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Venier

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{{#if: behandelt die italienische Hochadelsfamilie. Für weitere Personen namens Venier siehe Venier (Begriffsklärung).

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Stammwappen der Venier
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Sebastiano Venier (1496–1578), Doge von Venedig (von Tintoretto)

Die Venier (auch im Plural als Venieri oder weiblich als Veniera bezeichnet) sind eine venezianische Patrizierfamilie. Sie spielte eine bedeutende Rolle in den venezianischen Kolonien und stellte drei Dogen von Venedig. Die Familie wird daher zu jenen 16 Geschlechtern gezählt, die als die „neuen herzoglichen Häuser“ (case nuove ducali) bezeichnet werden (siehe Patriziat von Venedig), obgleich sie diesen Rang nicht erblich, sondern nur in der jeweiligen Person des Wahlherzogs besaßen. 1857 wurde die Familie in den österreichischen Grafenstand erhoben.

Geschichte

Die Familie ist eine der ältesten der Stadt Venedig. Einer Überlieferung zufolge stammt die Familie ursprünglich aus Vicenza.<ref name="Nobili86">John Temple Leader: Libro dei nobili veneti ora per la prima volta messo in luce. Florenz 1866, S. 86.</ref> Die bei alten italienischen Familien nicht selten anzutreffende (meist in der Renaissance entstandene) und auf die Antike zurückgreifende Abstammungslegende sieht in ihr Nachfahren der gens aurelia.<ref name="Tassini">Giuseppe Tassini: Curiosità Veneziane vol. 2, note integrative e revisione a cura di Marina Crivellari Bizio, Franco Filippi, Andrea Perego, Venezia, Filippi Editore [1863], 2009, ISBN 978-88-6495-063-1.</ref> Die Venier treten jedoch spätestens im 11. Jahrhundert urkundlich in Erscheinung und gehörten zu den „neuen Familien“, den case nuove. Ihre Hauskirche war seit dem 11. Jahrhundert San Zan Degolà.

Nach dem Vierten Kreuzzug erhielten sie die Herrschaft über die griechischen Inseln Kythira und Paros und, zusammen mit den Geschlechtern derer von Martinengo und Lion, die Burgen von Zemunik Donji in Dalmatien und Sanguinetto in Venetien.<ref name="treccani">Venièr. In: Treccani.it.</ref> Die Gemeinde Vinjerac (Italienisch: Castel Venier) in Dalmatien war seit 1409 als Eigentum der Familie urkundlich belegt und nach ihr benannt.

Ein Zweig der Familie zog nach Kreta, welches unter der Herrschaft der Republik Venedig stand. Teile der Familie beteiligten sich am Aufstand der venezianischen Siedler auf Kreta (1363–1366), dessen Anführer Tito Venier wurde. Die meisten Venier in Venedig blieben jedoch treu und weiterhin im Dienste der Republik.

Nach dem Ende der Republik Venedig im Jahr 1797 wurde im nachfolgenden Königreich Lombardo-Venetien der Adelsstand mit Allerhöchstem Beschluss durch den österreichischen Kaiser „bestätigt“ (allerdings hatte es in der Republik keinen Adelsstand, sondern ein Patriziat gegeben, dessen Angehörige Nobilhòmini genannt wurden). Das Diplom des österreichischen Grafenstandes wurde am 13. Juni 1857 erteilt. Als eines von 64 gräflichen Geschlechtern hatte die Familie einen erblichen Sitz im Herrenhaus, dem Oberhaus des Reichsrates.

Datei:Venier-Wappen Sm.png
Stammwappen der Grafen von Venier

Wappen

Das Stammwappen ist fünfmal von Rot und Silber geteilt. Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Helmdecken eine gold gestickte Dogenmütze.

Bedeutende Persönlichkeiten

Die Venier stellten drei Dogen von Venedig:

sowie 18 Prokuratoren und eine Reihe von Admirälen.

Besitztümer

Die Familie besaß in Venedig und der weiteren Region mehrere Besitztümer, darunter der Palazzo Venier dei Leoni, der Palazzo Venier Manfrin und der Palazzo Venier Contarini in Venedig.

Die Kirche von San Zan Degolà in Venedig reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück. Der Bau wurde durch eine Stiftung der Familie gefördert, die in der Nähe einen Palast hatte.<ref name="Nobili86" /><ref name="Tassini" />

Literatur

  • F. Heyer von Rosenfeld: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, IV. Band, 3. Abteilung; Der Adel des Königreichs Dalmatien. Nürnberg 1878, S. 86, Tafel 52.
  • G. von Csergheö: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, IV. Band, 15. Abteilung, 1. Teil; Der Adel von Ungarn samt den Nebenländern der St.Stephanskrone. Nürnberg 1893, S. 709, Tafel 485.

Weblinks

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Einzelnachweise

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