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Ursula Andress

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Ursula Andress at Somerset House in 2004.JPG
Ursula Andress (2004)

Ursula Lotte Andress<ref name="Bund1936">Zivilstand der Stadt Bern. In: Der Bund. 24. März 1936, S. 7 (e-newspaperarchives.ch).</ref> (* 19. März 1936<ref name="Bund1936"/> in Bern<ref name="Bund1936"/>) ist eine Schweizer Schauspielerin. Sie wurde als Bondgirl in dem 1962 erschienenen Film James Bond – 007 jagt Dr. No berühmt und begann anschliessend eine internationale Karriere. Andress wurde 1964 mit dem Golden Globe ausgezeichnet.

Frühe Jahre

Ursula Andress wurde 1936<ref name="Bund1936"/> in Bern als Tochter des deutschen Gärtners Emil Paul Rolf Andress<ref name="Bund1936"/> und einer Schweizerin geboren. Der Grossvater, der in Ostermundigen eine Gärtnerei betrieb, kümmerte sich um Ursula und ihre fünf Geschwister (anderen Angaben zufolge zwischen vier und sechs<ref name="Munzinger">vgl. Ursula Andress. In: Internationales Biographisches Archiv 04/2001 vom 15. Januar 2001, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 43/2005 (abgerufen am 8. März 2011 via Munzinger Online)</ref><ref>vgl. Althen, Michael: Geliebte Venus. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. März 2006, Nr. 66, S. 36</ref>). Ihre Kindheit beschrieb sie rückblickend als «unglaublich einzigartig, beinahe wie im 17. Jahrhundert». Die harte Arbeit im Familienbetrieb des strengen Grossvaters habe ihr Respekt und Disziplin beigebracht.<ref name="Anstead">vgl. Anstead, Mark: Bond girl who made a killing bei guardian.co.uk, 7. Dezember 2002 (abgerufen am 8. März 2011)</ref>

Andress besuchte in Bern eine Mädchenschule, die sie im Alter von 16 Jahren verliess. Später ging sie nach Paris, wo sie Kurse in Tanz, Zeichnen und Bildhauerei nahm.<ref name="Munzinger" /> Danach arbeite sie in Rom als Modell für Maler und Fotografen. Dabei erwarb sie umfangreiche Sprachkenntnisse. 1955 zog sie nach Hollywood. Sie war eng mit James Dean befreundet.<ref>Samya Yakoubaly: Ursula Andress : "J'étais moins amoureuse de James Dean qu'il ne l'était de moi". In: purepeople.com. 16. November 2015, abgerufen am 23. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Andress heiratete 1957 John Derek, 1966 folgte die Scheidung.

Karriere

Datei:Ursula Andress on board the Royal Yacht Britannia.JPG
Ursula Andress feiert 2006 ihren 70. Geburtstag auf der Yacht Britannia

Marlon Brando soll ihr geraten haben, eine Karriere als Schauspielerin zu beginnen. 1955 erhielt sie ihre erste Filmrolle in Casanova – seine Liebe und Abenteuer. Ihren Durchbruch erzielte sie 1962 als erstes Bond-Girl der Bond-Filmreihe von Eon (Linda Christian war das erste Bond-Girl, allerdings in einer Fernsehverfilmung); in James Bond jagt Dr. No verkörperte Andress die Muscheltaucherin Honey Ryder. Die Szene, in der sie in einem weissen gegürteten Bikini (bekannt geworden als Dr.-No-Bikini) dem Meer entsteigt, wurde berühmt. Sie erhielt 1964 den Golden Globe Award als Beste Nachwuchsdarstellerin. 1967 stand sie in dem Film Casino Royale noch einmal als Bondgirl vor der Kamera, der allerdings nicht zur offiziellen James-Bond-Filmreihe zählt. Andress wurde von zahlreichen Zeitschriften zum «Besten Bondgirl aller Zeiten» gewählt, unter anderem 2006 vom Empire Magazin und 2008 von Entertainment Weekly.

Andress pflegte ihr Image als verführerische Frau und wirkte in passenden Rollen vor allem in den 1960er und 70er Jahren in vielen internationalen Produktionen mit. Wegen der Häufung von Filmrollen in knappen Kostümen wurde sie von Kritikern als «Ursula Undress» verspottet. 1981 war sie in Kampf der Titanen in einem ihrer letzten grossen Kinoerfolge zu sehen. Anschliessend stand sie überwiegend für Fernsehproduktionen vor der Kamera.

2005 traf Regisseur Clemens Klopfenstein in der Schweizer Botschaft in Rom zufällig auf Andress. Spontan fragte er sie, ob sie für die Rolle der Madonna im Film Die Vogelpredigt oder das Schweigen der Mönche nach Umbrien kommen würde. Andress, die ihre Vergesslichkeit humorvoll erwähnte, bat Klopfenstein, sich telefonisch als „The man of Umbria“ zu melden. Einen Monat später bestätigte sie ihr Interesse an der Rolle per Fax. Ihre Zusage sorgte zudem für Gratis-Werbung in der Boulevard-Zeitung Blick, mit Foto und grosser Schlagzeile.<ref>Die Vogelpredigt. In: artfilm.ch. Abgerufen am 24. März 2025.</ref> Die Besetzung der Madonna mit Andress wurde von Klopfenstein als besonderer Coup betrachtet.<ref>Florian Keller: Man gönnt einander nicht einmal das Zahnweh. In: woz.ch. Genossenschaft Infolink, 6. November 2016, abgerufen am 24. März 2025.</ref>

Persönliches

1965 erschien sie in der Juni-Ausgabe des Playboy. Die darin enthaltenen Fotos stammen von ihrem Mann John Derek. Auf die Frage, warum sie sich für diese Nacktaufnahmen zur Verfügung gestellt habe, antwortete sie: «Weil ich schön bin.»<ref>Selling sex. The Independent, 20. Oktober 2011. Abgerufen am 5. Februar 2017.</ref> Nach ihrer Trennung von Derek hatte sie eine achtjährige Beziehung mit dem französischen Schauspieler Jean-Paul Belmondo, mit dem sie unter anderem den Film Die tollen Abenteuer des Monsieur L. (1965) drehte. 1980 bekam sie im Alter von 44 Jahren einen Sohn, dessen Vater der Schauspieler Harry Hamlin ist, den sie während der Dreharbeiten von Kampf der Titanen kennengelernt hatte.

Anlässlich der Einweihung des Schweizer Generalkonsulates in Schottland im Mai 2006 feierte Andress ihren 70. Geburtstag an Bord der Britannia in Edinburgh. Sie wurde im Aston Martin DB5, mit dem ihr Filmpartner Sean Connery in den James-Bond-Filmen Goldfinger und Feuerball Filmgeschichte geschrieben hat, zur königlichen Yacht gefahren. Zu Connery pflegte Andress bis zu seinem Lebensende eine freundschaftliche Beziehung. Sie selbst bezeichnete ihn als «grossen Freund».<ref>Sir Sean Connery (†90): Bond-Girl Ursula Andress nimmt Abschied. Abgerufen am 29. März 2021.</ref>

Inzwischen meidet Andress die Öffentlichkeit.<ref name="mit 83">Ursula Andress: So geht es dem Schweizer Bond-Girl heute mit 83. Abgerufen am 29. März 2021.</ref> Einen der letzten öffentlichen Auftritte hatte sie 2019 anlässlich einer Kunstausstellung von Amanda Lear im Chalet Muri in Bern. Heute lebt Andress in ihrer Residenz in Rom.<ref name="mit 83" />

Filmografie

Kinofilme

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Fernsehen

Auszeichnungen

Literatur

  • Michael Marti, Peter Wälty: James Bond und die Schweiz. Basel 2008, ISBN 978-3-905800-20-3.
  • Michael Scheingraber: Die James-Bond-Filme. Hrsg. von Joe Hembus. Goldmann, München 1979, 220 S. (Goldmann Magnum; 10203) (Citadel-Filmbücher) ISBN 3-442-10203-0.
  • Graham Rye: Die James-Bond-Girls. [von Dr. No bis Goldeneye]. Übersetzung: Walther Wuttke. Heel, Königswinter 1995, 70 S., ISBN 3-89365-478-X. (Einheitssachtitel: The James Bond girls)
  • Sven Siedenberg: Do you remember? Kleines Album vergessener Helden.Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2005, 139 S. (dtv 20839), ISBN 3-423-20839-2.
  • Susanna von Werra: Berühmte Persönlichkeiten, Band I: 100 zeitgenössische Filmschauspieler und Filmschauspielerinnen. Lebensläufe und Horoskope; Band II: 100 Regisseure und klassische Filmschauspieler und Filmschauspielerinnen. Lebensläufe und Horoskope. Edition Astrodate, Wettswil (Schweiz) 1989, 450 Seiten.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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