Věra Kohnová
Věra Kohnová (* 26. Juni 1929 in Pilsen, Tschechoslowakei; † 1942 im Ghetto Izbica) war ein jüdisches Mädchen aus der Tschechoslowakei, das ein Tagebuch über ihre Gefühle und die Ereignisse während der Besatzung durch die Nationalsozialisten schrieb und 1942, 13-Jährig, mit ihrer Familie deportiert wurde und zu Tode kam.
Leben
Věra war die Tochter von Otakar Kohn, der als Sekretär für Metallwarenhersteller Gustav Teller arbeitete und dessen Frau Melanie. Das Ehepaar hatte eine weitere Tochter, Hana, die fünf Jahre älter als Věra war.<ref name=":1" />
Im Alter von zwölf Jahren verfasste Věra, ab August 1940,<ref>Věrčin deník. Abgerufen am 26. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> ihr Tagebuch über das Schicksal der Juden in dieser Zeit, hauptsächlich aus emotionaler Sicht. Sie musste zu Hause lernen, da alle Schulen für Juden geschlossen waren.<ref>Karolina Nemcová: Jak ráda bych tak zůstala, zoufala si Věrka Kohnová. Nacisté dvanáctiletou pisatelku deníčku zavraždili. In: Forum24. 30. Juni 2024, abgerufen am 26. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der letzte Eintrag in ihrem Tagebuch lautet:
„Wir sind nur morgen und übermorgen hier, wer weiß, was danach sein wird. Auf Wiedersehen, mein Tagebuch!“<ref name="Tyden">Tyden, S. 68</ref>
Věra wurde mit ihren Eltern und ihrer Schwester Hana am 22. Januar 1942 mit dem Transport S ins KZ Theresienstadt deportiert. Der letzte Vermerk über sie datiert vom 11. März 1942, als sie Theresienstadt mit dem Transport Aa in das Ghetto Izbica, ein Durchgangslager, verließ.<ref>Věra Kohnová | Databáze obětí. In: Holocaust.cz. Abgerufen am 26. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Commemorative Plaque for Věra Kohnová. In: Liberartion Route Europe. Abgerufen am 26. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie und ihre Familie überlebten nicht. Vermutlich wurden sie von den Nationalsozialisten erschossen.<ref name=":1">„Jak ráda bych tak zůstala,“ zapsala si dvanáctiletá Věra před transportem. Na základě jejího deníku vznikla kniha. In: CT24. Abgerufen am 25. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rezeption
Marie Kalivodová, eine Freundin von Věras Mutter, besaß das zweibändige, neunzigseitige Tagebuch bis in die 1960er Jahre und übergab es dann dem Pastor Miroslav Matouš, der es 2006 erstmals in Buchform, in kleiner Auflage, fast unbemerkt, veröffentlichte.<ref></ref><ref name=":0">Sbohem, můj deníčku: Holokaust očima dvanáctileté Věrky. In: Novinky. 6. Juli 2023, abgerufen am 25. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Danach stiftete er es dem Jüdischen Museum Prag.<ref name=":0" />
Vor allem dem tschechischen Historiker Jiří Sankot, der das Schicksal Věras seit den 2010er Jahren erforschte, ist es zu verdanken, dass das Tagebuch einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Dies führte auch zu Stolpersteinen für Věras Familie 2019 und 2022 zu der Enthüllung einer Gedenktafel am Wohnhaus der Familie Kohnová in Pilsen.<ref name=":2">Petr Kutka: Lidé vzpomněli na židovskou dívku Věru Kohnovou. Narodila se v Plzni, zemřela v koncentračním táboře – Plzeňoviny.cz. In: Plzenoviny. 4. März 2022, abgerufen am 26. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auf der Tafel ist Věra gesichtslos dargestellt, da keine Fotos von ihr erhalten sind.<ref name=":0" />
2023 veröffentlichte die tschechische Schriftstellerin Jana Poncarová zusammen mit Jiří Sankot unter dem Titel Deník Věrky Kohnová (deutsch: Das Tagebuch von Věrka Kohnová) einen Roman über das Leben von Věra Kohnová.<ref>Ladislav Vaindl: Aby se na Věrku nezapomnělo, přeje si autorka knihy o židovské dívce. In: Idnes. 4. März 2023, abgerufen am 26. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Věra wird als tschechische Anne Frank rezipiert.<ref>Klára Mrázová: Plzeň má svou Annu Frankovou, v deníku píše o první lásce i transportu. In: Idnes. 7. Dezember 2020, abgerufen am 26. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Jak ráda bych tu zůstala, psala si do deníčku: Českou „Anne Frankovou“ Věrku (†12) zabili nacisté v ghettu. In: Blesk. 19. Februar 2023, abgerufen am 26. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":2" />
Literatur
- Věra Kohnová: Deník Věry Kohnové – The diary of Věra Kohnová – Das Tagebuch der Věra Kohnová. Redigiert von Zdeněk Susa, Středokluky 2006, ISBN 80-86057-40-2 (dreisprachig: tschechisch – englisch – deutsch).
- Jana Poncarová, Jiří Sankot: Deník Věry Kohnové – Jak ráda bych tak zůstala, Motto 2023, ISBN 978-80-267-2428-5.
Weblinks
- Literatur und andere Medien von und über Věra Kohnová im Katalog der Nationalbibliothek der Tschechischen Republik
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kohnová, Věra |
| KURZBESCHREIBUNG | tschechisch-jüdische Tagebuch-Autorin und Holocaust-Opfer |
| GEBURTSDATUM | 26. Juni 1929 |
| GEBURTSORT | Pilsen, Tschechoslowakei |
| STERBEDATUM | 1942 |
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