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Viktor Adolf zu Bentheim und Steinfurt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Viktor Adolf Wilhelm Otto zu Bentheim und Steinfurt (* 18. Juli 1883 in Potsdam; † 4. Juni 1961 in Burgsteinfurt, Münsterland)<ref>Gothaisches Genealogisches Handbuch der Fürstlichen Häuser. Band 2, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Selbstverlag, Marburg 2018, S. 202. ISBN 978-3-9817243-6-3.</ref> war ab dem 1. Oktober 1906 Erbprinz und ab dem 21. Januar 1919 Chef des Hauses Bentheim und Steinfurt. Er hieß danach amtlich Fürst zu Bentheim und Steinfurt.<ref name="Erstgeburtstitel">Artikel 109 WRV (Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919) bestimmt, dass die öffentlich-rechtlichen Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes aufzuheben sind. Adelsbezeichnungen gelten nur [mehr] als Teil des Namens und dürfen nicht mehr verliehen werden. Im Falle der Nachkommen des ehemaligen Fürstenhauses Bentheim und Steinfurt tragen seitdem alle Familienmitglieder den Familiennamen Prinz bzw. Prinzessin von Bentheim und Steinfurt. Siehe dazu Wilfried Rogasch: Schnellkurs Adel. DuMont, Köln 2004, S. 17 ff. ISBN 978-3-8321-7617-4. Das Preußische Adelsgesetz vom 23. Juni 1920 führt im § 22 hinsichtlich der Erstgeburtstitel aus: „Stand zur Zeit des Inkrafttretens der Reichsverfassung einem Familienangehörigen vor den anderen Familienangehörigen eine besondere Bezeichnung zu, so darf er diese Bezeichnung für seine Person […] beibehalten.“</ref>

Datei:Bentheim-Steinfurt-Wappen 028 2.jpg
Wappen der Grafen und Fürsten zu Bentheim und Steinfurt nach 1589

Leben

Herkunft

Viktor Adolf zu Bentheim und Steinfurt war ein Sohn des Fürsten Alexis zu Bentheim und Steinfurt (1845–1919) und seiner Frau Pauline zu Waldeck und Pyrmont (1855–1925). Diese war die zweite Tochter des Fürsten Georg Viktor zu Waldeck und Pyrmont (1831–1893) und dessen ersten Frau Prinzessin Helene von Nassau (1831–1888). Ihre Schwester Emma war Königin der Niederlande.

Werdegang

Viktor besuchte das Gymnasium Arnoldinum in Burgsteinfurt. Am 1. Oktober 1906 wurde er nach dem Verzicht seines älteren Bruders Eberwyn zum Erbprinzen.<ref>Die Eheaffäre des Prinzen Eberwyn zu Bentheim, In: Berliner Volkszeitung, 60. Jahrgang, No. 573, Berlin, Freitag, 6. Dezember 1912, S. 1.</ref> Er studierte Rechtswissenschaften in Bonn und wurde Mitglied des Corps Borussia Bonn.<ref>Kösener Korpslisten von 1798 bis 1910, Hrsg. Karl Rügemer, Verlag der Academischen Monatshefte, Druck Verlagsanstalt Carl Gerber GmbH München, Starnberg 1910, 19, 781.</ref> Seit 1908 arbeitete er als Rechtsreferendar. Er war schon vor 1912 beim 1. Garde-Ulanen-Regiment in Potsdam,<ref>Rangliste der Königlich Preußischen Armee für 1912. In: Königliches Kriegsministerium (Hrsg.): Rangliste. Kavallerie. 1. Rarde-Ulanen-Regiment. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin Dezember 1911, S. 343 (google.de [abgerufen am 16. März 2023]).</ref> als Rittmeister aktiver Offizier im Ersten Weltkrieg<ref>Eduard Senftleben: Das 1. Garde-Ulanen-Regiment im Weltkriege. In: m Auftrag des Vereins der Offiziere des ehemaligen Kgl. Preuß. 1. Garde-Ulanen-Regiments (Hrsg.): Regimentsgeschichte. Tafel 16 Bildnis. Traditionsverlag Wilhelm Kolk, Berlin 1929, S. 33 f. (d-nb.info [abgerufen am 17. August 2021]).</ref> und erhielt mehrere Auszeichnungen.<ref>A. v. Loebenstein: Aus dem Kriegstagebuch des 1. Garde-Ulanen-Regiments. Hrsg.: Im Auftrag des Regiments. A. W. Hayn’s Erben, Potsdam 1919, S. 54 (kit.edu [abgerufen am 17. August 2021]).</ref> Von 1910 bis 1918 vertrat er seinen Vater als erbliches Mitglied als Abgeordneter in der württembergischen Kammer der Standesherren. Mit dem Tod seines Vaters am 21. Januar 1919 wurde er Familienoberhaupt des Hauses Bentheim und Steinfurt blieb er bis zu seinem Tod.

Sein Sohn Alexis Prinz zu Bentheim und Steinfurt war während des Zweiten Weltkriegs am 2. Dezember 1943 von Avignon aus zu seinem ersten Feindflug gestartet, kehrte jedoch nie zurück und galt lange als „über See vermisst“. Inzwischen steht fest, dass er am 2. Dezember 1943 südlich von Marseille im Luftkampf über dem Mittelmeer abstürzte und dadurch zu Tode kam.<ref>Gothaisches Genealogisches Handbuch der Fürstlichen Häuser. Band 2, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, Selbstverlag, Marburg 2018, S. 203. ISBN 978-3-9817243-6-3.</ref>

Viktor Adolf Fürst zu Bentheim und Steinfurt war evangelisch-reformierter Konfession. Er starb am 4. Juni 1961 im Alter von 77 Jahren in Burgsteinfurt und wurde auf dem fürstlichen Familienfriedhof im Bagno beigesetzt. Da der älteste Sohn Alexis im Krieg fiel, wurde der jüngere Sohn Christian neues Familienoberhaupt.

Ehe und Nachkommen

Am 9. September 1921 heiratete Viktor Adolf auf Schloss Ratibořice Stephanie zu Schaumburg-Lippe (* 19. Dezember 1899; † 2. Mai 1925), Tochter des Prinzen Friedrich zu Schaumburg-Lippe (1868–1945) und der Prinzessin Louise von Dänemark (1875–1906), Tochter des dänischen Königs Friedrich VIII.

Viktor Adolf und Stephanie hatten vier Kinder:

Nachdem Stephanie 1925 während der Entbindung von den Zwillingen gestorben war, heiratete Viktor am 30. Juni 1931 in Lich Rosa Helene von Solms-Hohensolms-Lich (* 14. August 1901; † 14. April 1963), Tochter des Reinhard Ludwig zu Solms-Hohensolms-Lich (1867–1951) und Marka Klara Rosa Gräfin zu Solms-Sonnenwalde-Pouch (1879–1965).

Aus der zweiten Ehe gingen folgende sieben Kinder hervor:

Ehrungen

  • Regierender Kommandator<ref>Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem (Hrsg.): Die Mitglieder des Erweiterten Kapitels des Johanniterordens von 1958–1999. Selbstverlag, Nieder-Weisel 1999, S. 10 (kit.edu [abgerufen am 17. August 2021]).</ref> des Johanniterordens

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
AlexisChef des Hauses Bentheim und Steinfurt
1919–1961
Christian