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Verdammnis (1988)

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Verdammnis (Originaltitel: Kárhozat) ist ein ungarischer Film des Regisseurs Béla Tarr aus dem Jahr 1988.

Handlung

In einer heruntergekommenen Industriestadt führt Karrer, ein Mann mittleren Alters, ein trostloses Leben. Abends besucht er die Kneipe des Schmugglers Willarsky und die „Titanik Bar“. Mit der dort auftretenden namenlosen Sängerin hatte er eine Affäre. Die verheiratete Frau beendete die Liaison jedoch: Anfangs sagt sie Karrer, sie habe sich endgültig für Ehemann und Tochter entschieden. Später gibt sie an, die Stadt verlassen und großen Erfolg haben zu wollen. Außerdem sei Karrer für sie indiskutabel, da er sich bereits selbst aufgegeben habe. Der Ehemann der Sängerin, Sebestyén, ein Kneipenkumpan von Karrer, warnt diesen: er solle die Finger von seiner Frau lassen.

Karrer soll für Willarsky ein Schmuggelgeschäft durchführen. Er gibt den Auftrag jedoch an den verschuldeten Sebestyén weiter, um in dessen Abwesenheit die Sängerin wieder für sich zu gewinnen. Tatsächlich nimmt sie ihn mit zu sich nach Hause, wo sie miteinander schlafen. Anschließend teilt die Sängerin ihm mit, dass sie das Verhältnis nun als beendet betrachtet. Karrer läuft ihr hinterher und versichert, dass er sie immer lieben werde, egal wie sie ihn behandle.

Immer wieder im Laufe des Films kommt die Garderobenfrau der „Titanik Bar“ auf Karrer zu, kommentiert wie ein Theaterchor das Geschehen oder rezitiert Gedichte. Während des ganzen Films sind immer wieder streunende Hunde auf den menschenleeren und heruntergekommenen Straßen zu sehen. Es regnet durchgehend.

Nach Sebestyéns Rückkehr zeigt sich Willarsky unzufrieden, da ein Teil der Schmuggelware fehlt. In seiner Kneipe findet ein großes Gemeindefest statt, bei dem die Stadtbewohner ausgelassen miteinander tanzen, u. a. eine nicht enden wollende Polonaise. Die Sängerin tanzt engumschlungen mit ihrem Ehemann, beobachtet vom verzweifelten Karrer. Anschließend steigt sie in Willarskys Auto und vollzieht Oralverkehr an ihm. Am nächsten Tag verrät Karrer alle am Schmuggelgeschäft Beteiligten an die Polizei. In der letzten Szene sieht man ihn im Regen alleine über eine trostlose Abraumhalde wanken. Er geht auf alle Viere, liefert sich mit einem Straßenhund ein Bellgefecht und vertreibt das jaulende Tier schließlich. Am Ende verlässt auch er die Szene.

Hintergrund

Mit diesem Film begann der Regisseur Tarr einen neuen Stil: Der düstere Film ist in schwarzweiß gedreht und enthält viele lange Einstellungen ohne Schnitt, mit denen vor allem die Atmosphäre des Ortes, die Menschen darin und die allumfassende Ausweglosigkeit beschrieben werden. Er ist auch die erste Zusammenarbeit Tarrs mit dem Autor László Krasznahorkai, der am Drehbuch, welches auf einer seiner Erzählungen basiert, mitwirkte.

Verdammnis war einer der Lieblingsfilme von Susan Sontag.

Weblinks

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