Villa Amalia (Wuppertal)
Die Villa Amalia (auch Villa Neuhaus und im Volksmund als Briller Schlösschen<ref>siehe aber: „Briller Schloss“!</ref> bezeichnet) ist eine Villa im Briller Viertel im Wuppertaler Stadtbezirk Elberfeld-West in Nordrhein-Westfalen. Das Gebäude ist als Baudenkmal zusammen mit der Remise der Villa seit 1986 in der Denkmalliste der Stadt Wuppertal eingetragen.
Beschreibung
Die zweigeschossige Villa liegt leicht versteckt in einem kleinen Park, der aus einem alten Bestand aus Buchen und Kastanien besteht. Ein Springbrunnen befindet sich im Außenbereich, der ebenfalls Teil des Baudenkmals ist. Das Gebäude wurde im Stil des Historismus mit Elementen der Neorenaissance erbaut und ist ein Vertreter des typischen Landhauses der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Werksteinfassade wird durch einen sechseckigen Turm bestimmt, dessen verschieferte Haube ursprünglich noch mit einer Laterne versehen war.
Das Grundstück misst rund 9000 Quadratmeter.<ref>Wuppertal: Landmarken kauft Villa Amalia. In: immobilien-zeitung.de. Abgerufen am 18. Juni 2015.</ref>
Geschichte
Die Villa Amalia wurde in den Jahren 1883 und 1884 an der Briller Straße für Albert Neuhaus nach Entwürfen der Berliner Architekten Walter Kyllmann und Adolf Heyden errichtet.<ref>Spitznamen: Briller Schlösschen – eine doppelte Doppelhaushälfte. Westdeutsche Zeitung (online), 25. Juni 2010.</ref> Der Name Amalie war der Vorname der zuvor verstorbenen Ehefrau von Neuhaus, welcher ihn für die Namensgebung der Villa in Amalia veränderte.<ref>Gerhard Esser: Die Familie Neuhaus. In: Bergischer Geschichtsverein Wuppertal e.V. (Hrsg.): Wolfgang Brönner, Gerhard Esser, Renetta Hezelt, Michael Metschies, Die Villa Amalia in Wuppertal-Elberfeld. Birker & Hederich, Wuppertal 1981, S. 57–71.</ref>
1924 verkaufte die Familie die Villa, die seitdem ein wechselvolles Schicksal erlitt. In den 1920er Jahren diente sie als Wohnheim für notleidende Freiberufler, in den 1930er Jahren dann als Alterssitz für Ordensschwestern des Diakoniewerks Bethesda. Von 1943 bis 1945 zog eine Dienststelle der "Organisation Todt", die dem Reichsministerium für Bewaffnung und Munition unterstellt war, in die Villa ein, bevor 1945 die Ordensschwestern das Gebäude wieder übernehmen konnten. Sie zogen 1974 aus, so dass das Gebäude vom Diakoniewerk zum Verkauf angeboten wurde.<ref>Renetta Hezelt, Michael Metschies: Zur Geschichte und Architektur der Villa. In: Bergischer Geschichtsverein Wuppertal e.V. (Hrsg.): Wolfgang Brönner, Gerhard Esser, Renetta Hezelt, Michael Metschies, Die Villa Amalia in Wuppertal-Elberfeld. Birker & Hederich, Wuppertal 1981, S. 33–38.</ref>
1976 war das Gebäude vom Abriss bedroht, wurde aber unter Denkmalschutz gestellt und durch private Initiative von Bernt Westarp gerettet. Die Villa Neuhaus wurde von 1980 bis 1991 als Pflegeeinrichtung genutzt und von Bernt Westarp geleitet.
Seit dem 1. August 1990 war sie im Besitz der Johannes Seniorendienste e. V.,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Entwicklung der Johannes Seniorendienste. ( vom 10. April 2012 im Internet Archive) jsd.de</ref> einem diakonischen Verband mit bundesweit rund 3.300 Plätzen in über 50 Einrichtungen. Der Verband betrieb in der Villa Amalia unter dem Namen „Johanneshaus Am Brill“ ein Altenheim und bot Platz und Betreuung für rund 90 Senioren. Im Juli 2012 wurde bekannt, dass die Johannes Seniorendienste insolvent sind und abgewickelt werden.<ref>Altenheime insolvent: 90 Senioren brauchen eine neue Bleibe. Westdeutsche Zeitung (online), 30. Juli 2012.</ref>
Nach drei Jahren des Leerstands erwarb im Juni 2015 eine Aachener Immobilienfirma die Villa.<ref name="RP2015-06-18">Wuppertal: Aachener Firma kauft das Denkmal Villa Amalia. In: rp-online.de. Abgerufen am 18. Juni 2015.</ref> Es war beabsichtigt, dass eine denkmalgerechte Sanierung erfolgen sollte, um die Villa anschließend an eine Agentur, Kanzlei oder Praxisgemeinschaft zu vermieten.<ref name="RP2015-06-18" /><ref>Villa Amalia. Landmarken AG, abgerufen am 19. Mai 2022.</ref> Dabei sollten der Anbau und die Kapelle kurzfristig zurückgebaut werden.<ref>Villa Amalia wird mit neuem Leben erfüllt. In: diestadtzeitung.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2015; abgerufen am 18. Juni 2015.</ref>
Die Villa Amalia wurde Ende 2018 als Drehort für die dritte Staffel der Fernsehserie Babylon Berlin genutzt.<ref name=":0">Manuel Praest: Neue Pläne für Villa Amalia und das Grundstück. In: wz.de. Abgerufen am 21. Juli 2019.</ref>
Planungen aus dem Jahr 2019 sahen vor, dass auf dem zugehörigen Grundstück auf gut 4800 Quadratmetern drei Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Entwürfe wurden genehmigt. Aufgrund der Entfernung zum Standort der Aachener Immobilienfirma wurde diese das Projekt nicht umgesetzt. Die Firma hoffte auf einen Käufer für den Teil des Geländes. Das Vorhaben stieß allerdings auf Kritik, da die Briller Straße aufgrund möglicher Lärmbelästigungen zum Wohnen nicht ideal sei.<ref name=":0" />
Das Gebäude sollte an einen oder mehrere Mieter als Büroflächen zur Verfügung gestellt werden.
Im Jahr 2022 kündigte eine Ulmer Unternehmensgruppe als Betreiberin von Seniorenwohneinrichtungen des gehobenen Segments an, ab Sommer 2023 in den drei genehmigten Gebäudekomplexen 63 Wohneinheiten bereitzustellen. Die Villa Amalia soll als Begegnungszentrum der Einrichtung fungieren<ref>Wohnen für Anspruchsvolle SCHÖNES LEBEN Wuppertal Villa Amalia. In: Wohnen im Alter mit der SCHÖNES LEBEN Gruppe in Wuppertal. SCHÖNES LEBEN Gruppe, abgerufen am 12. Juli 2022.</ref>, droht aber durch die starke bauliche Verdichtung, die weder durch Maße noch Gestaltung Rücksicht auf ihren oben erwähnten Charakter als Landhaus nimmt, in ihrem Denkmalwert deutlich beeinträchtigt zu werden.
Nach mehrfachen Verzögerungen im Baufortschritt soll die Seniorenresidenz, bestehend aus der Villa Amalia und drei Mehrfamilienhäusern (u. a. 67 barrierefreie Wohnungen) im Herbst 2025 eröffnet werden.<ref>Wuppertal: Villa Amalia soll jetzt im Herbst öffnen können, Westdeutsche Zeitung v. 13. Mai 2025.</ref>
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Die Villa Amalia (2017)
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Die Villa Amalia (2017)
Literatur
- Vorlage:ZentralblBauverw Vorlage:ZentralblBauverw
- Wolfgang Brönner, Gerhard Esser, Renetta Hezelt, Michael Metschies: Die Villa Amalia in Wuppertal-Elberfeld. Geschichte - Umbau - Restaurierung 1883-1979. Hrsg. vom Bergischen Geschichtsverein Wuppertal e.V. Birker & Hederich, Wuppertal 1981.
Weblinks
- Eintrag In: Wuppertaler Denkmalliste
- Villa Amalia. architektur-wuppertal.de
- Innenaufnahmen der Villa Amalia. lars-fotoblog.de
- Die Villa Amalia als Kugelpanorama; 360.haifischbar.de
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 51° 15′ 37″ N, 7° 7′ 55″ O
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