Victor Sigismund von Oertzen
Victor Sigismund Wilhelm Otto Karl August von Oertzen, eigentlich Sigismund von Oertzen, (* 15. Februar 1844 in Trollenhagen; † 24. Juni 1915 in Rostock) war ein deutscher Offizier, Gutsbesitzer und Verwaltungsjurist.
Leben
Oertzen war eine Nachfahre der Linie v. Oertzen-Repnitz, deren Stammvater Hermann von Oertzen (1817–1858) sein Vater war, Rittergutbesitzers in Trollenhagen.<ref>Wilhelm Görges, August Nebe: Geschichte des Johanneums zu Lüneburg. Festschrift zur 500 jahrigen Jubelfeier des Johanneums im September 1906. Verzeichnis der Abiturienten des Gymnasiums von Ostern 1830 bis Ostern 1906. Nr. 286, Programm-Auflage 1907. 383, Verlag und Druck der v. Stern’schen Buchdruckerei, Lüneburg 1907, S. 153.</ref> Die Mutter Wilhelmine Koch (1818–1855) stammte aus Godeswege. Die Schwester Wilhelmine (1846–1921) war mit Otto von Gruben, Gutsbesitzer und preuß. Ober-Regierungsrat, verheiratet.
Nach dem Abitur auf dem Johanneum Lüneburg studierte er an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Georg-August-Universität Göttingen Rechtswissenschaft. 1865 wurde er im Corps Vandalia Heidelberg und im Corps Suevia Tübingen recipiert.<ref>Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1960. C. L. Mettcker & Söhne-Jever. Im Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 68 (Corps) / (Lfd. Nr. dort) 359, 129/218.</ref> Nach dem Examen trat er 1867 als Fahnenjunker in das Rheinische Dragoner-Regiment Nr. 5 in Frankfurt am Main ein. Er wurde 1868 zum Sekondeleutnant befördert und 1872 zum 1. Pommerschen Ulanen-Regiment Nr. 4 in Diedenhofen versetzt. 1875 wurde er Reitlehrer an der Kriegsschule Anklam. 1876 zum Premierleutnant befördert, nahm er 1877 seinen Abschied (Militär) und widmete sich der Bewirtschaftung des väterlichen Gutes Repnitz.
1886 wurde er Landrat des Kreises Mogilno, 1889 Landrat des Kreises Hohensalza. 1898 trat er in den Ruhestand, den er in Güstrow und zuletzt in Rostock verbrachte.<ref>Die Mitglieder der Vandalia zu Heidelberg nach dem Stande vom 29. September 1935. Berlin 1936, S. 119.</ref>
Familie
Victor Sigismund von Oertzen heiratete 1872 in Berlin Klothilde von Madai, Tochter der Marianne von Lattorff und des Berliner Polizeipräsidenten und Senior des Domstifts zu Brandenburg Guido von Madai. Sie hatten acht Kinder:
- Margarethe (* 1873 in Diedenhofen), zweimal verheiratet, zul. m. Leonhard von Prittwitz und Gaffron genannt von Kreckwitz
- Klothilde (* 1874 in Diedenhofen), starb 1955 in Südafrika
- Eleonore (* 1877 in Anklam), war m. d. Juristen Ehrhard Meßner verheiratet, geschieden, ihr 2. Ehemann Carl Papiernik starb 1932
- Maria Magdalena (* 1878 in Pepnitz), verheiratet m. d. Juristen Carl von Oertzen
- Arndt Heinrich (* 1880 in Repnitz), verheiratet m. Anna von Bülow, Gutspächter in Bäbelitz
- Guido (* 1881), verheiratet, Brauereidirektor
- Wiltrud (* 1889), ledig, lebte in Bethel-Bodelschwinghsche Anstalten
- Klaus-Detlof (* 1894 in Hohensalza), verheiratet, Manager-Direktor in Südafrika
Literatur
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel) 1960. Band V, Band 24 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1960, S. 343 f.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Deutscher Uradel. 1922. Jahrgang 23, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 624 f.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Oertzen, Victor Sigismund von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Offizier, Gutsbesitzer und Verwaltungsjurist |
| GEBURTSDATUM | 15. Februar 1844 |
| GEBURTSORT | Trollenhagen |
| STERBEDATUM | 24. Juni 1915 |
| STERBEORT | Rostock |