Vermaschung (Psychologie)
Vermaschung ist ein Begriff aus der Entwicklungspsychologie und bildet sich zusammen mit den kognitiven Funktionen früh im Kindesalter aus.<ref>Entwicklungspsychologie über Eltern-Kind-Beziehung - Lexikon der Argumente. Abgerufen am 26. Januar 2026.</ref> Auch Enmeshment, geprägt in den 1970ern von Salvador Minuchin (Familientherapeut)<ref>Ani: Enmeshment - Verstrickungen in Familien. In: E.A.T.-Team. 8. August 2022, abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> oder Verstrickung (vor allem für spätere Beziehungen im Erwachsenenalter) werden verwendet.<ref>Ani: Enmeshment - Verstrickungen in Familien. In: E.A.T.-Team. 8. August 2022, abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Dabei interagieren Personen (wie ein Elternteil und ein Kind) in einem aufeinander abgestimmten, weitgehend unbewussten Muster, miteinander. Jede Person nimmt eine Rolle ein, die mit wenig Modifikation wiederholbar ist und sein muss und meist ähnlich abläuft. Dies führt zu einem gelingenden und reibungslosen Zusammensein, aber auch zu einem Beharren auf ein starres Gefüge, wie z. B.: in einer Familie, auf Gemeinsamkeit und Gemeinschaftlichkeit sowie zur Abwehr von Autonomie und Selbstverwirklichungsbestrebungen.<ref name=minu>Minuchin, Rosman & Baker: Psychosomatic families: Anorexia nervosa in context. Harvard University Press, Cambridge 1987</ref>
Aus Sicht des Kindes äußere sich die Vermaschung darin, dass ›alles was das Kind tut, es dies nicht für sich macht, sondern für die Vorstellung der Eltern. Es hat die Formen auszufüllen, in die es seine Eltern gegossen haben. Und was immer es tut, es ist nicht genug‹.<ref>So wiedergegeben in A. Franke (2003), hier in der Literatur.</ref>
Der Begriff der Vermaschung findet sich bei Diagnosen im Bereich einer anorektischen Essstörung. Die Vermaschung verhindert hier, meist beginnend ab dem Zeitpunkt der Pubertät, die freie Persönlichkeitsentfaltung von unter der Krankheit Leidenden und ist einer der Gründe für die Entwicklung von anorektischem Verhalten, mithilfe dessen sie ein Stück Macht über sich selbst zurückzubekommen suchen. Allerdings kann auch die Krankheit wegen der meist jahrelangen Dauer mit wiederkehrenden Verhaltensmustern von allen Seiten zur Vermaschung führen und nicht notwendigerweise die Vermaschung zur Essstörung.<ref>Ani: Enmeshment - Verstrickungen in Familien. In: E.A.T.-Team. 8. August 2022, abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das eingeübte Muster tritt auch außerhalb von familiären Beziehungen und im Erwachsenenalter auf und kann zu Störungen im Beziehungsgefüge, zu Schuldgefühlen oder Krankheiten führen.<ref>Ani: Enmeshment - Verstrickungen in Familien. In: E.A.T.-Team. 8. August 2022, abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Quellen
<references/>
Literatur
- Alexa Franke: Wege aus dem goldenen Käfig - Anorexie verstehen und behandeln. Beltz, Weinheim 2003, ISBN 3-407-22143-6