Tyczka (Unternehmen)
| Tyczka
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | LOGO TYCZKA GROUP.svg | |
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 2002 |
| Sitz | Geretsried, Datei:Flag of Germany.svg Deutschland |
| Leitung | Frank Götzelmann, Frederick Tyczka-Christoph |
| Mitarbeiterzahl | 614<ref name="Jahresabschluss Tyczka Unternehmensgruppe">Tyczka Unternehmensgruppe, Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 zum 31. Dezember 2023, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 12. November 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024.</ref> |
| Umsatz | 437 Millionen Euro<ref name="Jahresabschluss Tyczka Unternehmensgruppe" /> |
| Branche | Flüssiggas |
| Website | www.tyczka.com |
| Stand: 2023 | |
Die Tyczka GmbH ist eine im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ansässige Holdinggesellschaft im Bereich Flüssig- und Industriegase sowie Wasserstoff.<ref name=":3">Firmenprofil Tyczka GmbH. In: Bisnode. 7. August 2023.</ref>
Unternehmensgeschichte
Die heutige Unternehmensgruppe Tyczka führt ihren Ursprung auf das Georg Tyczka Sauerstoffwerk zurück, das 1924 zur Zeit der Weimarer Republik in Görlitz von Georg Tyczka gegründet wurde. Nach der Machtergreifung stieg Georg Tyczka im NS-Staat 1934 mit seiner Firma in die Flüssiggasversorgung ein, zwei Jahre später eröffnete er das erste Abfüllwerk. Das Unternehmen profitierte von der Treibstoffverknappung Anfang des Zweiten Weltkriegs, da so größere Mengen Flüssiggas an die deutsche Zivilbevölkerung abgesetzt werden konnten.<ref>Der Beginn einer Erfolgsgeschichte im Unternehmen Tyczka. In: Andreas Christian de Morales Roque (Hrsg.): StadtBild Görlitz. Juni 2020, S. 34.</ref>
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Tyczka durch die SMAD entschädigungslos enteignet. Anschließend übersiedelte er nach Westdeutschland<ref>Dr. Tyczka in Görlitz: Geretsrieder Unternehmer verewigt sich im Goldenen Buch. In: Merkur. 12. Dezember 2018, abgerufen am 20. Februar 2024.</ref> und baute in Schwarzenfeld in der Oberpfalz 1947 das Unternehmen Industriegas GmbH auf.<ref>Doris Schmid: Ein ausgezeichneter Unternehmer wird 95. In: Münchner Merkur. 26. Februar 2021, abgerufen am 19. August 2023.</ref> Georg Tyczkas Sohn Hans-Wolfgang trat 1950 in das Unternehmen ein. Im Zuge der Olympischen Sommerspiele 1972 in München gründete dieser gemeinsam mit Gloria-Gas München die Olympiagas GmbH, welche die Hand- und Stadionfackeln für die Olympischen Spiele entwickelte.<ref>Feuer und Flamme für Olympia. In: Flüssiggas Magazin. September 2022, abgerufen am 19. August 2023.</ref>
2002 gründete Tyczka gemeinsam mit dem Mineralölunternehmen Total Deutschland das Joint Venture Tyczka Totalgaz.<ref name=":0">Tanja Lühr: Tyczka setzt künftig auf erneuerbare Energien. In: Münchner Merkur. 11. Juli 2017, abgerufen am 20. August 2023.</ref><ref>Felicitas Amler: Marktführer aus Geretsried. In: Süddeutsche Zeitung. 10. Juli 2017, abgerufen am 20. August 2023.</ref> Im Jahr 2005 gründeten Tyczka Totalgaz und die Valentin-Gruppe das Joint Venture Valentin Flüssiggas.<ref name=":2">Tyczka Totalgaz will alleiniger Gesellschafter der Valentin Flüssiggas werden. In: Flüssiggas Magazin. 3. August 2010, abgerufen am 20. August 2023.</ref> Im Jahr 2010 wurden die restlichen 50 Prozent der Anteile an Valentin Flüssiggas in die Unternehmensgruppe eingegliedert.<ref name=":2" />
2015 nahm Tyczka eine Luftzerlegungsanlage in Braunau am Inn im Ortsteil Ranshofen in Österreich in Betrieb, in der Argon, Stickstoff und Sauerstoff produziert werden.<ref name=":5">Gashersteller Tyczka öffnet von Ranshofen aus Markt für Österreich. In: Oberösterreichische Nachrichten. 27. Juni 2023, abgerufen am 20. August 2023.</ref> Im Juli 2017 gab Tyczka bekannt, dass das Unternehmen den 50-prozentigen Anteil des bisherigen Gemeinschaftsunternehmens Tyczka Totalgaz von Total Deutschland übernahm. Tyczka Totalgaz wurde daraufhin in die Tyczka Energy GmbH umfirmiert.<ref name=":0" />
Der Einstieg in den Geschäftsbereich Wasserstoff erfolgte mit der Gründung der Tyczka Hydrogen GmbH im Jahr 2021.<ref name=":6">Susanne Weiß: Tyczka setzt auf Wasserstoff: „Das Thema passt perfekt zu uns“. In: Münchner Merkur. 4. März 2023, abgerufen am 19. August 2023.</ref> Im Februar 2022 übernahm das Unternehmen den Gaslieferanten GPG Gase Partner GmbH aus Witten in Nordrhein-Westfalen.<ref>Claudia Koestler: Geretsrieder Unternehmen expandiert. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Februar 2022, abgerufen am 20. August 2023.</ref> Im Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz in Höhe von 437 Mio. Euro und beschäftigte 614 Mitarbeiter.<ref name=":3" />
Beteiligung am Flüssiggaskartell
Ende 2007 gehörten Tyczka Energie und Tyczka Totalgaz zu den sieben Unternehmen der Flüssiggasbranche (inklusive der jeweiligen Geschäftsführer), gegen die aufgrund von Kundenschutzabsprachen vom Bundeskartellamt Bußgelder in Höhe von insgesamt knapp 208 Mio. Euro verhängt wurden.<ref>Bundeskartellamt verhängt Millionenbußen gegen Flüssiggasunternehmen. In: bundeskartellamt.de. 19. Dezember 2007, abgerufen am 24. April 2024.</ref> Im April 2013 ging das OLG Düsseldorf in seiner Entscheidung gegen das von 1997 bis 2005 aktive „Flüssiggas-Kartell“ über die Kartellamtsentscheidung hinaus und erhöhte das Bußgeld für fünf Unternehmen, darunter Tyczka Totalgaz, auf 244 Mio. Euro.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />OLG Düsseldorf verhängt hohe Geldbußen gegen „Flüssiggas-Kartell“ ( vom 5. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref><ref>OLG Düsseldorf verschärft Geldbußen gegen das Flüssiggaskartell. In: bundeskartellamt.de. 16. April 2013, abgerufen am 24. April 2024.</ref> Damit erging gegen das Kartell eine der höchsten Strafen wegen Wettbewerbsverstößen in der EU. Das Urteil wurde Anfang 2019 vom Bundesgerichtshof (BGH) aufgehoben und an einen anderen Kartellsenat des OLG Düsseldorf zurückverwiesen. 2020 schloss der 6. Kartellsenat des OLG Düsseldorf das Verfahren und verhängte gegen die sieben Flüssiggas-Unternehmen, darunter Tyczka Gase (ehemals Tyczka Energie) und Tyczka Totalgaz, eine Gesamtgeldbuße in Höhe von rund 40 Mio. Euro.<ref>Flüssiggaskartell: Spektakuläres Verfahren abgeschlossen. In: Flüssiggas Magazin. 13. Oktober 2020, abgerufen am 5. Juni 2025.</ref>
Produkte und Dienstleistungen
Die Unternehmensgruppe ist in Deutschland, Österreich und Polen mit acht Tochtergesellschaften und einer Beteiligungsgesellschaft in den Geschäftsfeldern Flüssig- und Industriegase, Wasserstoff sowie im Bereich Handel vertreten.<ref name="Jahresabschluss Tyczka Unternehmensgruppe" />
In der Sparte Industriegase bietet ein Gruppenunternehmen technische Dienstleistungen, anwendungstechnische Beratung sowie On-Site-Versorgungssysteme an<ref>Neue Vertriebswege für Industriegase: Technische Gase von Tyczka für Österreich. In: Verfahrenstechnik. 6. Juni 2023, abgerufen am 7. Dezember 2023.</ref> und vertreibt technische Gase wie Sauerstoff, Stickstoff, Argon, Acetylen, Wasserstoff, Kohlendioxid, Spezialgase sowie Kältemittel.<ref name=":5" /> In der Sparte Wasserstoff ist ein anderes Gruppenunternehmen in den Bereichen Wasserstoffproduktion, Verdichtung und Abfüllung, Transport und Logistik sowie in der Betankungs- und Anwendungstechnik aktiv.<ref>Testfahrt des ersten bayerischen Wasserstoffzugs. In: Verkehr: Internationale Wochenzeitung seit 1945. 16. September 2023, abgerufen am 6. Dezember 2023.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
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