Tuath
Tuath, auch túath [<templatestyles src="IPA/styles.css" />
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}}{{#invoke:TemplatePar|check
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Eine Kombination von *toutā und rīx ist im Götternamen (Apollon) Toutiorix, einer Variation von Teutates, zu finden. Im Namen der Túatha Dé Danann („Volk der Danu“), einem der Invasorenvölker Irlands (siehe Lebor Gabála Érenn), ist der Begriff túath ebenso erhalten. Das tuath im gälischen Namen vieler Counties und Unitary Authorities in Schottland ist hingegen nicht verwandt und bedeutet „Nord-“ (Beispiel: North Uist, schottisch-gälisch: Uibhist a Tuath).<ref name="BM" />
Mehrere tuaithe schlossen sich oft zusammen und wurden von einem ruirí („Oberkönig“) regiert, der wiederum einem rí rúrech („König von Oberkönigen, Provinzkönig“) unterstand.<ref>Francis John Byrne: Early Irish society (1st–9th century). In: Theodore W. Moody, Francis Xavier Martin (Hg.): The course of Irish history. Mercier Press, Cork, 17. Aufl. 1987, S. 43–60, hier S. 55.</ref> Dieser regierte eine der historischen fünf Provinzen Irlands, Ulster, Connacht, Leinster, Munster und Meath (oder Mide).<ref>Wolfgang Meid: Die Kelten. S. 102 f.</ref>
Die althochdeutsche Form diot, Adjektiv diutse, nahm in späterer Zeit die Bedeutung „deutsch“ an.<ref name="BM" />
Siehe auch
Literatur
- Bernhard Maier: Lexikon der keltischen Religion und Kultur (= Kröners Taschenausgabe. Band 466). Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5.
- Wolfgang Meid: Die Kelten (= Reclams Universal-Bibliothek 17053). Reclam, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-15-017053-3.
Einzelnachweise
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