walter-Barth-Straße.
- Ein Zubringertrawler der Artur-Becker-Baureihe mit der Fischereikennnummer ROS 414 erhielt ebenfalls seinen Namen.
Literatur
- Luise Kraushaar et al.: Deutsche Widerstandskämpfer 1933–1945. Biographien und Briefe. Band 2. Dietz-Verlag, Berlin 1970, S. 465.
- Jutta Seidel: Walter Barth. In: Das große Dilemma. Leipziger Antifaschisten in der SS-Sturmbrigade „Dirlewanger“. Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, Leipzig 1999, ISBN 3-932725-38-7, S. 11–17.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Seidel1999">Jutta Seidel: Walter Barth. In: Das große Dilemma. Leipziger Antifaschisten in der SS-Sturmbrigade „Dirlewanger“. Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, Leipzig 1999, ISBN 3-932725-38-7, S. 11–17.</ref> </references>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Barth, Walter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus |
| GEBURTSDATUM | 6. November 1911 |
| GEBURTSORT | Staufen im Breisgau |
| STERBEDATUM | April 1945 |
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- Widerstandskämpfer im KZ Sachsenhausen
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- Gestorben 1945
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