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Universitätsmusikdirektor

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Universitätsmusikdirektor ist in Deutschland ein universitäres Amt, mit dem die Aufgabe verbunden ist, das musikalische Leben an einer Universität zu gestalten und zu koordinieren. An einigen Universitäten heißt das Amt Akademischer Musikdirektor.

Struktur

Je nach Ausrichtung der Universität sind mit dem Amt unterschiedliche Aufgaben verbunden: Künstlerische und administrative Leitung des Collegium musicum, des Universitätsorchesters, des Universitätschores und anderer musikalischer Ensembles der Universität. Zu den beruflichen Voraussetzungen gehört in der Regel ein Studium der Musik oder der Musikwissenschaft sowie ein Dirigierstudium und Erfahrung in der Arbeit mit Orchestern und Chören.

Die Stellen sind je nach Hochschule direkt dem Präsidium bzw. Rektorat, dem Fach Musikwissenschaft, der philosophischen oder theologischen Fakultät oder dem Studium generale zugeordnet, während die Ensembles allen Mitgliedern der Universität offenstehen. An manchen Universitäten tragen die Universitätsmusikdirektoren einen Professorentitel, einige unterrichten in musikwissenschaftlichen Fächern.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lebendige Tradition – Der Beruf des Universitätsmusikdirektors. (Memento vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive) Interview mit Philipp Amelung. In: Academics März 2013. Abgerufen am 24. November 2017</ref><ref>Markus Quabeck: Universitäres Musizieren in Deutschland (Schriftenreihe der Universität Bonn, Bd. 21), Bonn 2000, S. 51</ref>

Geschichte

Der Göttinger Musikforscher Johann Nikolaus Forkel wurde 1779 zum ersten Akademischen Musikdirektor ernannt.<ref>Axel Fischer: Das Wissenschaftliche der Kunst: Johann Nikolaus Forkel als Akademischer Musikdirektor in Göttingen, Göttingen 2015, S. 169f.</ref> Fast zeitgleich wurde in Halle an der Saale Daniel Gottlob Türk berufen. Andere Universitäten folgten kurz darauf, da man in der Berufung eines Akademischen Musikdirektors eine Prestigequelle sah und den anderen Universitäten um nichts nachstehen wollte. Es folgte eine Welle von Erstbesetzungen Akademischer Musikdirektoren.<ref>Emil Platen: Art. Universität und Musik, in: MGG, Bd. 9 (1998), Sp. 1165–1186.</ref> In einer zweiten Welle der Popularität akademischen Musizierens ab den 1960er-Jahren richteten nahezu alle größeren deutschen Hochschulen das Amt ein.<ref>Markus Quabeck: Universitäres Musizieren in Deutschland (Schriftenreihe der Universität Bonn, Bd. 21), Bonn 2000, S. 51</ref>

in Deutschland sind Universitätsmusikdirektoren in dem Netzwerk Universitätsmusik in Deutschland verbandlich organisiert.<ref>Netzwerk Universitätsmusik in Deutschland, abgerufen am 26. März 2026</ref> In einem Positionspapier beschreibt der Verband die Aufgaben des Musiklebens an Hochschulen mit der musikalischen Bildung der Studierenden, der Entwicklung ihrer Persönlichkeit, einschließlich gesundheitlicher Aspekte der musikalischen Betätigung, von Sozialkompetenz und der Vorbereitung auf eine nachhaltige Teilhabe am kulturellen Leben und der Förderung bürgerschaftlichen Engagements.<ref>Positionspapier Netzwerkum vom 3. September 2025, abgerufen am 26. März 2026</ref>

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Axel Fischer: Das Wissenschaftliche der Kunst: Johann Nikolaus Forkel als Akademischer Musikdirektor in Göttingen, Göttingen 2015.
  • Markus Quabeck: Universitäres Musizieren in Deutschland (Schriftenreihe der Universität Bonn, Bd. 21), Bonn 2000.
  • Robert Schomacker (Hrsg.): JüJü – Jürgen Jürgens, der Monteverdi-Chor Hamburg und die Akademische Musikpflege der Universität Hamburg von den Anfängen bis 1994, Norderstedt 2015.

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