Vincent-Lübeck-Gymnasium
| Vincent-Lübeck-Gymnasium | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Haupteingang des Vincent-Lübeck-Gymnasiums 2018 | ||||||
| Schulform | Gymnasium | |||||
| Gründung | 1863 | |||||
| Adresse | Glückstädter Str. 4 | |||||
| Ort | Stade | |||||
| Land | Niedersachsen | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Koordinaten | 53° 36′ 21″ N, 9° 28′ 7″ O
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| Schüler | etwa 1.200 | |||||
| Lehrkräfte | etwa 100 | |||||
| Leitung | Rouven Wauschkies | |||||
| Website | www.vlg-stade.de | |||||
Das Vincent-Lübeck-Gymnasium ist ein Gymnasium in der Hansestadt Stade.
Geschichte
Das heutige Vincent-Lübeck-Gymnasium wurde 1863 als „Städtische Töchterschule“ im Haus „An der Cosmae-Kirche 26“ in Stade gegründet. 1904 wurde aus der „Städtischen Töchterschule“ die „Höhere Mädchenschule Stade“, die wiederum 1912 zum Lyzeum wurde.
Aufgrund der Raumnot zog das Lyzeum 1929 vom Cosmae-Kirchhof in die Bahnhofstraße um, das Gebäude trägt heute den Namen Carl-Diercke-Haus und beherbergt mehrere Studien- und Ausbildungsseminare.
Ab 1930 war die Schule ein Oberlyzeum, das heißt eine „höhere Lehranstalt für die weibliche Jugend“, erst seit diesem Jahr ist der Schulabschluss das Abitur. 1957 benannte sich die Schule nach dem Organisten und Komponisten Vincent Lübeck in „Vincent-Lübeck-Schule“ um. Siebzehn Jahre später, 1974, zog die Schule von der Bahnhofstraße in ihr heutiges Gebäude in der Glückstädter Straße 4 um. Nötig war das, weil durch eine Umwidmung vom Mädchengymnasium zum koedukativen Gymnasium für Jungen und Mädchen auch der Raumbedarf gestiegen war. Ihren heutigen Namen erhielt die Schule im Jahr 1994, seitdem heißt sie „Vincent-Lübeck-Gymnasium“.
Das Vincent-Lübeck-Gymnasium heute
Nach der niedersächsischen Schulstrukturreform und der damit verbundenen Abschaffung der Orientierungsstufe wurden Schüler der Klassenstufen 5 bis 13 unterrichtet, die Schülerzahl stieg im Schuljahr 2010/11 auf eine Höchstzahl von rund 1.500. Mit dem Wegfall des 13. Jahrgangs durch die Oberstufenreform im Sommer 2011 verminderte sich die Schülerzahl auf ca. 1.330. Aus Platzmangel musste von 2004 bis 2011 eine Außenstelle im Stader Stadtteil Hahle eingerichtet werden, die mit der Einweihung des Anbaus im Juli 2011 nach sieben Jahren geschlossen wurde.
Die Bigband der Schule ist aufgrund ihrer professionellen Interpretationen von Jazz, Swing oder Soul häufig außerhalb der Schule im Einsatz. Regelmäßige Konzerte bei der amerikanischen Partnerschule in Denver gehören ebenso dazu wie die musikalische Begleitung des Sommerfestes der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin.
Begabtenförderung
Das Vincent-Lübeck-Gymnasium ist Teil des Stader Hochbegabten-Förderverbundes, ein Zusammenschluss mehrerer Schulen der Region, der sich das Ziel setzt, besonders begabte Schüler besser zu fördern. Der Kooperationsverbund wurde im Jahr 2004 vom Niedersächsischen Kultusministerium eingerichtet und unter anderem mit zusätzlichen Unterrichtsstunden unterstützt. Dem Verbund gehören noch fünf weitere Schulen im Landkreis Stade an: die Grundschulen Horneburg, Fredenbeck, Bockhorster Weg und Am Burggraben sowie das Gymnasium Athenaeum.
Ökologischer Untersuchungsgarten
Schräg gegenüber dem Hauptgebäude besitzt die Schule einen etwa drei Hektar großen ökologischen Untersuchungsgarten. Im Zentrum steht die gut ausgestattete Station mit naturwissenschaftlichem Labor. Gleich daneben liegt der Weiher, drum herum gibt es eine Streuobstwiese mit alten Obstsorten, Gemüsebeete, einen Bruchwald, Wiesen mit Untersuchungsgräben, Bienenstöcke und ein Gewächshaus. All dies wurde 1987 für alle Schulen der Region angelegt und vom Landkreis Stade betrieben. Im Sommer 2011 wurde der Ökogarten den beiden angrenzenden Schulen, dem Vincent-Lübeck-Gymnasium und den Berufsbildenden Schulen III Stade, zur gemeinsamen Nutzung übertragen.
Schulschwerpunkte
Musikzweig
Mit dem Musikzweig wird den Schülern eine musikalische Schwerpunktsetzung angeboten, in welchem ein besonderes Unterrichtsangebot im Fach Musik und die Teilnahme an den zahlreichen musikalischen Arbeitsgemeinschaften kombiniert werden.
Bilingualer Unterricht
Schüler, die eine besondere Begabung im fremdsprachlichen Bereich haben, erhalten auf Wunsch den Geschichtsunterricht in englischer Sprache.
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
Seit dem Jahr 2010 ist das Vincent-Lübeck-Gymnasium Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Im Vorfeld hat der Schülerrat zahlreiche Veranstaltungen organisiert, um Rechtsextremismus, Antisemitismus und Diskriminierung jedweder Form zu thematisieren. Pate ist der Journalist und Autor Hasnain Kazim.
Förderverein
Das VLG erfreut sich der regelmäßigen Unterstützung durch den Förderverein des Vincent-Lübeck-Gymnasiums. Da die öffentlichen Mittel nicht ausreichen, bezuschusst er Sportgeräte, Musikinstrumente, technisches Gerät, die Schulbibliothek oder die Herausgabe des Jahrbuchs der Schule. Außerdem organisiert er das Ehemaligentreffen und das jährliche Fußball-Turnier.
Partnerschulen
- Japan: Shokei Gakuin Junior High School in Sendai
- Neuseeland: Massey High School und Macleans College in Auckland
- Schweden: Bergska skolan in Finspång
- Schweden: Vägganskolan in Karlshamn
- USA: Wheat Ridge High School in Wheat Ridge bei Denver
Personen
Schulleiter
- 1863–1867: Wilhelm E. Mumsen
- 1867–1872: August H. Kuhlgatz
- 1874–1883: Ernst Friedrich Wyneken (1840–1905), Direktor der Höheren Töchterschule, evangelischer Theologe, Pädagoge, Schriftsteller, Philosoph und Sozialpolitiker
- 1883–1888: Johann H. von Cappeln
- 1889–1896: Arthur Zechlin (1849–1939), Direktor der städtischen Höheren Mädchenschule sowie der städtischen Mädchen-Mittelschule, Heimathistoriker
- 1897–1899: Otto R. Burgatzki
- 1900–1917: Max R. Irrgang
- 1917–1947: Arnold Galle
- 1948–1965: Hildegard G. Reiter
- 1965–1968: Charlotte Chappuzeau
- 1968–1984: Brigitte von Lingelsheim-Seibicke
- 1984–1988: Barbara Klein-Franke
- 1990–2002: Klaus Piller (1939–2012), Lehrer und Schulleiter, Historiker<ref>Vergleiche diesen Datensatz unter der GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek</ref>
- 2002–2018: Jutta Neemann
- 2018–2022: Elfriede Schöning
- Rouven Wauschkies
Lehrer
- Hermine Hartleben (1846–1919), Lehrerin 1875–1876, Biografin des Hieroglyphen-Entzifferers Jean-François Champollion
- Gerhard Grimpe (1928–1985), Musiklehrer 1974–1985, Musikpädagoge, Chorleiter, Orchesterleiter und Komponist
Schüler
- Jutta Bossard-Krull (1903–1996), Bildhauerin
- Sabine Tegtmeyer-Dette (* 1961), Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen), Staatssekretärin im Niedersächsischen Finanzministerium, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin in Hannover
- Karsten Behr (* 1964), Politiker (CDU), Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag
- Nevfel Cumart (* 1964), Abitur 1984, Journalist, Schriftsteller und literarischer Übersetzer
- Dirk Reinhardt (* 1965), Mediziner, Direktor der Klinik für Kinderheilkunde III am Universitätsklinikum Essen
- Klaus-Jürgen Heitmann (* 1968), Vorstandsvorsitzender der HUK-Coburg Versicherungsgruppe
- Serkan Tören (* 1972), Abitur 1992, Politiker (FDP), Mitglied des Deutschen Bundestages
- Hasnain Kazim (* 1974), Journalist und Autor, Südostasienkorrespondent des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, Preisträger des CNN Journalist Award
- Linda Fröhlich-Todd (* 1979, geb. Fröhlich), Abitur 1998, Basketballspielerin der deutschen Nationalmannschaft
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Stade: Athenaeum | Vincent-Lübeck-Gymnasium | IGS Stade
Buxtehude: Gymnasium Buxtehude Süd | Halepaghen-Schule | IGS Buxtehude
Drochtersen: KGS Drochtersen
Harsefeld: Aue-Geest-Gymnasium