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Vorarlberger Rheintalbinnenkanal

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Vorarlberger Rheintalbinnenkanal
Datei:Vorarlberger Rheintalbinnenkanal 01.JPG
Der Rheintalbinnenkanal bei Lustenau

Der Rheintalbinnenkanal bei Lustenau

Daten
Gewässerkennzahl AT: 811502
Lage OsterreichDatei:Flag of Austria.svg Österreich
Flusssystem Rhein
Abfluss über Dornbirner Ach → Bodensee → Rhein → Nordsee
Mündung bei Lustenau in die Dornbirner AchKoordinaten: 47° 27′ 4″ N, 9° 41′ 36″ O
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Mündungshöhe 398 m ü. A.<ref name="Höhe" />

Länge 19,7 km<ref name="VOGIS Gewaesser">https://atlas.vorarlberg.at/portal/map/Wasser/Gew%C3%A4sser </ref>
Gemeinden Koblach, Mäder, Altach, Hohenems, Lustenau
Datei:Zusammenfluß-DbAche-Binnenkanal7.jpg
Zusammenfluss Dornbirner Ache (links) mit dem Rheintal-Binnenkanal (rechts) bei Flusskm 5,91 (Dornbirner Ache).

Der Vorarlberger Rheintalbinnenkanal oder auch nur Rheintalbinnenkanal, im Oberlauf Aukanal und Koblacher Kanal<ref>Gewässerkarte im Vorarlberg Atlas. Land Vorarlberg, abgerufen am 21. Mai 2024.</ref>, ist ein parallel zum Rhein im Alpenrheintal fließender Fluss, der maßgeblich zur Entwässerung des Unteren Rheintals auf östlicher, Vorarlberger Seite. Er mündet nach 19,7 Kilometern in der Dornbirner Ach. Auf der westlichen, Schweizer Seite des Rheins existiert ebenfalls ein Binnenkanal zur Entwässerung des Rheintals, der als Rheintaler Binnenkanal bezeichnet wird.

Der künstlich angelegte Entwässerungskanal dient der Entwässerung des Gebiets zwischen den Einzugsbereichen von Frutz und Dornbirner Ach. Dem Rhein fließen dadurch zwischen dem Zufluss des Ehbachs bei Koblach/Meiningen und seiner Mündung in den Bodensee bei Hard auf Vorarlberger Seite keine weiteren Flüsse zu. Der Rheintalbinnenkanal entlastet damit nicht nur den Rhein, sondern verhindert auch, dass sich bei Rheinhochwasser in den Zuflüssen ein Rückstau bildet, der zu einer Überschwemmung der umliegenden Gebiete führen würde.

Geschichte

Die Idee eines derartigen Binnenkanals tauchte zum ersten Mal 1840 in einem Entwässerungsplan für das untere Vorarlberger Rheintal von Kreisingenieur Martin Kink auf. Das erste Teilstück durch Koblach, Mäder, Altach und Hohenems wurde bereits 1845 gebaut. Der Plan für den weiteren Verlauf bis zum Bodensee wurde mehrfach geändert, so erhob die Gemeinde Lustenau 1874 in Wien Einspruch gegen die Ableitung des Kanals mitten durch Lustenauer Gebiet und erreichte eine Verschiebung der Trasse nach Osten an die Grenze zu Dornbirn. Am 27. April 1910 wurde das zweite Teilstück feierlich eröffnet, das bereits am 15. Juni desselben Jahres bei einem Hochwasser die erste Bewährungsprobe bestand.<ref>Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band. Lustenau 1965, S. 326–341.</ref>

Geographie

Verlauf

Der Rheintalbinnenkanal entspringt in der Gemeinde Koblach noch mit der Bezeichnung Aukanal nördlich der Frutz. Bei Kilometer 17,2 mündet der Güllbach rechtsseitig. Ab hier wird der Kanal als Koblacher Kanal bezeichnet und verläuft parallel zum Alpenrhein und Alten Rhein. Der Emmebach mündet orographisch rechts bei Kilometer 11,0 in den Kanal. Beim Zusammenfluss mit dem Gießenbach bei Kilometer 9,6 auf Hohenemser Gemeindegebiet, ändert sich die Bezeichnung zu Rheintalbinnenkanal. Von hier verläuft der Kanal zunächst weiter parallel zum Alten Rhein mit dem Emsbach als letztem größerem Zufluss und fließt anschließend in nördlicher Richtung östlich der Gemeinde Lustenau bis zur Mündung in die Dornbirner Ach.

Zuflüsse

In der folgenden Tabelle sind alle Zuflüsse flussabwärts gelistet, die im Geoportal des Landes Vorarlberg namentlich erwähnt sind.

Flusskilometer Seite Name GKZ Länge

in km

19,2 links Frutzgraben 81150227 1,5
17,8 rechts Mühlbach 81150225 2,2
17,5 links Rüttebächle 81150224 0,5
17,2 rechts Güllbach 81150223 1,8
14,7 rechts Gässelegraben 81150222 0,9
12,3 rechts Äuelegrabe 81150220 2,1
11,5 rechts Brühlgraben 81150219 2,9
11,0 rechts Emmebach 81150218 11,5
9,6 rechts Gießenbach 81150217 3,9
8,7 rechts Emsbach 81150216 2,7
8,6 rechts Sohlgraben 81150215 1,3
8,0 rechts Ermenbach 81150214 3,4
7,6 rechts Obersetzegraben 81150213 1,7
7,2 rechts Mittelsetzegraben 81150212 0,9
6,9 rechts Gstaldengraben 81150211 1,2
6,8 rechts Landgraben

(Hohenems)

81150210 3,1
6,8 links ehem. Koblacher Kanal 81150209 1,8
2,1 rechts Landgraben 81150205 4,4
1,3 rechts Büchelgraben 81150204 1,7
1,1 rechts Birkengraben 81150203 0,9
0,5 rechts Zwischengraben 81150202 0,7
0,1 rechts Elsäßergraben 81150201 4,3

Siehe auch

Weblinks

Commons: Vorarlberger Rheintalbinnenkanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Höhe">Alle Höhenangaben beziehen sich auf Messdaten aus dem VoGIS-Atlas. Abweichungen im Bereich von ±5 m sind möglich.</ref> </references>