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Ujeździec

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Ujeździec
Geseß
Vorlage:Platzhalterbild
Ujeździec Geseß (Polen)
Ujeździec
Geseß (Polen)
Ujeździec
Geseß
Basisdaten
Staat: PolenDatei:Flag of Poland.svg Polen

Woiwodschaft: Opole
Powiat: Nyski
Gmina: Paczków
Geographische Lage: 50° 26′ N, 17° 3′ OKoordinaten: 50° 25′ 57″ N, 17° 2′ 56″ O
 {{#coordinates:50,4325|17,048888888889|primary
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Höhe: 235 m n.p.m.
Einwohner: 424 (31. Dez. 2018<ref>Graport o stanie Gminy Paczków za 2018 rok, abgerufen am 3. Mai 2020</ref>)
Postleitzahl: 48-370
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: ONY
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Flughafen Breslau

Ujeździec (deutsch: Geseß, auch Gesäß, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein Ort in der Stadt- und Landgemeinde Paczków im Powjat Nyski der Woiwodschaft Opole in Polen.

Geographie

Das Angerdorf Ujeździec liegt etwa fünf Kilometer südöstlich von Paczków (Patschkau), 27 Kilometer südwestlich von Nysa (Neisse) und 83 Kilometer südwestlich von Opole (Oppeln) am Czerwony Potok (Fuchswinkler Wasser).

Nachbarorte sind im Norden Stary Paczków (Alt Patschkau), im Osten Wilamowa (Alt-Wilmsdorf), im Osten Trzeboszowice (Schwammelwitz), im Südosten Dziewiętlice (Heinersdorf), im Südwesten Lisie Kąty (Fuchswinkel) und im Nordwesten Unikowice (Heinzendorf).

Geschichte

Datei:2013 Ujeździec 10 Kościół św. Katarzyny.jpg
Pfarrkirche der hl. Katharina von Alexandrien
Datei:2013 Ujeździec 01 Pałac.jpg
Schloss Geseß
Datei:2013 Ujeździec 04 Kapliczka.jpg
Wegekapelle

Der Ort wurde erstmals in einer Urkunde von 1291 als Geseze erwähnt.<ref name="Knie" /> 1292 erfolgte eine Erwähnung als Vyeszez. Für das Jahr 1296 ist die Ortsbezeichnung Vyesezec bei Patschkau überliefert. 1310 wird der Ort als Gezes erwähnt und zählte eine Schenke und eine Mühle mit zwei Rädern.<ref name="Scholz">Bernhard W. Scholz: Das geistliche Fürstentum Neisse. 2011 Böhlau Verlag Köln Weimar Wien, ISBN 978-3-412-20628-4, 1998, S. 352</ref> Kurz vor 1416 war eine Pfarrkirche (Patrozinium St. Katharina) erbaut worden. In Geseß gibt es ein Schloss der Familie Jerin, das 1444 als fester Platz im Bistum Breslau genannt wird. Seine Keller und das untere Mauerwerk stammen vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. 1579 war das Dorf im Besitz von Hans und Sigmund Schetligk und besaß zwei Vorwerke.<ref name="Scholz" />

Eine Schule bestand in Geseß bereits seit 1690.<ref name="Triest" /> Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 gelangte Geseß mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen.

Nach der Säkularisation des Fürstentums Neisse 1810 wurde die weltliche Herrschaft der Breslauer Bischöfe beendet. Mit der Neugliederung Schlesiens 1813 wurde Geseß, das bis dahin zum Regierungsbezirk Breslau gehörte, dem oberschlesischen Regierungsbezirk Oppeln eingegliedert. Ab 1816 gehörte es zum neu errichteten Landkreis Neisse, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. 1828 brannte die Kirche ab und wurde 1834/36 neu erbaut. 1845 bestanden im Dorf eine katholische Kirche, eine katholische Schule, zwei Vorwerke, ein Schloss, eine Mühle sowie 89 weitere Häuser. Im gleichen Jahr lebten in Geseß 606 Menschen, davon sechs evangelisch.<ref name="Knie">Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 152.</ref> 1855 lebten 610 Menschen in Geseß. 1865 bestanden im Ort eine Scholtisei, eine 12 Bauern-, 27 Gärtnerstellen und 25 Häuslerstellen sowie eine Gastwirtschaft, zwei Wassermühle und zwei Webstühle.<ref name="Triest">Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865, S. 1008</ref> Zusammen mit den Landgemeinden Alt-Wilmsdorf und Alt Patschkau sowie den gleichnamigen Gutsbezirken gehörte Alt Patschkau ab 1874 zum Amtsbezirk Geseß.<ref>Territorial Amtsbezirk Patschkau</ref> 1885 zählte Geseß 485 Einwohner.<ref>AGOFF Kreis Neisse</ref> Das zweistöckige Schulhaus stammt aus dem Jahr 1898.

Im Jahre 1925 besuchten 103 Kinder die dreiklassige Schule. 1933 lebten in Geseß 553 Menschen.<ref name="Vwg">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> Im Dorf gab es 1937 einen Bäcker, ein Baugeschäft, einen Friseur, einen Gasthof, eine Mühle, eine Schmiede, drei Schuhmacher, einen Tischler, einen Gemischtwarenladen und eine Elektrizitätsgenossenschaft.<ref>Be-such mich zu Patschkau. Der schlesischen Stadt Patschkau zum Gedächtnis. Hrsg. von Leo Schiller. Osnabrück: Selbstverlag 1999. S. 249</ref> 1939 zählte Geseß 576 Menschen.<ref name="Vwg" />

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Geseß 1945 an Polen, wurde in Ujeździec umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. 1950 wurde es in die Woiwodschaft Oppeln eingegliedert. 1999 kam es zum wiederbegründeten Powiat Nyski.

Einwohnerentwicklung

  • 1784: 343 Einwohner, 55 Stellen
  • 1845: 606 Einwohner, 80 Häuser
  • 1895: 577 Einwohner, 85 Häuser, 136 Haushalte
  • 1939: 574 Einwohner, 133 Haushalte<ref>Be-such mich zu Patschkau. Der schlesischen Stadt Patschkau zum Gedächtnis. Hrsg. von Leo Schiller. Osnabrück: Selbstverlag 1999. S. 229</ref>

Sehenswürdigkeiten

  • Die römisch-katholische Katharinenkirche (poln. Kościół św. Katarzyny) wurde 1834 erbaut. Der Vorgängerbau brannte 1828 nieder. Ein erster Kirchenbau im Ort entstand bereits im Jahr 1416. Das Gebäude wurde 2010 unter Denkmalschutz gestellt.<ref name="Denkmal">Denkmalregister der Woiwodschaft Oppeln</ref>
  • Das Schloss Geseß entstand um 1595 im Auftrag des Breslauer Fürstbischofs Andreas von Jerin im Stil der Renaissance. Es wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts erweitert und 1877 im Stil des Eklektizismus umgebaut. Die Fassade erhielt Ornamente im Stil des Neobarocks, des Neoklassizismus und der Neogotik. Das Gebäude besitzt einen rechteckigen Grundriss, drei Geschosse und ein Walmdach mit dekorativen Gauben.<ref>Geschichte und Beschreibung Schloss Geseß (polnisch)</ref> Das Gebäude wurde 1965 unter Denkmalschutz gestellt.<ref name="Denkmal" />
  • Steinerne Wegekapelle aus Backstein mit Jesusstatue
  • Steinerne Wegekapelle mit Marienstatue
  • Steinerne Wegekapelle mit Jesusdarstellung
  • Steinernes Wegekreuz

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr OPS Ujeździec
  • Fußballverein LZS Ujeździec

Persönlichkeiten

Weblinks

Commons: Ujeździec – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Dziewiętlice (Heinersdorf) | Frydrychów (Friedrichseck) | Gościce (Gostitz) | Kamienica (Kamitz) | Kozielno (Kosel) | Lisie Kąty (Fuchswinkel) | Paczków (Patschkau) | Stary Paczków (Alt Patschkau) | Ścibórz (Stübendorf) | Trzeboszowice (Schwammelwitz) | Ujeździec (Geseß) | Unikowice (Heinzendorf) | Wilamowa (Alt Wilmsdorf)

Weiler: Książe (Fürstenvorwerk) | Paczkówek (Charlottenthal)

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