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Wallstraße (Berlin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wallstraße
Datei:DEU Berlin COA.svg
Wappen
Straße in Berlin
Datei:BMA Wallstrasse 2019.jpg
Blick vom Turm des Märkischen Museums in die Wallstraße
Datei:Placeholder.svg
Basisdaten
Ort  Berlin
Ortsteil  Mitte
Angelegt  vor dem 19. Jahrhundert
Neugestaltet 
Hist. Namen 
Name erhalten 
Anschluss­straßen 
Märkisches Ufer
Querstraßen  Neue Grünstraße,
Neue Roßstraße,
Inselstraße
Plätze  Märkischer Platz
Nummern­system 
Bauwerke  siehe → hier
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Straßenverkehr
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 900 Meter

-

Karte
Vorlage:Maplink

Die Wallstraße ist eine 900 Meter lange Straße im Berliner Ortsteil Mitte im gleichnamigen Bezirk. Sie befindet sich im historischen Stadtteil Neu-Kölln und entstand in der Mitte des 17. Jahrhunderts in der Nähe des Köpenicker Tors der Memhardtschen Stadtbefestigung, von der auch ihr Name stammt.

Verlauf

Datei:Street sign Wallstraße (Berlin).jpg
Straßenschild

Die etwa 900 Meter lange Straße beginnt am Spittelmarkt, verläuft in nordöstlicher Richtung etwa parallel zum Spreekanal bis zur Straße Märkisches Ufer, in die sie übergeht.

Die Wallstraße wird auf einer Länge von etwa 650 Metern von der U-Bahn-Linie 2 unterfahren. Im Straßenverlauf gibt es zwei U-Bahnhöfe: Spittelmarkt und Märkisches Museum.

Namenserläuterung

Seit etwa 1800 trägt die Wallstraße auf der gesamten Länge zwischen Spittelmarkt und Waisenbrücke ihren Namen.<ref>Sotzmann-Plan, 1803</ref> Es gibt zwar Quellen, die eine Benennung in Wallstraße schon 1786 angeben, allerdings wird auf den Karten bis 1789 die Straße immer mit Neu Cöln bezeichnet<ref>Map de Berlin, 1789</ref>, im Jahr 1792 mit Neu Cöln oder Wallstraße.<ref>Sotzmann-Plan, 1792</ref>

Geschichte

Im 17. Jahrhundert entstand eines der früheren Stadtviertel Berlins, genannt Neu-Kölln. Einer seiner Verkehrswege verlief entlang der Memhardtschen Festungswerke auf einer gesondert aufgeschütteten Wallanlage, hatte jedoch keinen eigenen Namen. Als Teile der Festungsanlage ab 1737 abgetragen wurden, bebaute man die Straße beidseitig bis an den früheren Grünen Graben.

Datei:Wallstraße um 1890.jpg
Wallstraße vom Spreekanal, um 1890
Datei:Berlin, Mitte, Wallstrasse 15-15A, Geschaeftshaus Lebram 01.jpg
Baudenkmal Geschäftshaus Wallstraße 15/15a

Ab 1738 wurde die heutige Straße auf der Länge vom Gertraudenhospital bis zur Waisenbrücke Neu-Cöln genannt.<ref>Walter-Plan, 1738.</ref> Auf dem Sotzmann-Plan von 1792 ist die Straße mit Neu Cöln oder Wallstraße bezeichnet. Im Volksmund wurde Ende des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts der Teil zwischen Neuer Roßstraße bis zur Waisenbrücke nach der hier befindlichen Sirupmanufaktur (auf dem Gelände des späteren Neuen Hospitals) auch Siropsgasse genannt.<ref>Fidicin: Berlin, historisch und topographisch dargestellt, S. 174, Ausgabe 1848.</ref> Ab 1803 wird in Karten die Straße in voller Länge als Wallstraße bezeichnet.

Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert entstanden insbesondere auf der Südseite der Straße große Geschäftshäuser bedeutender Berliner Firmen wie Ravené und Spindler. Am nördlichen Ende der Straße, am damaligen Märkischen Platz wurde 1907 das Märkische Museum fertiggestellt. 1908 ging der U-Bahnhof Spittelmarkt in Betrieb und war der Endbahnhof der zweiten Berliner U-Bahn-Linie und hatte über das Gleisdreieck Anschluss zu den Endbahnhöfen Warschauer Brücke und Knie. 1913 wurde die U-Bahn unter der Wallstraße entlang verlängert zum Alexanderplatz und weiter zum damaligen Endbahnhof Nordring. Zwischen der Neuen Roßstraße und der Inselstraße entstand der U-Bahnhof Inselstraße (heute Märkisches Museum).

Ab 1926 fuhren auch Straßenbahnen im Abschnitt zwischen Spittelmarkt und Inselstraße durch die Wallstraße. Die am 2. November 1926 eingeweihte Strecke entstand während der Umgestaltung des Spittelmarktes als Ersatz für eine ältere Verbindung, die über die Neue und Alte Jakobstraße sowie die Seydelstraße führte.<ref>Reinhard Schulz: Straßenbahn in bewegten Zeiten. Berlin und seine Straßenbahnen zwischen 1920 und 1945. In: Verkehrsgeschichtliche Blätter. Heft 4, 2005, S. 94–110.</ref> Bereits um das Jahr 1900 gab es Planungen für eine Verlängerung der Straßenbahn Berlin–Hohenschönhausen über die Wallstraße zum Spittelmarkt, was damals jedoch aufgrund der geringen Straßenbreiten abgelehnt wurde.<ref>Autorenkollektiv: Straßenbahn Archiv 5. Berlin und Umgebung. transpress, Berlin 1987, ISBN 3-344-00172-8, S. 112–115.</ref>

Im Zweiten Weltkrieg wurden insbesondere im östlichen Abschnitt zahlreiche Gebäude zerstört. 1966 bis 1967 wurde zwischen Wallstraße und Neuer Jakobstraße, auf dem ehemaligen Gelände der Loge zu den drei Weltkugeln, ein Schulkomplex bestehend aus zwei Schulen und zwei Turnhallen nach Entwürfen des Planungskollektivs J. Seifert errichtet.<ref>Architekturführer der DDR - Berlin, Hauptstadt der DDR, Berlin 1976, S. 91.</ref>

Die durch die Wallstraße führende Straßenbahnstrecke mit ihrer Fortsetzung zum Leipziger Platz wurde am 24. August 1970 stillgelegt.<ref>Sigurd Hilkenbach, Wolfgang Kramer: Die Straßenbahn der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG-Ost/BVB) 1949–1991. transpress, Stuttgart 1999, ISBN 3-613-71063-3, S. 18–19.</ref> Die Gleise waren bis 1998 im Straßenpflaster vorhanden.

Zwischen 1990 und 2020 wurden nahezu alle durch Kriegszerstörungen entstandenen Lücken meist mit Wohnhäusern bebaut. Auf dem Schulstandort, Wallstraße 32, mit den mittlerweile drei Schulgebäuden wurde eine neue Turnhalle und eine Aula errichtet. Der südliche Schulbau beherbergt seit 2009 das Theaterhaus Berlin Mitte.<ref>Theaterhaus Berlin Mitte: Produktionszentrum für Freies Theater. Kulturinitiative Förderband gGmbH, abgerufen am 12. Oktober 2019.</ref>

Besondere Bauten und Denkwürdigkeiten

Datei:Berlin, Mitte, Wallstraße, Hermann-Schlimme-Haus.jpg
Baudenkmal Bürohaus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Wallstraße 61–65

Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Mitte/Neu-Kölln – Denkmalbereiche (Ensemble)

Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Mitte/Neu-Kölln – Denkmalbereiche (Gesamtanlagen)

Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Mitte/Neu-Kölln – Baudenkmale

  • Nr. 42: Zwischen 1865 und 1868 entstand an der Ecke Inselstraße der Neubau für das Köllnische Gymnasium nach Plänen von Adolf Gerstenberg.

Literatur

  • Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR. Hauptstadt Berlin, I. Henschelverlag, Berlin 1984, S. 250 ff.

Weblinks

Commons: Wallstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 30′ 41″ N, 13° 24′ 26″ O

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