Zum Inhalt springen

Víctor Mora (Comicautor)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Víctor Mora i Pujades (* 6. Juni 1931 in Barcelona, Spanien;<ref name="lfb">Víctor Mora (Victor Alcazar). Fondazione Franco Fossati, lfb.it, abgerufen am 18. August 2016 (italienisch).</ref> † 17. August 2016<ref>Luigi Benedicto Borges: Muere Víctor Mora, novelista y creador del ‘Capitán Trueno’. Nachruf in El Mundo, 17. August 2016, abgerufen am 18. August 2016 (spanisch).</ref>) war ein spanischer Autor und Comicautor.

Leben und Werk

Im Alter von 20 Jahren war Mora bereits als Übersetzer für einen Verlag in Barcelona tätig.<ref name="lambiek">Víctor Mora Victor Alcazar. Lambiek, 14. Juli 2016, abgerufen am 18. August 2016 (englisch).</ref> Im Jahr 1956 schuf er unter dem Pseudonym Victor Alcazar die vom Comiczeichner Ambrós (Miguel Ambrosio)<ref name="Knigge337">Andreas C. Knigge: Comic Lexikon. Ullstein Verlag, Frankfurt am Main, Berlin und Wien 1988, ISBN 3-548-36554-X, S. 337f.</ref> gezeichnete Figur des Capitán Trueno.<ref name="lfb" /><ref name="lambiek" /> 1958 folgte El Jabato mit dem Zeichner Francisco Darnis.<ref name="Knigge337" /> El Jabato (dt.: „Der Frischling“, aber auch: „Der Draufgänger“) ist der fiktive Held einer in den 1950er- und 60er-Jahren in Spanien populären Comic-Serie, die die Kämpfe der antiken Iberer mit den Römern schildert und sich lose an den historischen Ereignissen in Numantia (154–133 v. Chr.) orientiert.<ref>Yuval Noah Harari, „Eine kurze Geschichte der Menschheit“, Kap. 11, „Der Traum vom Weltreich“, S. 231–233, Pantheon-Verlag, Verlagsgruppe Random House, 31. Auflage 2019</ref>

Mit dem Zeichner Adolfo Usero realisierte er 1968 Roldán sin Miedo<ref name="Knigge337" />.

Mit der im Jahr 1969 geschaffenen Comic-Serie Dani Futuro wurde Mora Anfang der 1970er Jahre auch über die Grenzen Spaniens hinaus bekannt<ref name="Knigge337" />. Diese von Carlos Giménez, mit dem Mora bereits vorher Delta 99 geschaffen hatte<ref name="lambiek" /> (dt. bei Kauka)<ref name="Knigge337" />, gezeichnete Science-Fiction-Serie, die zunächst in der spanischen Zeitschrift Gaceta Junior, dann aber auch im französischen Magazin Tintin veröffentlicht wurde<ref name="lfb" /><ref name="lambiek" />, umfasst sieben Alben<ref name="Knigge337" />, die auf Deutsch aber nicht komplett vorliegen (die Serie erschien hierzulande in Zack, sowie drei Alben im Semic-Verlag).

1974 begann er für Pilote zu arbeiten, wo er unter anderem die Fantasy-Serie Arcane (Zeichner: Jaime Brocal Remohi), sowie Les Chroniques de l’Innommé (Zeichner: Luis Garcia) beisteuerte.<ref>Mora dans Pilote. BDoubliees.com, abgerufen am 18. August 2016 (französisch).</ref><ref name="Knigge337" /> Parallel dazu stieg er 1975 bei Pif Gadget ein, für das er zunächst Amicalement vôtre, ab 1976 dann auch Taranis, Fils de la Gaule (beide mit dem Zeichner Raffaele Carlo Marcello) schrieb.<ref>Mora dans Vaillant et Pif. BDoubliees.com, abgerufen am 18. August 2016 (französisch).</ref><ref name="Knigge337" /> Amicalement vôtre ist eine Adaption der britischen Fernsehserie Die 2. Auch der Western Sunday, gezeichnet von Víctor de la Fuente, startete 1975<ref name="Knigge337" /><ref name="lambiek" /> (dt. ebenfalls in Zack sowie in dessen Begleitobjekt, der Taschenbuch-Reihe Zack Parade im Koralle-Verlag erschienen).

Darüber hinaus arbeitete Mora unter anderem mit dem Zeichner Francisco Hidalgo (Doctor Niebla) zusammen.<ref name="lambiek" />

Im Jahr 1978 schrieb Mora das Szenario für den von Annie Goetzinger gezeichneten Comic Felina, einen erotischen Fin-de-Siècle-Roman, der auf Deutsch im Volksverlag veröffentlicht wurde.<ref name="Knigge337" /><ref name="lambiek" /> Im folgenden Jahr begann er zusammen mit dem Zeichner José Cardona die SF-Serie Gigantik<ref name="Knigge337" /><ref name="lambiek" />, diesmal direkt im Auftrag des deutschen Comic-Magazins Zack (bei seinen vorher dort erschienenen Serien war Zack lediglich Lizenznehmer). Mit dem Zeichner Alfonso Font entwickelte er mit les Compagnons d'Atlantis<ref name="gaumer1994">Patrik Gaumer, Claude Moliterni: Dictionnaire Mondial de La Bande Dessinée, Larousse, 1994, ISBN 2-03-523510-3</ref> eine zweite Serie für Zack, von der aufgrund der Einstellung des Magazins und seiner internationalen Schwestermagazine nur eine Kurzgeschichte in der französischen Zack-Ausgabe superAS veröffentlicht wurde.

In den 1980ern folgten weitere Serien: 1982 für das Magazin Charlie die Serie Die Rostfreien (Les inoxydables, Zeichnungen von Antonio Parras, dt. bei Splitter), 1983 für Pilote Les anges d’acier mit Víctor de la Fuente (dt. bei Feest)<ref name="Knigge337" /><ref>Víctor de la Fuente. Lambiek, 9. April 2012, abgerufen am 18. August 2016 (englisch).</ref> und 1986, wieder mit Fuente, der Polit-Thriller La Sibérienne für das Magazin L'Écho des Savannes<ref name="Knigge337" />. Für das Magazin Cimoc entstand schließlich La Guerra Civil Española, einer Serie über den spanischen Bürgerkrieg. Auch hier fungierte Victor de la Fuente als Zeichner.<ref name="Knigge337" /> Zudem setzte Mora in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre Capitán Trueno (dt. bei Arboris) fort.<ref name="lfb" /><ref name="lambiek" />

Für Carícies d’un desconegut erhielt Mora 1998 den Premio Fiter y Rossell.<ref>Víctor Mora Pujadas. sol-e.com, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Februar 2013; abgerufen am 18. August 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auf Deutsch ist von ihm neben den Comics auch der Roman Die Platanen von Barcelona (Les platanes de Barcelone) erschienen.

Trivia

Víctor Mora tritt als Nebenfigur in der 2010 erschienenen Graphic Novel El invierno del dibujante (deutsch: Der Winter des Zeichners) von Paco Roca auf, die das kurzlebige Comic-Magazin Tío Vivo und das Leben spanischer Comiczeichner in den 1950er Jahren behandelt.

Literatur

  • Andreas C. Knigge: Comic Lexikon. Ullstein Verlag, Frankfurt am Main, Berlin und Wien 1988, ISBN 3-548-36554-X, S. 337–338.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein