Trumbasch
Der Trumbasch (auch Trombash, Trombacha, Mambele) ist ein sichelförmiges Messer aus dem Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, aus dem Gebiet um den Fluss Bomokandi.<ref>Bastide: Traditional weapons of africa, 2010, S. 26</ref><ref>Elsen: Sichelwaffen Teil 3, 2000, S. 17</ref> Das zu den zentralafrikanischen Sichelwaffen gezählte Messer diente als Waffe, Werkzeug und meist in hochwertigen Ausführungen als Statuswaffe.<ref>Elsen: Sichelwaffen Teil 3, 2000, S. 17</ref> Diese Waffen sind insbesondere typisch für die Mangbetu. Aber auch benachbarte Ethnien wie die Budu, Momvu, Boa, Bandia, Avungara-Azande, So, Topoke, Makere, Popoi, Mangbele, Malele, Meje oder Barambo nutzen diese Art von Messern.<ref>Elsen: Sichelwaffen Teil 3, 2000, S. 25</ref>
Bezeichnung
Die Bezeichnung ist uneinheitlich. Vielfach wird Trumbasch verwendet, wobei diese Bezeichnung wahrscheinlich nicht von Mangbetu stammt. Die Azande nannten so ihre Wurfeisen. Der Begriff Mambele stammt wahrscheinlich von m'bêl ab und hat am Uelle-Fluss die allgemeine Bedeutung Messer. Ebenso wird der Begriff dupa verwendet, welcher am ehesten von den Mangbetu abstammt. In der Sprache der Mangbetu bedeutet nedupua oder neduba ebenfalls allgemein Messer.<ref>Bastide: Traditional weapons of africa, 2010, S. 29</ref>
Beschreibung
Der Trumbasch hat eine sichelförmige, zweischneidige (Innen und Außen) Klinge mit einem spitzen Ende. Die Klinge besteht aus Stahl oder Kupfer. Die beiden Klingenseiten (Rechts und Links) sind gleich bearbeitet, was sie von den nördlicher vorkommenden Wurfeisen unterscheidet. Einige Exemplare haben kleine Eisenstifte an der Klinge in der Nähe des Griffs. Der Zweck ist Dekoration denn es ist unwahrscheinlich, dass es sich um Parierelemente handelt.<ref>Elsen: Sichelwaffen Teil 3, 2000, S. 17, 24–45</ref> Vielfach sind runde Perforationen in der Klinge zu finden, welche der Verzierung dienen.<ref>Bastide: Traditional weapons of africa, 2010, S. 55–59</ref>
Der Griff besteht aus Holz oder Elfenbein. Der Griff ist in der Regel zylindrisch mit wechselnden Durchmessern ausgeführt. Manchmal endet der Griff in einem stilisierten Menschenkopf.<ref>Bastide: Traditional weapons of africa, 2010, S. 55–59</ref> Manchmal sind die Griffe mit Metallbändern umwickelt.<ref>Elsen: Sichelwaffen Teil 3, 2000, S. 29</ref> Die Gesamtlänge beträgt durchschnittlich etwa 40 cm.<ref>Bastide: Traditional weapons of africa, 2010, S. 55–59</ref>
Die einfach ausgeführten Exemplare konnten durchaus als Waffe und Gebrauchsmesser verwendet werden, bei den meisten handelt es sich jedoch um aufwändige Zeremonial- und Statuswaffen.<ref>Elsen: Sichelwaffen Teil 3, 2000, S. 17</ref> Auch die Verwendung als Primitivgeld ist wahrscheinlich. In frühen Publikationen wurden die Trumbasche fälschlicherweise den Wurfwaffen zugeordnet.<ref>Zirngibl: Rare African short weapons, 1983, S. 86</ref> Als der deutsche Afrikaforscher Georg Schweinfurth 1870 den Mangbetu-König Mbunza traf, trug der König einen Trumbasch aus Kupfer.<ref>Zirngibl: panga na visu, 2009 S. 300</ref> Die Trumbasche waren Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts unter Europäern beliebte Sammelobjekte.<ref>Bastide: Traditional weapons of africa, 2010, S. 55–59</ref>
Varianten:
-
A
-
B
-
C
-
D
-
E
- A: "asymmetrische" Klinge, bei der die äußere Schneide kürzer ist als die innere; oft ein markanter Mittelgrat,<ref>Bastide: Traditional weapons of africa, 2010, S. 59</ref> vielfach ein großer zylinderförmiger Knauf.<ref>Elsen: Sichelwaffen Teil 3, 2000, S. 25</ref>
- B: ähnlich zu A aber mit "versetzter" Klinge; gilt als Parade- und Statuswaffe und insbesondere als königliche als Insigne.<ref>Elsen: Sichelwaffen Teil 3, 2000, S. 31</ref><ref>Bastide: Traditional weapons of africa, 2010, S. 58</ref>
- C: ein eckiges Erscheinungsbild der Klinge, die Klinge wird am Rücken breiter, Griff sitzt am Rücken oder am Zentrum der Klinge, Gesamtgröße durchschnittlich etwa 40 cm.<ref>Elsen: Sichelwaffen Teil 3, 2000, S. 35</ref><ref>Bastide: Traditional weapons of africa, 2010, S. 55</ref>
- D: gestreckte Form, kommt im Süden des Vorkommensgebietes vor.<ref>Elsen: Sichelwaffen Teil 3, 2000, S. 17</ref>
- E: seltene, kunstvolle Form mit geteilter Klinge.<ref>Elsen: Sichelwaffen Teil 3, 2000, S. 39</ref>
Literatur
- Manfred A. Zirngibl: Rare African short weapons, Verlag Prinz Verlag, 1983
- Jan Elsen: Tribal Arms Monographs Vol I / No.3 – Die Sichelwaffen Teil 3, Verlag Tribal Arts, Brüssel, 2000, ISBN 2-930169-03-6
- Manfred A. Zirngibl, Alexander Kubetz: panga na visu. Kurzwaffen, geschmiedete Kultgegenstände und Schilde aus Afrika. HePeLo-Verlag, Riedlhütte 2009, ISBN 978-3-9811254-2-9.
- Tristan Arbousse Bastide: Traditional weapons of Africa (billhooks, sickles and scythes), British Archaeological Reports, 2010, ISBN 1-4073-0690-1
Weblinks
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- Trumbashe der Guido T. Poppe Collection
- Trumbash bei forensicfashion.com
- Trumbash Beschreibung und Bild bei ogun.qc.ca
Einzelnachweise
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