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Tsegaye Gabre-Medhin

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Gabre-Medhin (1980er Jahre)
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Gabre-Medhin (ca. 1960)

Tsegaye Gabre-Medhin, auch Gebre-Medhin (äthiop. ጸጋዬ ገብረ መድህን; * 17. August 1936 in Boda bei Ambo, Äthiopien; † 25. Februar 2006 in Manhattan, New York, NY), war ein äthiopischer Lyriker, Bühnenschriftsteller, Essayist und Künstler. Er schrieb auf Amharisch und Englisch.<ref name="goethe">Tsegaye Gebremedhin. In: Goethe-Institut Äthiopien. Abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> Er gehörte zu den bedeutendsten Vertretern der amharischen Literatur und galt als Nationaldichter seines Landes.<ref name="laits-2006-03-09">Tsegaye Gabre-Medhin, Ethiopian Poet Laureate, Dies at 69. In: laits.utexas.edu (Reprint The New York Times). 9. März 2006, abgerufen am 23. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er übersetzte Stücke von William Shakespeare, Molière und Bertolt Brecht ins Amharische.<ref name="opendemocracy-2007-09-10">An Ethiopian hero: Tsegaye Gabre-Medhin (1936 - 2006). In: openDemocracy. 10. September 2007, abgerufen am 23. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Von Gabre-Medhin stammt Let Us All Unite and Celebrate Together, die Hymne der Afrikanischen Union.<ref name="laits-2006-03-09" />

Leben

Seine Muttersprache war Oromifa. Geboren wurde Gabre-Medhin 1936 im Dorf Boda nahe Ambo, westlich von Addis Abeba.<ref name="opendemocracy-2007-09-10" /> Im Alter von 13 Jahren veröffentlichte er sein erstes Theaterstück sowie später verschiedene Gedichte, Essays und Liedtexte auf Amharisch. Eines dieser Theaterstücke (King Dionysus and the Two Brothers) wurde in Anwesenheit von Kaiser Haile Selassie aufgeführt.<ref name="opendemocracy-2007-09-10" />

Gabre-Medhin besuchte anschließend die renommierte General-Wingate-Schule in Addis Abeba und wechselte anschließend an die Handelsschule, an der er ein Stipendium für ein Jurastudium an der Blackstone School of Law in Chicago erhielt, welches er 1959 abschloss.<ref name="laits-2006-03-09" /> 1960 studierte er experimentelles Theater am Royal Court Theatre in London und an der Comédie-Française in Paris.<ref name="laits-2006-03-09" /> Von 1961 bis 1971 war er künstlerischer Leiter des Haile-Selassie-I.-Theater, das heute als Äthiopisches Nationaltheater bekannt ist.<ref name="goethe" /> Nach dem Sturz von Haile Selassie war Gabre-Medhin kurzzeitig Vize-Minister für Kultur und Sport und gründete die Fakultät für Theater der Universität Addis Abeba.<ref name="opendemocracy-2007-09-10" /> In den 1970er-Jahren wurde er im Zusammenhang mit Theaterzensur von der Militärregierung festgenommen und zeitweise ohne Anklage festgehalten.<ref name="laits-2006-03-09" />

Ab 1998 lebte er zur Dialysebehandlung eines Nierenleidens in New York, wo er am 25. Februar 2006 starb. Er wurde in Addis Abeba auf dem gleichen Friedhof wie Haile Selqassie beigesetzt.<ref name="triblive-2006-03-09">Ethiopian poet Tsegaye Gabre-Medhin dead. In: TribLIVE.com (United Press International). 9. März 2006, abgerufen am 23. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er hinterließ seine Ehefrau Lakech Bitew sowie drei Töchter und drei Söhne.<ref name="laits-2006-03-09" />

Wirken

Gabre-Medhin schrieb mehr als 30 Theaterstücke, die meisten davon auf Amharisch.<ref name="goethe" /> Seine amharischen Dramen behandeln zumeist gesellschaftliche Konflikte des zeitgenössischen Äthiopien, etwa in Dornenkrone (1959).<ref name="goethe" /> Als bekanntestes englischsprachiges Versdrama gilt Oda Oak Oracle (1965).<ref name="goethe" /> Mit Collision of Altars (1977) legte er zudem ein experimentelles Stück vor, das Pantomime, Beschwörung, Tanz und Masken einsetzt.<ref name="goethe" /> Seine Landsleute verglichen ihn mit Shakespeare. Er übersetzte teilweise Werke von ebendiesem, von Brecht und von Molière ins Amharische.<ref name="opendemocracy-2007-09-10" /> Im Jahr 2002 übernahm die Afrikanische Union eines seiner Gedichte als Hymnentext.<ref name="laits-2006-03-09" /> Die Biografie Soaring on Winged Verse: The Life of Ethiopian Poet-Playwright Tsegaye Gabre-Medhin (2013) von Fasil Yitbarek gilt als erste buchlange Lebensdarstellung und beruht im Kern auf aufgezeichneten Interviews mit Gabre-Medhin.<ref name="aethiopica-2016-07-07">Fasil Yitbarek, Soaring on Winged Verse: The Life of Ethiopian Poet-Playwright Tsegaye Gabre-Medhin. In: Aethiopica. 7. Juli 2016, abgerufen am 23. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Da diese Gespräche 2006 abbrachen, bleibt der Teil über die Jahre nach 1974 in der Darstellung vergleichsweise kurz.<ref name="aethiopica-2016-07-07" />

Zitat

“In order to bring about a better future, one must learn from the past. You cannot build a future based on hatred because hatred is the enemy of hope.”

„Um eine bessere Zukunft zu erreichen, muss man aus der Vergangenheit lernen. Auf Hass kann man keine Zukunft aufbauen, weil Hass der Feind der Hoffnung ist.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Tsegaye Gabre-Medhin: Interview mit The Ethiopian Review 1993<ref name="nyt">Jesse McKinley: Tsegaye Gabre-Medhin, Ethiopian Poet Laureate, Dies at 69. 9. März 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. März 2017; abgerufen am 12. März 2006 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Publikationen

  • 1957 Beig (Herbst), Drama
  • 1959 Askeyami Lijagered (Das häßliche Mädchen), Drama
  • 1963 Tartuffe (Tartuffe), Adaption von Molière
  • 1965 Oda Oak Oracle, Drama
  • 1968 Hamlet (Hamlet), Adaption von Shakespeare
  • 1975 Enat Alem Tenu (Mutter Courage), Adaption von Brecht
  • 1976 Abugida Transform, Drama
  • 1977 Collision of Altars, Drama

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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