Trumeau (Spiegel)
Ein Trumeau(spiegel) ist ein an einem Pfeiler zwischen zwei Wandöffnungen befestigter Wandspiegel. Der breite Pfeiler selbst wird ebenfalls als Trumeau bezeichnet.<ref>Vorlage:DamenConvLex-1834</ref>
Beschreibung
Wandspiegel, die an einem Pfeiler zwischen zwei Wandöffnungen (Fenster, Türen) befestigt sind, werden als Trumeaux (veraltet: Trümeaux), Pfeilerspiegel oder Trumeauspiegel bezeichnet. Sie sind entsprechend der Wandfläche meist schmal und hoch und können von Kniehöhe bis zur Decke reichen. Oft sind sie über einem Wandtisch, einem Kamin oder einem Schränkchen angebracht, das Trumeaukasten genannt wird. Schubladenschränke dieser Art werden auch als Pfeilerkommoden bezeichnet. Trumeaux erfreuten sich im 18. und 19. Jahrhundert großer Beliebtheit.<ref>Hartmann 1996; Pierer 1863.</ref>
Trumeauspiegel waren ein Fixpunkt der „guten Stube“. Ihre Verwendung zwischen zwei Fenstern war aufgrund des optimalen Lichteinfalls besonders beliebt. Überdies setzten sie mit dieser Platzierung die Reihe der Fenster scheinbar fort und machten die Räume heller. Abends konnte man auf den darunter stehenden Konsoltisch eine Lampe stellen, deren Licht dann über den Spiegel in den Raum reflektiert wurde. Aufgrund der aufwändigen und komplizierten Spiegelversilberung im 18. und frühen 19. Jahrhundert war der Trumeauspiegel mit Abstand das teuerste Objekt einer Raumgestaltung. Spiegelglas wurde in Quadratzentimetern berechnet. In der Zeit des Biedermeier suchten die Schreiner die Spiegelflächen unauffällig, jedoch effektiv, durch oben und unten angesetzte Felder optisch zu strecken und zu verlängern, um dem Trumeauspiegel eine ansehnliche Höhe zu verleihen. „Dabei wurden die Flächen der Füllungen häufig mit Reliefs verziert und bisweilen auch kleinere Spiegel hinzugefügt. Bei diesen 'Erweiterungen' nach unten und oben durfte natürlich ein starker Sockel sowie ein hoher Kranz oder Giebel als Bekrönung des Trumeauspiegels nicht fehlen.“<ref>Hans Ottomeyer, Axel Schlapka: Biedermeier: Interieurs und Möbel. Wilhelm Heyne Verlag, München 1991, ISBN 3-453-04417-7, S. 154.</ref>
Übersetzungen
| Sprache | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Deutsch | der Trumeau (Aussprache: trümóh [try'mo:]), der Pfeilerspiegel | die Trumeaus (Aussprache: trümóhs [try'mo:s]), die Pfeilerspiegel |
| Englisch<ref>Wikipedia (englisch): Trumeau mirror, Pier glass; Oxford 1989.</ref> | pier glass, pier-glass, trumeau, trumeau mirror | pier glasses, pier-glasses, trumeaux, trumeau mirrors |
| Französisch<ref>Wiktionnaire (französisch): trumeau; Larousse 1978.</ref> | le trumeau | les trumeaux |
| Italienisch<ref>Dizionario der Universität Genua; Battaglia 2002; de Mauro 2000.</ref> | il trumeau, il trumò | le trumeau, le trumò |
| Russisch<ref>Викисловарь (russisch): трюмо</ref> | трюмо | трюмо |
Wortherkunft
Das Wort Trumeau kommt von dem französischen Wort trumeau, das einen Pfeiler zwischen zwei Wandöffnungen bezeichnet. Es ist verwandt mit dem deutschen Wort Trumm (Plural: Trümmer) mit der Grundbedeutung „großes Stück“.<ref>Wiktionary (deutsch): Trumm; Wiktionnaire (französisch): trumeau.</ref>
Literatur
- {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Salvatore Battaglia: Grande dizionario della lingua italiana. Band 21, Turin 2002.
- {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Tullio de Mauro (Herausgeber): Grande dizionario italiano dell’uso. Band 6. Turin 2000.
- {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}Ursula Kraif (Bearbeitung): Duden, das große Fremdwörterbuch : Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter, Mannheim 2007.
- {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} P. W. Hartmann: Das große Kunstlexikon von P. W. Hartmann; beyars.com
- {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Grand Larousse de la langue française, Band 7, Paris 1978.
- Hans Ottomeyer, Axel Schlapka: Biedermeier: Interieurs und Möbel. Wilhelm Heyne Verlag, München 1991, ISBN 3-453-04417-7, S. 154–155.
- {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}Vorlage:Pierer-1857
- {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} John. A. Simpson (Bearbeiter): The Oxford English dictionary. Band 18. Oxford 1989.
Weblinks
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Einzelnachweise
<references />