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Uplewarder Kirche

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Datei:Uplewarder Kirche5.jpg
Reformierte Kirche

Die evangelisch-reformierte Uplewarder Kirche wurde um 1300 erbaut.<ref name="dehio" /> Sie steht im ostfriesischen Ort Upleward, in der Krummhörn, und war bis zur Reformation dem heiligen Donatus geweiht.

Geschichte

Datei:Innenraum Upleward03.jpg
Blick in das Innere
Datei:Torbogen Uplewarder Kirche97.jpg
Das vermauerte Kleeblattportal und die Grabsteine des 16. Jahrhunderts.

Ob das heutige Bauwerk einen Vorgänger aus Holz hatte, ist unbekannt. Um 1300 begannen die Einwohner von Upleward, eine Kirche aus Backstein zu errichten. Sie wurde nach Fertigstellung dem heiligen Donatus geweiht. Im Gegensatz zu den Gotteshäusern der Nachbardörfer ist die Uplewarder Kirche viel schlichter gehalten. Das Kirchenschiff ist von der Idee geprägt, möglichst wenig Licht in das Bauwerk zu lassen, und in dieser Hinsicht eng mit der Reformierten Kirche in Campen verwandt. Im Mittelalter herrschte die Vorstellung, durch den spärlichen Lichteinfall die Erhabenheit und die machtvolle Größe Gottes zu erfahren.<ref name="reformiert">Reformiert.de: Evangelisch-reformierte Gemeinde Campen-Hamswehrum-Upleward, abgerufen am 19. August 2025.</ref> Lediglich im Osten wurde ein besonderer Raum für den Altar geschaffen, der durch eine Dreifenstergruppe gegliedert ist.<ref name="Haiduk">Hermann Haiduk: Mittelalterliche Architektur in Ostfriesland. In: Karl-Ernst Behre, Hajo van Lengen: Ostfriesland. Geschichte und Gestalt einer Kulturlandschaft, Aurich 1995, ISBN 3-925365-85-0. S. 271.</ref> Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mehrfach umgebaut und repariert, so dass sie inzwischen ein völlig anderes Aussehen als zu Zeiten ihrer Errichtung hat. Bei Restaurierungsarbeiten in den 1990er Jahren wurden an den Längswänden der Kirche Kreuzmalereien entdeckt, möglicherweise die einstigen Apostelkreuze.

Baubeschreibung

Die Uplewarder Kirche ist eine Rechteck-Einraumkirche aus Backstein. Sie wurde im Stil der Gotik errichtet. Durch die vielen Umbauten ist heute in jeder Langseite nur noch ein altes Fenster vorhanden. Die übrigen, ursprünglich schmalen Spitzbogenfenster wurden nach der Reformation erweitert, um mehr Licht in das Bauwerk zu lassen. Die nachträglich eingebrochenen und wieder zugemauerten Hagioskope, zwei in der Süd- und eines in der Nordwand, sind nur noch außen erkennbar.<ref>Ingeborg Nöldeke: Verborgene Schätze in ostfriesischen Dorfkirchen – Hagioskope, Lettner und Sarkophagdeckel – Unbeachtete Details aus dem Mittelalter. Isensee Verlag, Oldenburg 2014, ISBN 978-3-7308-1048-4, S. 112 ff.</ref> Zu Zeiten ihrer Erbauung hatte die Kirche drei Portale. Die beiden Eingänge auf der Südseite wurden von den Männern sowie den Priestern genutzt, während durch das nach Norden ausgerichtete Portal nur die Frauen die Kirche betreten durften.<ref name="reformiert" /> Die alten Portale wurden vermauert, darunter eines mit Kleeblattbogen. Er ist als Element der Hochgotik in der mittelalterlichen Bausymbolik ein Hinweis auf die Dreifaltigkeit. In Ostfriesland kommt ihm eine besondere religiös-politische Bedeutung zu, da er mit einer Darstellung auf dem Siegel des Upstalsboom aus dem Jahr 1324 eines der Symbole der Friesischen Freiheit ist.

Innerhalb der Kirche wurde ein kleiner Gemeinderaum eingerichtet, da kein Gemeindehaus vorhanden ist.<ref name="reformiert" /> Der Dachreiter wurde 2003 erneuert. Er trägt an seiner Spitze einen vergoldeten Wetterhahn, der 1700 geschaffen wurde.<ref name="reformiert" />

Ursprünglich war das Innere mit vier Jochen überwölbt, die inzwischen durch eine Voutendecke ersetzt wurden. Der freistehende Glockenturm des geschlossenen Typs befindet sich südöstlich des Hauptbaus. Er wird auf das Jahr 1854 datiert<ref name="dehio" /> und trägt eine Bronzeglocke von 1752.<ref name="reformiert" />

Ausstattung

Die Reste eines Sakramentshäuschens aus der Uplewarder Kirche sind heute im Mühlenmuseum in Pewsum zu sehen.<ref>Greetsiel und die Krummhörn: Upleward, abgerufen am 19. August 2025.</ref> Die Kanzel an der Südwand ist ein Werk des 18. Jahrhunderts.<ref name="reformiert" /> Die Orgel stammt aus dem Jahr 1963 und wurde vom Orgelbauer Alfred Führer aus Wilhelmshaven erbaut.

An der Außenmauer wurden Grabplatten aufgestellt, darunter zwei mit Wappen, die auf das 16. Jahrhundert datiert werden.<ref name="dehio">Georg Dehio: Dehio – Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bremen, Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag; Auflage: Neubearbeitung, stark erweiterte Ausgabe. München, Berlin (1. Januar 1992), ISBN 3-422-03022-0, S. 1284.</ref>

Sonstiges

Während des Achtzigjährigen Krieges ließen sich viele niederländische Flüchtlinge in der Krummhörn nieder. Einige wirkten dort als Pastoren in den reformierten Gemeinden, so auch in Upleward, wo Johann Bogermann wirkte. Sein Sohn Johannes Bogermann wurde 1576 im Pfarrhaus geboren. Er gilt als einflussreicher reformierter Theologe des 17. Jahrhunderts und wurde 1618/19 zum Präses der Dordrechter Synode gewählt.<ref>Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Upleward (PDF; 0,8 MB), abgerufen am 19. August 2025.</ref>

Siehe auch

Literatur

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Weblinks

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Einzelnachweise

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