Unterau (Berchtesgaden)
Unterau ist seit dem 1. Januar 1972 ein Gemeindeteil bzw. eine Gnotschaft des Marktes Berchtesgaden im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land.
Lage
Der Gemeindeteil Unterau, in dem ab 1983 auch das das Gewerbegebiet Gartenau eingerichtet wurde,<ref>Neuaufstellung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet „Gartenau“, PDF, S. 5 von 31 Seiten, online unter gemeinde.berchtesgaden.de.</ref> zieht sich ab der Talebene mit Berchtesgadener Ache und Salzburger Straße entlang der Auer Straße bis auf etwa 592 m ü. NHN Höhe hinauf.<ref name="BA">Kartenausschnitt mit Unterau im BayernAtlas, online unter atlas.bayern.de.</ref>
Geschichte
Vermutlich bereits ab Ende des 14. Jahrhunderts war Unterau der 1. Gnotschaftsbezirk der „Urgnotschaft“ Au im Berchtesgadener Land, das ab 1380 das Kernland der Reichsprälatur Berchtesgaden und der später eigenständigen, reichsunmittelbaren Fürstpropstei Berchtesgaden (1559–1803) bildete. Nach drei kurz hintereinander folgenden Herrschaftswechseln wurde 1810 das Berchtesgadener Land mit seinen Gnotschaften dem Königreich Bayern angegliedert und aus Au ab 1812 eine Gemeinde. Unterau blieb bis zum 31. Dezember 1971 Gemeindeteil der Gemeinde Au, die im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Januar 1972 nach Berchtesgaden eingemeindet wurde.<ref></ref> Seither ist Unterau ein Gemeindeteil bzw. eine Gnotschaft des Marktes Berchtesgaden.
Anfang des 20. Jahrhunderts gab es mit der Haltestelle Au bei Berchtesgaden der Lokalbahn Berchtesgaden–Hangender Stein (1908 bis 1938) nur in der Unterau einen Anschluss an das öffentliche Verkehrsnetz, so dass der Anstieg in die Oberau nach wie vor zu Fuß zu bewältigen war.<ref name="Helm199">Hellmut Schöner: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, 1982, S. 199.</ref> Zum Betrieb dieser elektrischen Lokalbahn wurde zwischen 1907 und 1908 das Wasserkraftwerk Gartenau errichtet, für das kurz vor der Gemeindegrenze zu Marktschellenberg der Flussbogen der Berchtesgadener Ache durch einen etwa 550 Meter langen Kanal abgeschnitten worden ist. Auf der dank Ache und Kanal gebildeten „Insel“ wurde später zusammen mit dem Kraftwerk das Gewerbegebiet Gartenau eingerichtet. Eine Erweiterung des öffentlichen Verkehrsnetzes erfuhren die Unterau wie auch die höher gelegenen Gnotschaften der Au erst ab 1929 mit der Einrichtung einer Kraftpostlinie von und nach Berchtesgaden.<ref name="Helm199" /> Vergleichsweise lebhaft wurde der auch über Unterau führende Verkehr ab 1938 mit Baubeginn der Roßfeldhöhenringstraße,<ref name="Helm199" /> deren kriegsbedingte Baulücke an der Scheitelstrecke aber erst seit 1955 geschlossen werden konnte und damit dann auch eine durchgehend befahrbare Höhenringstraße zwischen Oberau und Obersalzberg geschaffen hatte.<ref name="Helm475">Hellmut Schöner: Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Ergänzungsband I, 1982, S. 475, 476.</ref> Heute wird der „Ring“ mit Hilfe der Kreisstraße BGL 9 in der Oberau und einem Teilstück der Bundesstraße 319 (Oberau – Landau – Klaushöhe) vollständig geschlossen.
Zur letzten Volkszählung vom 25. Mai 1987 hatte Unterau eine Bevölkerung von 168 und 73 Wohnungen in 51 Gebäuden mit Wohnraum.<ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 70 (Digitalisat).</ref> Zur Volkszählung von 1871 waren es 233 Einwohner in 86 Gebäuden.<ref>Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 50, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref>
Hausnamen
Die Gnotschaft Unterau bestand ursprünglich aus 28 Anwesen, davon 17 ganze Höfe und 11 halbe Höfe, die mit ihren Hausnamen aufgeführt werden. Weicht der heutige Hausname vom damaligen ab, ist er in Klammern beigefügt. Laut Steuerbuch von 1698 war der für den Gnotschafterbezirk aufgestellten Gnotschafter der Bauer von Scherl (heute Vock). Die Anwesen Drexler, Fremdenlehen, Pfnür, An der Leiten, Terzer, Thann und Weissenstein sind heute nicht mehr bekannt und in der nachstehenden Übersicht kursiv dargestellt.<ref>Statistische Übersicht nach dem Stand von 1698. 1. Land= und Pfleggericht Berchtesgaden. Gnotschaft Au. Erster Gnotschafterbezirk = heutige Gnotschaft Unterau</ref>
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Unterau
| Ganze Höfe | Halbe Höfe |
|---|---|
|
|
Die aktuellen Hausnamen sind auch auf der topographischen Karte im BayernAtlas dargestellt.<ref name="BA" />
Weblinks
Einzelnachweise
<references/>
Koordinaten: 47° 39′ N, 13° 3′ O
{{#coordinates:47,653311111111|13,041744444444|primary
|dim=
|globe=
|name=
|region=DE-BY
|type=city
}}
<templatestyles src="BoxenVerschmelzen/styles.css" />
Gemarkung Berchtesgaden: Berchtesgaden | Gemarkung Au: Unterau | Oberau | Resten | Gemarkung Maria Gern: Hintergern | Obergern | Vordergern | Am Etzerschlößl | Gemarkung Salzberg: Anzenbach | Metzenleiten | Mitterbach | Obersalzberg | Untersalzberg I | Untersalzberg II | Gemarkung Eck
Vorlage:Klappleiste/Ende<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang
| Au (heute Gemarkung Au des Marktes Berchtesgaden) | |
| Gern (heute Gemarkung Maria Gern des Marktes Berchtesgaden) | |
| Salzberg (heute Gemarkung Salzberg des Marktes Berchtesgaden) |
Anzenbach • Metzenleiten • Mitterbach • Obersalzberg • Untersalzberg I • Untersalzberg II |
| Bischofswiesen (heute Gemeinde Bischofswiesen) | |
| Ettenberg (heute Gemarkung Ettenberg des Marktes Marktschellenberg) |
Vorderettenberg • Hinterettenberg • Schneefelden (1817–1818) • Schaden (1817–1818) |
| Scheffau (heute Gemarkung Scheffau des Marktes Marktschellenberg) |
Oberstein • Mehlweg (zu Neusieden) • Neusieden • Götschen • Unterstein |
| Ramsau (heute Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden) |
Antenbichl • Au • Hintersee (zu Antenbichl) • Schwarzeck • Taubensee |
| Schönau (heute Gemeinde Schönau am Königssee) |
Faselsberg (1817–1978 Gde. Königssee) • Königssee (1817–1978 Gde. Königssee) • Hinterschönau • Oberschönau I • Oberschönau II • Schwöb (1817–1978 Gde. Königssee) • Unterschönau I • Unterschönau II |
Rechte Spalte: Gnotschaftsbezirke – heute Gnotschaften bzw. Ortsteile der jeweils links genannten Gemeinde