Wald-Wild-Schongebiet
Wald-Wild-Schongebiete sind vom Deutschen Alpenverein (DAV) ausgewiesene Gebiete, die im Rahmen von lokalen Arbeitsgruppentreffen unter Einbeziehung aller relevanten Interessensgruppen ausgehandelt werden. Die Flächen nicht zu betreten oder zu befahren wird als Empfehlung für alle Nutzergruppen ausgegeben. Die zuvor nur bei Schneelage bestehende Regel ist nun für den ganzen Zeitraum vom 15.12. bis 30.04. gültig, um auch die Balz- und Brutzeit zu schützen. Die Flächen werden mit den Kampagnen "Natürlich auf Tour"<ref name=":B">Kampagne: Natürlich auf Tour. In: Deutscher Alpenverein. Abgerufen am 6. August 2025.</ref> und "Dein Freiraum. Mein Lebensraum"<ref name=":C">Kampagne: Dein Freiraum. Mein Lebensraum. In: Landratsamt Oberallgäu. Abgerufen am 6. August 2025.</ref> kommuniziert und sind sowohl in digitalen topografischen Karten als auch in gedruckten Alpenvereinskarten ersichtlich (Signatur Orange mit dick gestrichelter Umrandungslinie). Im Gelände sind gelbe Schilder mit der Aufschrift "Stopp, Wald-Wild-Schongebiet" sowie grüne Runde Wegweiser aufgestellt, um Wintersportler hinzuweisen, wie sie möglichst naturverträglich unterwegs sein können.<ref>Wald-Wild-Schongebiete. In: Deutscher Alpenverein. 7. Juli 2025, abgerufen am 14. Juli 2025.</ref><ref>Was ist ein Wald-Wild-Schongebiet? In: Sektion München des Deutschen Alpenvereins. Abgerufen am 14. Juli 2025.</ref>
Die Flächen fungieren in Kombination mit den empfohlenen Ski- und Schneeschuhrouten<ref>"Natürlich auf Tour": Winterrouten in den Bayerischen Alpen. In: Deutscher Alpenverein. Abgerufen am 14. Juli 2025.</ref> als Instrument der Besucherlenkung. Dabei setzt sich der Deutsche Alpenverein dafür ein, dass die beiden Kernausrichtungen Bergsport und Naturschutz möglichst gleichermaßen berücksichtigt werden. Maßgeblich für die Ausweisung eines Wald-Wild-Schongebietes ist das Vorhandensein einer relevanten Störung, bei denen mindestens eines der Schutzgüter signifikant beeinträchtigt wird. Hierzu zählen störungsempfindliche Wildtierarten wie Raufußhühner, Rotwild zur Vermeidung von Verbissschäden, oder Jungwald zum Objektschutz von Infrastruktur. Die Konzepte werden bei regelmäßig stattfindenden Arbeitsgruppentreffen (Intervall 4 Jahre oder kürzer) evaluiert und aktuellen Anforderungen angepasst.<ref>Wald-Wild-Schongebiete. In: Deutscher Alpenverein. 7. Juli 2025, abgerufen am 14. Juli 2025.</ref>
Die Flächen wurden erstmals im Rahmen des Projektes "Skibergsteigen umweltfreundlich"<ref name=":A">Rahmenprojekt: Skibergsteigen umweltfreundlich. In: Alpenverein München & Oberland. Abgerufen am 6. August 2025.</ref> eingeführt. Das Projekt wurde 1994 ins Leben gerufen und feierte 2024 sein 30-jähriges Bestehen<ref>DAV-Initiative mit weitreichender Wirkung. In: Deutscher Alpenverein. 12. November 2024, abgerufen am 14. Juli 2025.</ref>.
Einzelnachweise
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