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Uffeln (Ibbenbüren)

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Uffeln
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(758)&title=Uffeln 52° 19′ N, 7° 38′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(758) 52° 19′ 22″ N, 7° 37′ 52″ O
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Einwohner: 758 (31. Dez. 2023)<ref>Aktuelle Einwohnerzahlen. Ibbenbüren, abgerufen am 15. Januar 2024.</ref>
Postleitzahl: 49479
Vorwahl: 05459

Uffeln ist ein im Westen der Stadt Ibbenbüren liegender Stadtteil in der Region Tecklenburger Land, bekannt vor allem durch das größte und bedeutendste Industriegebiet der Stadt. Die Einwohnerzahl von Uffeln beträgt 748 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2015)<ref>Einwohnerzahlen nach Ortsteilen 31. Dezember 2015 (PDF; 7 kB) Einwohnerzahlen der Stadt Ibbenbüren</ref>. Der Ort ist durch den Mittellandkanal in zwei Teile geteilt, einen östlichen und einen westlichen. Ursprünglich war Uffeln ein Ortsteil der Gemeinde Ibbenbüren-Land. Am 1. Januar 1975 wurde Uffeln wie die restliche Landgemeinde Ibbenbüren zur Stadt Ibbenbüren umstrukturiert.

Geographie

Uffeln liegt am westlichen Ende des Schafberges. Es grenzt im Westen an den Hörsteler Ortsteil Ostenwalde und im Südwesten an Hörstel selber an. Im Süden liegt Püsselbüren und im Osten Dickenberg, beides Stadtteile von Ibbenbüren. Im Norden befindet sich der Recker Ortsteil Obersteinbeck. Im Nordwesten befindet sich der Ort Hopsten.

Einwohner

Datum Einwohner
31.12.2006 773<ref>In Ibbenbürener Volkszeitung am 13. Januar 2007:"Geburtenrate sinkt: 100 Babys weniger"</ref>
31.03.2013 771
31.12.2015 752
31.12.2023 758<ref>Aktuelle Einwohnerzahlen. Ibbenbüren, abgerufen am 15. Januar 2024.</ref>

Verkehr

Datei:Mittellandkanal in Uffeln am Morgen.jpg
Der Mittellandkanal im Morgennebel

Südlich des Ortes verläuft ein ehemaliges Teilstück der Bundesstraße 65, das von der südlich gelegenen Bundesautobahn 30 ersetzt wurde.

Im westlichen Ortsteil von Uffeln verläuft die Tecklenburger Nordbahn mit dem Bahnhof Uffeln. Das Güterabstellgleis und der dazugehörige Güterschuppen wurden vor ein paar Jahren beseitigt. Zum Industriegebiet und dem Mittellandkanal besteht ein Anschlussgleis. Das östliche Industriegebiet ist durch ein Gütergleis mit der Bahnstrecke Löhne–Rheine verbunden. Am Mittellandkanal befindet sich der Hafen Uffeln. Südlich des Hafens befindet sich der Stichkanal Ibbenbüren.

Eine Schmalspurbahn verband einst Uffeln mit dem Dickenberg und dem Bahnhof Hörstel. Sie diente dem Gütertransport. Vor allem Ziegelsteine, Sandstein und Kohle wurden so zum Hafen und zum Bahnhof gefahren.

Wirtschaft

Datei:Hafen Uffeln.jpg
Hafen von Uffeln in der Abendsonne

Der Ortsteil Uffeln ist das Industriegebiet der Stadt Ibbenbüren. Hier sind mehrere Betriebe der chemischen Industrie in einem Chemiepark ansässig.

Im westlichen Teil sind zahlreiche Metallbaufirmen, Entsorgungsfirmen, ein großes Logistikzentrum des Unternehmens Fiege sowie einige kleine und mittlere Chemiefirmen angesiedelt. Am Hang des Schafberges befinden sich Steinbrüche sowie zwei ehemalige Mülldeponien.

Bedeutend war für Uffeln im 19. und 20. Jahrhundert vor allem der Bergbau, der sich vor allem in der ehemaligen Grube Mieke sowie zahlreichen Hinterlassenschaften des Bergbaus wie den Bodelschwingh-Stollen und den Barbarastollen zeigt. Ein Kalksteinbruch und ein Kalkofen boten vielen Familien Lohn und Brot.

Chemiepark

Anfang der 1960er Jahre wurde unter Beteiligung der Preussag und der Koninklijke Nederlandse Zoutindustrie (KNZ) die Elektro Chemie Ibbenbüren (ECI) gegründet. Das Unternehmen errichtete am Mittellandkanal eine Fabrik zur Herstellung von Natronlauge mittels Chloralkali-Elektrolyse.<ref name=":0">Unsere Geschichte. Nobian, abgerufen am 7. April 2026.</ref> 1963 wurde mit der Lieferung von Chlor begonnen. Nach ihrer Neuausrichtung veräußerte die Preussag im Oktober 2002 ihre Anteile an der ECI an AkzoNobel, in welches die KNZ aufgegangen war. Damit wurde die Akzo-Gruppe alleinige Eigentümerin der ECI.<ref>TUI AG veräußert ECI Elektro-Chemie GmbH an die Akzo Nobel ChemicalsHolding GmbH. 6. Dezember 2002, abgerufen am 7. April 2026.</ref> Nachdem AkzoNobel im Jahr 2018 seine Chemieaktivitäten veräußert hatte, wurden die Geschäfte zunächst unter dem Namen Nouryon weitergeführt. Im Jahr 2021 wurde schließlich das Salz- und Chlor-Alkali-Geschäft von Nouryon ausgegliedert und als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Nobian weitergeführt.<ref name=":0" />

Bis 2017 kam in der Chloralkali-Elektrolyse am Standort Ibbenbüren ausschließlich das Amalgam-Verfahren zum Einsatz. Im Juli 2015 gründeten AkzoNobel und Evonik, die bis dahin am Standort Lülsdorf eine Quecksilber-Elektrolyse für Kalilauge betrieben hatte, ein Joint Venture für die Errichtung und den Betrieb einer Membranelektrolyse für Chlor und Kalilauge am Standort Ibbenbüren: die Neolyse Ibbenbüren GmbH. Evonik und die heutige Nobian sind mit jeweils 50 % an dem neuen Unternehmen Neolyse Ibbenbüren beteiligt. Die im Februar 2018 eröffnete Anlage hat eine jährliche Nennkapazität von ca. 140.000 Tonnen Kalilauge und 90.000 Tonnen Chlor.<ref name=":1">Nobian (Hrsg.): Umwelterklärung. 2024 (nobian.com [PDF]).</ref><ref>Joint Venture: Akzo Nobel und Evonik nehmen Membranelektrolyse-Anlage in Ibbenbüren in Betrieb. https://www.chemieindustrie-online.de/, 14. Februar 2018, abgerufen am 7. April 2026.</ref> Nobian stellt daneben Salzsäure, Natriumhypochlorit, Eisen(III)-chlorid-Lösung und Eisen(II)-chloridsulfat-Lösung her.<ref name=":1" />

Weitere Firmen sind Angus Chemie, Sachtleben Chemie Ibbenbüren und Sidra. Die ehemalige BASF Tochter Wibarco, die an die Schweizer Hansa Group veräußert wurde, wurde aufgrund der Insolvenz der Hansa Chemie geschlossen.<ref>BASF verkauft Wibarco an Hansa Chemie</ref>

Mülldeponien

In einem ehemaligen Steinbruch an der Rheiner Straße wurde 1968 die Mülldeponie Wolters angelegt. Nachdem das genehmigte Deponievolumen von 220.00 m³ erreicht war, wurde die Deponie 1977 geschlossen. Zwar erfolgte die Ablagerung schon relativ geordnet und das anfallende Deponiegas wurde durch einen Schornstein abgeleitet, aber es erfolgte im Anschluss keine Oberflächenabdichtung. Erst im Jahr 1999 erhielt die Deponie eine Oberflächenabdichtung um anfallendes Regenwasser von Deponiekörper fernzuhalten.<ref>Alte städtische Mülldeponie wird für drei Millionen Mark saniert. Ibbenbürener Volkszeitung, 9. November 1999</ref>

Anschließend wurde in der Nähe eine zweite Deponie bis 2003 betrieben.

Natur

Im Grenzgebiet zu den Orten Hopsten und Obersteinbeck befindet sich das Naturschutzgebiet Heiliges Meer – Heupen. Der ehemalige Kalksteinbruch hat ein wertvolles Rückzugsgebiet für die Natur geschaffen.

Gemeindeleben

Datei:TNB und Ortszentrum Uffeln.jpg
Ortskern von Uffeln, in der Mitte befand sich das ehemalige Abstellgleis der Tecklenburger Nordbahn

Das Gemeindeleben wird besonders durch die zahlreichen Vereine und Freizeitgruppen bestimmt. Der größte und bedeutendste Verein ist der SV Uffeln, bei dem der Fußball im Vordergrund steht, aber auch weitere Sportarten wie Beach-Volleyball und Tennis angeboten werden. Der SV Uffeln besteht seit 1932. Weitere Aktivitäten gehen aber auch vom Schützenverein (besteht seit 1869) und den zahlreichen Gruppen der ehemaligen Kirchengemeinde St. Marien Uffeln aus.

Schule

In der alten Dorfschule wurde 1986 die Schule für Erziehungshilfe des Kreises Steinfurt untergebracht. 2001 wurde ein Neubau errichtet und das alte Schulgebäude abgerissen. Heute trägt die Schule den Namen Janusz-Korczak-Schule und hat als Schwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung.<ref>hsc: Neubau der Janusz-Korczak-Schule in Uffeln. In: Ibbenbürener Volkszeitung. Nr. 148, 29. Juni 2001, S. ibb2a (ivz-aktuell.de [abgerufen am 9. November 2025]).</ref>

Weblinks

Commons: Uffeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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