Vollständigkeitsannahme
In der Mikroökonomie ist die Vollständigkeitsannahme die Annahme über die Präferenzen der Wirtschaftssubjekte, dass diese grundsätzlich in der Lage sind, dass alle beliebigen Güterbündel miteinander verglichen werden können.
Formal: Seien <math>(\mathbf{x}_{a}, \mathbf{x}_{b}) </math> und <math>(\mathbf{y}_{a}, \mathbf{y}_{b})</math> jeweils zwei beliebige Güterbündel:
Für jedes beliebige <math>x</math>-Bündel und jedes beliebige <math>y</math>-Bündel gilt entweder <math>(\mathbf{x}_{a}, \mathbf{x}_{b}) \succ (\mathbf{y}_{a}, \mathbf{y}_{b})</math>, <math>(\mathbf{x}_{a}, \mathbf{x}_{b}) \prec (\mathbf{y}_{a}, \mathbf{y}_{b})</math> oder <math>(\mathbf{x}_{a}, \mathbf{x}_{b}) \sim (\mathbf{y}_{a}, \mathbf{y}_{b})</math>, d. h., das Wirtschaftssubjekte kann für jedes beliebige Güterbündelpaar angeben, ob die Alternative besser (<math>\succ</math>), schlechter (<math>\prec</math>) oder gleich gut ist (<math>\sim</math>). Die Annahme sichert, dass durch jeden Punkt im Güterdiagramm eine Indifferenzkurve verläuft.<ref>Hal Varian: Grundzüge der Mikroökonomik. 9., aktualisierte und erweiterte Auflage. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2016, ISBN 978-3-11-044093-5, S. 37.</ref>
Beispiel
Ein Güterbündel kann verschiedene Mengen an Nahrung und Bekleidung enthalten. Güterbündel <math>(\mathbf{x}_{a}, \mathbf{x}_{b}) </math> umfasst beispielsweise 20 Einheiten Nahrung und 30 Einheiten Bekleidung, während Güterbündel <math>(\mathbf{y}_{a}, \mathbf{y}_{b})</math> 30 Einheiten Nahrung und 20 Einheiten Bekleidung umfasst. Ein Wirtschaftssubjekt (beispielsweise Haushalt A) kann Güterbündel <math>(\mathbf{x}_{a}, \mathbf{x}_{b}) </math> dem Güterbündel <math>(\mathbf{y}_{a}, \mathbf{y}_{b})</math> bevorzugen, da dieses Güterbündel seinen Nutzen maximiert und durch die Vollständigkeitsannahme beide Güterbündel miteinander verglichen und seiner Präferenz nach sortiert werden können.<ref>Robert S. Pindyck, Daniel L. Rubinfeld: Mikroökonomie. 8., aktualisierte und erweiterte Auflage. Pearson, München 2015, ISBN 978-3-86894-273-6, S. 108 f.</ref>
Siehe auch
Einzelnachweise
<references />