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Versicherungsmissbrauch

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Versicherungsmissbrauch ist eine Straftat nach deutschem Recht, die durch {{#switch: juris

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Im Gegensatz zum Versicherungsbetrug nach § 265 StGB a.F. (der seit 1. April 1998 nur noch im Regelbeispiel des {{#switch: juris

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}}{{#if: 263||[Paragraf fehlt]}}{{#if: stgb||[Gesetz fehlt]}} Abs. 3 Nr. 5 StGB vorkommt) stellt der Versicherungsmissbrauch bereits die Vorbereitungshandlung zum Betrug unter Strafe (sogenannte Vorfeldstraftat).<ref name="Fischer 1, BT-Ds">Thomas Fischer: Tröndle/Fischer, Strafgesetzbuch und Nebengesetze, 54. Aufl., C. H. Beck München 2007, ISBN 978-3-406-55477-3, § 265 Rn. 1: "bereits im Vorfeld von Betrugshandlungen" mit Verweis auf BT-Drs. 13/8991, 21; BT-Drs. 13/9064, 19 f.; "Die Vorschrift ist [...] an Stelle des § 265 aF eingefügt worden (dessen Regelungsgehalt [...] teilweise in § 265 Nr. 5 übernommen wurde [...])"</ref> Diese erhebliche Ausweitung machte es notwendig, den Strafrahmen entsprechend zu senken.<ref name="Fischer 16, BT-Ds">Thomas Fischer: Tröndle/Fischer, Strafgesetzbuch und Nebengesetze, 54. Aufl., C. H. Beck München 2007, ISBN 978-3-406-55477-3, § 265 Rn. 16 mit Verweis auf BT-Drs. 13/8587, 65; BT-Drs. 13/9064, 19</ref>

Geschütztes Rechtsgut

Das geschützte Rechtsgut ist umstritten: Als Schutzgüter werden das Vermögen<ref>Thomas Fischer: Tröndle/Fischer, Strafgesetzbuch und Nebengesetze, 54. Aufl., C. H. Beck München 2007, ISBN 978-3-406-55477-3, § 265 Rn. 2 (Fischer selbst hält allein das Vermögen der Versicherung für das geschützte Rechtsgut und schreibt, die h. M. gehe davon aus, dass "darüber hinaus zumindest auch ein Allgemeingut der Funktionsfähigkeit der Versicherungswirtschaft"[Hervorhebungen weggelassen] geschützt sei)</ref> der Versicherungsgesellschaft und/oder die soziale Leistungsfähigkeit<ref>Kristian Kühl: Lackner/Kühl, Strafgesetzbuch, Kommentar, 25. Aufl., C. H. Beck München 2004, ISBN 3-406-52295-5, § 265 Rn. 1: "Mindestens gleichrangig mitgeschütztes Rechtsgut ist neben dem Vermögen auch die soziale Leistungsfähigkeit des dem allgemeinen Nutzen dienenden [...] Versicherungswesens [...]" (Hervorhebungen weggelassen)</ref> des Allgemeininteressen dienenden Versicherungswesens genannt.

Tatbestand

Unerheblich für die Verwirklichung des Tatbestandes ist das Eigentum an der Sache, die sowohl unbeweglich wie auch beweglich sein kann. Tatsächlich muss ein Versicherungsvertrag über die betroffene Sache bestehen, nicht notwendig ist jedoch, ob die Versicherung leistet oder nicht. Die Tathandlungen sind im Tatbestand abschließend genannt.

Auf subjektiver Seite ist neben Vorsatz auch die Absicht erforderlich, sich oder einem Dritten die Leistungen aus der Versicherung zu verschaffen. Die Rechtswidrigkeit dieses erstrebten Vorteils, also der Versicherungsleistung, ist nicht notwendig.<ref>Thomas Fischer: Tröndle/Fischer, Strafgesetzbuch und Nebengesetze, 54. Aufl., C. H. Beck München 2007, ISBN 978-3-406-55477-3, § 265 Rn. 10</ref>

Keine tätige Reue

Obwohl es sich um eine Vorfeldstraftat handelt, ist nach Vollendung keine Strafbefreiung durch tätige Reue vorgesehen.<ref>Thomas Fischer: Tröndle/Fischer, Strafgesetzbuch und Nebengesetze, 54. Aufl., C. H. Beck München 2007, ISBN 978-3-406-55477-3, § 265 Rn. 14 mit Kritik am Gesetzgeber</ref><ref>vgl. auch Nicole Weinert: Vorbereitungsdelikte und tätige Reue. Eine Untersuchung zur Notwendigkeit der Einführung tätiger Reue am Beispiel des Versicherungsmissbrauchs. Hamburg, Verlag Dr. Kovač, 2005. ISBN 978-3-8300-2095-0.</ref>

Versuchsstrafbarkeit

Da der Gesetzgeber den Tatbestand der Rechtsgutsverletzung weit vorgelagert ausgestaltet hat, bleibt unklar, warum noch zusätzlich nach Absatz 2 eine Versuchsstrafbarkeit eingeführt wurde.<ref>Thomas Fischer: Tröndle/Fischer, Strafgesetzbuch und Nebengesetze, 54. Aufl., C. H. Beck München 2007, ISBN 978-3-406-55477-3, § 265 Rn. 13: "[...] im Einzelfall unverhältnismäßige Vorverlagerung [...]"</ref>

Beispielsweise begeht einen versuchten Versicherungsmissbrauch, wer irrig annimmt, die Sache sei versichert.

Konkurrenzen mit anderen Delikten

{{#invoke:Vorlage:Siehe auch|f}} Hinsichtlich der Tathandlungen kann Tateinheit mit den einschlägigen Delikten (bspw. Sachbeschädigung<ref name="Kuehl 6"/> nach {{#switch: juris

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}}{{#if: 303||[Paragraf fehlt]}}{{#if: stgb||[Gesetz fehlt]}} StGB) bestehen. Kommt es durch den Versicherungsmissbrauch zum Betrug, so tritt die Bestrafung wegen Versicherungsmissbrauchs aufgrund der ausdrücklichen Regelung im Gesetz (Absatz 1, letzter Halbsatz) hinter der wegen Betruges im Wege der Subsidiarität zurück.<ref name="Kuehl 6">Kristian Kühl: Lackner/Kühl, Strafgesetzbuch, Kommentar, 25. Aufl., C. H. Beck München 2004, ISBN 3-406-52295-5, § 265 Rn. 6</ref> Nach dem Sinn der Vorschrift ist der Begriff der „Tat“ hier zu Gunsten des Täters weit auszulegen.<ref>Thomas Fischer: Tröndle/Fischer, Strafgesetzbuch und Nebengesetze, 54. Aufl., C. H. Beck München 2007, ISBN 978-3-406-55477-3, § 265 Rn. 17 mit Verweis auf BGHSt 45, 211, 215</ref>

Einzelnachweise

<references />

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