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vom Stamme Nimm

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Die Redewendung „vom Stamme Nimm“ bezeichnet einen Schnorrer oder Habgierigen.<ref>Kurt Böttcher: Geflügelte Worte. 1. Auflage, Leipzig 1982, Nr. 605. Zitiert nach Rudolf Schützeichel: Geflügelte Worte. Rezension. In: Beiträge zur Namenforschung. Band 19, 1984, S. 243.</ref> Der Ausdruck gilt als umgangssprachlich und abwertend,<ref>Duden Sinn- und sachverwandte Wörter und Wendungen. Mannheim 1972, S. 313.</ref> aber auch als scherzhaft.<ref>Duden Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. 2. Aufl. Mannheim 2002, S. 722. – Duden Zitate und Aussprüche. Mannheim 1993, S. 460.</ref> Er wird meist von Älteren benutzt.<ref>Christine Palm: Phraseologie. Eine Einführung. Tübingen 1995, S. 21.</ref>

Grammatik, Phraseologie, Varianten

Die Wendung ist eine Präpositionalphrase<ref>Duden Bd. 4, Grammatik, Mannheim 2006, S. 839</ref>, Nimm ein substantivierter Imperativ. Phraseologisch gehört „vom Stamme Nimm sein“ zu einer Gruppe archaischer Phraseme wie „für jemanden eine Lanze brechen“ oder „Maulaffen feilhalten“, deren sich die ältere Generation „in nicht ironischer Stilabsicht“ bedient.<ref>Christine Palm: Phraseologie. Eine Einführung. Tübingen 1995, S. 21 f.</ref> Verbreitet ist die Variante vom Stamm Nimm,<ref>etwa in Julius Wolffs Tannhäuser. Ein Minnesang. Berlin 1888, S. 32</ref> belegt ist vom Stamme Nimmsi.<ref>Jeremias Gotthelf: Sämtliche Werke. Band 23, Erlenbach-Zürich 1931, S. 132. Zur Bedeutung „Jude“ siehe den entsprechenden Abschnitt.</ref>

Herkunft

Einzelveröffentlichungen über das Aufkommen der Wendung sind nicht nachweisbar. Angaben in Nachschlagewerken sind ungenau. Allgemein wird die Redensart auf eine Stelle im 4. Buch Mose zurückgeführt, wobei die Söhne der zwölf Stämme Israels genannt sind, die von Mose zur Erkundung des Landes Kanaan ausgewählt wurden. Darunter befand sich auch Palti „vom Stamme Benjamin“ (Vorlage:Bibel/Link). Der Stamm ist auch an anderen Stellen im Alten<ref>Fundstellen bei bibleserver.com, aufgerufen am 3. Februar 2012</ref> und im Neuen Testament genannt. Apostel Paulus schreibt: „Ich selbst bin ja ein Israelit, ein Nachkomme Abrahams aus dem Stamm Benjamin.“<ref>Vorlage:Bibel/Link; so auch Vorlage:Bibel/Link</ref>

Die Textstelle „für den Stamm Benjamin“ in Vorlage:Bibel/Link wird als Vorlage für die Redewendung angesehen.<ref>Kurt Böttcher: Geflügelte Worte. 2. Auflage, Leipzig 1982, Nr. 605, S. 103. – Ernst Lautenbach: Lexikon Bibel Zitate. Auslese für das 20. Jahrhundert. München 2006, S. 1044</ref> Ein metonymischer Prozess<ref>Rudolf Schützeichel: Geflügelte Worte. Rezension. In: Beiträge zur Namenforschung. Band 19, 1984, S. 243</ref> mit „absichtlich falsche[r] Lesart“ ergab den „Witz des Zitats“.<ref>Kurt Böttcher: Geflügelte Worte. 2. Auflage, Leipzig 1982, Nr. 605, S. 103</ref> Das Lexikon der Redensarten sieht „vielleicht eine Verstümmelung des Namens Benjamin“.<ref>Klaus Müller: Lexikon der Redensarten. München 2005, S. 436 s.v. nehmen</ref> Georg Büchmanns Sammlung Geflügelte Worte führt das Zitat als „vielleicht scherzhafte“,<ref>Georg Büchmann: Geflügelte Worte. Der Zitatenschatz des deutschen Volkes. Berlin 1961, S. 16</ref> „wohl scherzhafte“<ref>Georg Büchmann: Geflügelte Worte. Der Zitatenschatz des deutschen Volkes. Berlin 1972, S. 18</ref> Erweiterung an. Die Duden-Redaktion sieht „möglicherweise eine Verballhornung“.<ref>Duden Zitate und Aussprüche. Mannheim 1993, S. 460. So auch in Duden. Das große Buch der Zitate und Redewendunen. 2. Auflage, Mannheim 2007, S. 787 s.v. vom Stamme Nimm sein</ref> Auch die „scherzhafte Hinzufügung“ eines weiteren Stammes zu den aus der Bibel bekannten wurde vermutet.<ref name="Küppers">Heinz Küppers: Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache. Band 7, Stuttgart 1984, S. 2706 s.v. Stamm</ref>

Verbreitung

Nach Angaben des Germanisten Keith Spalding erfolgte die erste Buchung in einem Nachschlagewerk 1873 in Karl Friedrich Wilhelm Wanders Sprichwörter-Lexikon.<ref>Keith Spalding: An Historical Dictionary of German Figurative Usage. Band 4, Oxford 1984, S. 1776 s.v. nehmen. – Karl Friedrich Wilhelm Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Band 3, Leipzig 1873, S. 1034 s.v. Nimm</ref> Wander belegte den Ausdruck allerdings selbst wiederum mit Zitaten aus Sammlungen ostpreußischer und Oberlausitzer Redensarten, die in den 1860er Jahren erschienen waren.<ref>Hermann Frischbier: Preussische Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten. 2. Auflage, Berlin 1865, sowie Gustav Adolf Klix: Oberlausitzer Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten in den Bautzener Nachrichten, Ausgabe 84, 1869</ref> Auch eine Verbreitung in Thüringen wird angegeben.<ref>Lessings Werke. Herausgegeben von Robert Boxberger, Band 2, Berlin, Stuttgart 1883, S. 337 (= Deutsche National-Litteratur, Band 59)</ref> Fachlexika nennen keinen Erstbeleg. Für den Sprachwissenschaftler Heinz Küpper existierte die Wendung „spätestens seit 1830“.<ref name="Küppers" />

Einen frühen Nachweis bietet die anonyme und undatierte, dem Westerwälder Pfarrer Karl Christian Ludwig Schmidt zugeschriebene Ausgabe des Reineke Fuchs, die 1805 erschienen sein soll.<ref>[Karl Christian Ludwig Schmidt zugeschrieben:] Reineke der Fuchs, verbessert durch Johannes Ballhorn, den Jüngeren. Trowitzsch, Frankfurt/Oder und Berlin, o. D. [datiert: 1805]. Die Zuschreibungen sind dem Online-Bibliothekskatalog der Staatsbibliothek München entnommen.</ref> Das Werk, teilweise gereimt, attribuiert den Ausdruck einem mutmaßlich gierigen Wolf: (…) „allein der Mosje Isegrim gehört mit Recht zum Stamme Nimm.“<ref>[Karl Christian Ludwig Schmidt zugeschrieben:] Reineke der Fuchs, verbessert durch Johannes Ballhorn, den Jüngeren. Trowitzsch, Frankfurt/Oder und Berlin, o. D. [datiert: 1805], S. 56</ref> Die dort verwendeten Bezeichnungen Mosje und Musje<ref>[Karl Christian Ludwig Schmidt zugeschrieben:] Reineke der Fuchs, verbessert durch Johannes Ballhorn, den Jüngeren. Trowitzsch, Frankfurt/Oder und Berlin, o. D. [datiert: 1805], S. 23</ref> sind Eindeutschungen der Anrede Monsieur.<ref>vgl. Hans H. Hiebel: Lenz und Schiller. Die erlebnissymptomatische Dramensprache. In: Jeffrey L. High u. a. (Hrsg.): Who is this Schiller now? Essays on his reception and significance. S. 25–36, hier S. 32</ref> 1814 sind Wort und Gegenwort bereits beim Schweizer Dichter Johann Rudolf Wyss etabliert: „Ist die Witwe zähe? Vom Stamme Gib oder vom Stamme Nimm?“<ref name="Wyss">Johann Rudolf Wyss: Das Bild von Albrecht Dürer. In: Auswahl kleiner Romane und Gedichte für Freunde einer aufheiternden Lektüre. Band 9, Aarau 1814, S. 389. – Anonym derselbe auch in: Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt. Wien, 6. Jahrgang, Ausgabe 85 vom 28. Mai 1814, S. 337</ref>

Die auf Habgier anspielende französische Titulierung „Seigneur de Pret-au-val, de la Branche de Prensd'or“, 1767 in Gotthold Ephraim Lessings Lustspiel Minna von Barnhelm erschienen<ref>buchstäblich nach dem Erstdruck: Gotthold Ephraim Lessing: Minna von Barnhelm, oder das Soldatenglück. Berlin 1767, S. 120. Zur langen Debatte um die Lesung „val“ oder „vol“ siehe auch Ulrike Zeuch: Lessings Grenzen. Wiesbaden 2005, S. 60f.</ref>, wird als „Erbherr auf Borgental, vom Stamme Nimm“,<ref>Gotthold Ephraim Lessing: Minna von Barnhelm. Herausgegeben von Philip Schuyler Allen, New York 1907, S. 214 (= Merrill's German Texts)</ref> „Herr von Schuldenthal, vom Stamme Nimm“<ref>Lessings Werke. Herausgegeben von Robert Boxberger. Band 2, Berlin, Stuttgart 1883, S. 337 (= Deutsche National-Litteratur, Band 59)</ref> oder „[Herr] von Schuldental, vom Stamme der Goldnehmer (etwa: vom Stamme Nimm)“ angegeben.<ref>Gotthold Ephraim Lessing: Minna von Barnhelm. Herausgegeben von Wolfgang Kröger. Frankfurt am Main 1985, S. 21</ref> Die Übertragungen und Erläuterungen entstammen dem späteren 19. und dem 20. Jahrhundert.

Bedeutung und Verwendung

Habgieriger

Von den frühen Belegen bis in die Gegenwart verbreitet bedeutet die Verbform vom Stamme Nimm sein „lieber nehmen als geben“,<ref name="Küppers" /> „stets auf den eigenen Vorteil, auf Gewinn bedacht sein“,<ref>Duden. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache. 3. Auflage, Band 8, Mannheim 1999, S. 3695 s.v. Stamm</ref> „sehr habgierig sein und nur nehmen, nie geben“.<ref>Lutz Röhrich: Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Band 2, Freiburg 1992, S. 1087 s.v. nehmen</ref> Mehrere Bedeutungsvarianten sind belegt. Mit „Er ist vom Stamme Nimm“ bezeichnete „der echte Berliner“ einen Halsabschneider; als Adjektiv „nimm“ ist es in Berlin für einen eigen-, gewinn- oder habsüchtigen Menschen belegt.<ref>Heinrich Karl Wilhelm Berghaus: Der Sprachschatz der Sassen. Ein Wörterbuch der Plattdeütschen [sic] Sprache in den hauptsächlichsten ihrer Mundarten. Band 2, Berlin 1883, S. 782 s.v. Nimm</ref> Als unverschämter Mensch stellt ihn das niederdeutsche Sprichwort „Hei ös vom Stamm Nömm, sin Vader het Drist“, hochdeutsch „Er ist vom Stamm Nimm, sein Vater heißt Dreist“, dar.<ref>Hermann Frischbier: Preußisches Wörterbuch. Ost- und westpreußische Provinzialismen in alphabetischer Folge. Band 2, Berlin 1883, s.v. Nimm</ref> „Diebisch sein“ ist ab den 1930er Jahren belegt.<ref name="Küppers" />

Komisch wirkten die Gleichsetzung „von Habsburg“ mit vom Stamme Nimm<ref>Alfred von Salten, Robert Douffet: Deutsche Wortforschung und Wortkunde. Leipzig 1907, S. 65</ref> oder die Titulierung „Fürst Max vom Stamme Nimm, aus dem Hause Haltfest“ des Novellisten Edmund Hoefer.<ref>Edmund Hoefer: Ein Findling. Band 4, Schwerin 1868, S. 213</ref>

Jude

Der satirische Schriftsteller Theodor Heinrich Friedrich spielte 1815 bereits auf einen Zusammenhang von Jude und Geld an. Die Seele eines kindlichen Protagonisten, Sohn eines Juden, „war dem Mammon zugewendet“, und „die Ältesten in Israel priesen, und weissagten, er werde einst an Verstand und Reichthum hervorragen unter allen so vom Stamme Nimm.“<ref>Theodor Heinrich Friedrich: Zweyter satyrischer Felzug mit humoristischen Abschweifungen. Berlin 1815, S. 105</ref> In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Redensart vor allem in der antisemitischen Publizistik als Umschreibung für Juden verbreitet. So schrieben die Deutsch-Sozialen Blätter, das Organ der Deutschsozialen Partei, über „hungrige Mäuler, vor allem vom Stamme Nimm“.<ref>o. Vf.: Ungarn am Ende des Jubeljahres. In: Deutsch-Soziale Blätter. 24. Dezember 1896, S. 419</ref> Ein in Dresden 1892 verbreiteter Politischer Bilderbogen über die „Börsen-Kirmeß“<ref>G. Oe.: Politischer Bilderbogen Nr 5. Börsen-Kirmeß. Dresden 1892</ref> zeigte in der Mitte einen Giftbaum, „umschlungen von der gekrönten Schlange vom Stamme Nimm“, wie sie die Leipziger Zeitung beschrieb.<ref>Leipziger Zeitung, Jg. 1892 S. 480</ref> Über die Geschichte von Reval schrieb Stadtarchivar Gotthard von Hansen: „Das Volk vom Stamme Nimm hatte sich damals noch nicht in reichlicher Fülle eingefunden.“<ref>G. Springfeld (= Gotthard von Hansen): Meine Vaterstadt Reval vor 50 Jahren. Dorpat 1877, S. 14</ref> Der Schweizer Schriftsteller Jeremias Gotthelf spielte in einer Kalendergeschichte aus den 1840er Jahren auf das Klischee von der Maßlosigkeit reicher Juden an und benutzte dabei eine Wortvariante: „Ferner aß der große Rothschild mit seinen hungrigen Kindern bei einem armen Bauern eine Milch, und die Judenkinder aßen nicht wenig, denn sie waren auch vom Stamme Nimmsi.“<ref>zitiert nach Jeremias Gotthelf: Sämtliche Werke. Band 23, Erlenbach-Zürich 1931, S. 132</ref>

Geistlicher

In Ostpreußen wurden Geistliche als vom Stamme Nimm bezeichnet,<ref>Hermann Frischbier: Preussische Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten. 2. Auflage, Berlin 1865, S. 196, Nr. 2790 – Moritz Busch: Deutscher Volkshumor, Leipzig 1877, S. 139</ref> Wander zufolge „häufig“.<ref>Karl Friedrich Wilhelm Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Band 3, Leipzig 1873, S. 1034 s.v. Nimm</ref> Die Pfarrer, obwohl Staatsbedienstete, wurden im 18. und 19. Jahrhundert in Preußen aus den Kirchenkassen der Gemeinden finanziert. Die erforderlichen Barauszahlungen und die Erhebung von Stolgebühren, die zum Einkommen beitragen mussten, konnten zu Konflikten führen.<ref>Anonym: Ueber die Fixirung des Einkommens der Geistlichen. In: Preussische Provinzial-Blätter. Band 5, Königsberg 1831, S. 234–267, hier S. 238 ff.</ref>

Antonymie

Ausgehend vom Zitat „Geben ist seliger als Nehmen“ in der Apostelgeschichte<ref>Vorlage:Bibel/Link</ref> wird der Gegensatz von Geben und Nehmen in vielen Redensarten thematisiert: „Er hält das Nehmen für seliger, als das Geben“,<ref>S. Hetzel: Wie der Deutsche spricht. Phraseologie der volkstümlichen Sprache. Leipzig 1896, S. 225</ref> „Er ist nich von Gibingen, sonder von Nehmingen, oder Baslerisch Er isch fo Nämige, nit fo Gäbige“,<ref>Karl Albrecht: Die Leipziger Mundart. Grammatik und Wörterbuch der Leipziger Volkssprache. Leipzig 1881, S. 176</ref> „Gar viele sind aus Nehmersdorf (nehmen gern), aber nicht aus Gebersdorf.“<ref>Paul Drechsler: Volkstümliche Orts- und Zeitbezeichnung. In: Mitteilungen der Schlesischen Gesellschaft für Volkskunde. Band 2, 1897, S. 87</ref>

Zu „vom Stamme Nimm sein“ wird als Antonym „das letzte Hemd hergeben“ angeführt.<ref>Christine Palm: Phraseologie. Eine Einführung. Tübingen 1995, S. 53</ref> Das unmittelbare Gegenwort lautet „vom Stamme Gib“. Der Gebrauch ist von der frühen Nennung 1814 bei Wyss<ref name="Wyss" /> bis zur Gegenwart durchgängig. Der Publizist Hellmut von Gerlach schrieb 1924 in der Weltbühne über den Unternehmer Rudolph Hertzog: „[Wer] ihn kannte, wußte, daß er seiner ganzen Natur nach weit mehr zum Stamme Nimm als zum Stamme Gib gehörte.“<ref>Hellmut von Gerlach: Erinnerungen eines Junkers. Teil X: Hammerstein und die Konservativen. In: Weltbühne. 1924, S. 801–805, hier S. 802</ref> Der Romanautor Bernhard Schlink lässt 1994 einen Protagonisten erzählen: „Helmut ist vom Stamm Nimm. Und ich war jahrelang vom Stamm Gib.“<ref>Bernhard Schlink: Selb's Betrug. Zürich 1994, S. 274</ref>

Zeitgenössische Verwendung

Auch wenn der Gebrauch der Wendung insgesamt zurückgeht, hat sie sich in Texten zeitgenössischer, auch jüngerer Schriftsteller erhalten. Sie wird nicht immer negativ betrachtet.

  • Martin Walser, in Halbzeit (1960): „Da sag’ ich nicht nein, sagte er, legte das Glas an die kinnüberwölbende Unterlippe, leerte den Inhalt rasch in die Mundhöhle, atmete aus und sagte: Schließlich sind wir Angestellten auch vom Stamme Nimm!“<ref>Martin Walser: Halbzeit. Zitiert nach der Ausgabe Frankfurt am Main 1973, S. 531</ref>
  • Walter Kempowski, in Tadellöser & Wolff (1971): „[Sie] sei vom Stamme Nimm. Es könne sein, daß sie sogar noch was mitgehen lasse, das kriegen die fertig.“<ref>Walter Kempowski: Tadellöser & Wolff. Zitiert nach der Ausgabe München 1999, S. 105.</ref>
  • Max Goldt, in Die Radiotrinkerin (1991): „Woher solche Leute nur das Geld nehmen für Bad Blut!“ „Die sind vom Stamme Nimm.“<ref>Max Goldt: Die Radiotrinkerin. Zitiert nach der Ausgabe München 1993, S. 92</ref>
  • Günter Grass, in Ein weites Feld (1995): „Immer wird es die Treibels und deren Verwandtschaft vom Stamme Nimm geben.“<ref>Günter Grass: Ein weites Feld. Göttingen 1995, S. 529</ref>
  • Wolf Biermann, in Über Deutschland. Unter Deutschen (2002): „Starke Dichter sind eben, wie Shakespeare, wie Goethe, wie Thomas Mann, wie Brecht, im allerbesten Sinne immer auch stark vom Stamme NIMM!“<ref>Wolf Biermann: Über Deutschland. Unter Deutschen. Köln 2002, S. 154</ref>
  • Heinz Strunk, in Der Goldene Handschuh (2016): „So haben wir nicht gewettet, kleiner Finger, ganze Hand, vom Stamme Nimm.“<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>

Einzelnachweise

<references />