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Trossingen-Formation

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<imagemap> Datei:Keuper-Lithostratigrafie.svg|350px|mini|Lithostratigrafie der Keuper-Gruppe im Germanischen Becken rect 7 6 74 72 Geologische Zeitskala

  1. rect 75 6 145 74 Untergruppe
  2. Beckenfazies

rect 147 6 353 74 Fazies

  1. Randfazies

rect 354 6 536 74 Fazies poly 145 75 146 166 360 165 537 133 538 75 146 75 Exter-Formation rect 75 75 145 164 Oberer Keuper rect 7 75 74 164 Rhaetium rect 146 165 360 305 Arnstadt-Formation poly 360 166 538 133 537 196 359 198 360 166 361 165 Trossingen-Formation rect 6 166 73 383 Norium rect 360 198 535 307 Löwenstein-Formation rect 73 166 144 654 Mittlerer Keuper rect 6 385 74 623 Karnium

  1. rect 144 307 536 384 Altkimmerische Hauptdiskordanz

rect 145 386 359 499 Weser-Formation rect 360 384 536 412 Mainhardt-Formation rect 360 413 536 446 Hassberge-Formation rect 360 448 536 496 Steigerwald-Formation rect 146 497 535 545 Stuttgart-Formation

  1. rect 145 545 536 602 Intrakarnische Diskordanz

rect 145 602 360 655 Grabfeld-Formation rect 360 601 535 656 Benk-Formation rect 74 656 145 728 Unterer Keuper rect 6 624 74 780 Ladinium rect 146 656 359 729 Erfurt-Formation rect 359 656 535 780 Grafenwöhr-Formation rect 74 729 360 779 Muschelkalk desc bottom-right </imagemap>

Datei:Knollenmergel Lias Grenze an der Starzel bei Hechingen 2.jpg
Grenzaufschluss zwischen Exter-Formation im Hangenden und Trossingen-Formation im Liegenden an der Starzel bei Hechingen-Stein
Datei:Knollenmergelwiese.jpg
Knollenmergel-Wiese bei Leinzell

Die Trossingen-Formation (früher auch Knollenmergel oder Feuerletten) ist eine lithostratigraphische Einheit vom Rang einer Formation. Sie gehört zur Keuper-Gruppe der Germanischen Trias. Die Trossingen-Formation wird unterlagert von der Löwenstein-Formation und erosiv überlagert von der Exter-Formation, teilweise auch direkt vom Schwarzen Jura.

Definition

Die Liegendgrenze der Trossingen-Formation ist eine diachrone Faziesgrenze und äußert sich durch das Aussetzen der Sandsteine der Löwenstein-Formation. Auch die Hangendgrenze ist faziell scharf ausgebildet und gekennzeichnet durch die erosive Überlagerung mit terrestrischen Sedimenten diverser lokal verbreiteter Schichtglieder der Exter-Formation (Malschenberg-Ton oder -Sandstein, Contorta-Ton, Tübingen-Sandstein) oder, bei ausgedehnterem Oberkeuper-Hiatus, direkt mit den dunklen marinen Tonsteinen des Schwarzen Jura.

Die Trossingen-Formation selbst besteht aus recht einheitlichen, rotbraunen bis roten, teils violetten Tonsteinen, in die sich gelegentlich Kalkknollenlagen einschalten (daher der Name „Knollenmergel“). In Nordfranken können auch mehrere Meter mächtige, durchgehende Kalkkrusten vorkommen. Am Top der Folge treten lokal auch kohlige Tonsteine und verkieselte Kalke auf.

Die Trossingen-Formation ist auf den Randbereich zur Vindelizischen Schwelle und damit auf das Süddeutsche Schichtstufenland beschränkt. Die Mächtigkeit beträgt durchschnittlich etwa 40 bis 50 m, in Nordfranken werden Werte zwischen 55 und 60 m erreicht. In Südwürttemberg (Wutach-Gebiet) nimmt die Mächtigkeit auf 10 m ab. Die Mächtigkeitsunterschiede gehen zum einen auf die Verzahnung mit der Löwenstein-Formation und zum anderen auf die rhätisch/frühjurassische Erosion zurück.

Chronostratigraphisch wird die Trossingen-Formation in das oberste Norium oder untere Rhaetium (obere Obertrias) gestellt. Die Typlokalität bzw. das Typprofil ist der Prallhang des Trosselbaches bei Trossingen (Kreis Tuttlingen). Sie ist nach der Stadt Trossingen benannt worden. Die Typregion ist das südwestliche Baden-Württemberg.

Gliederung

Bisher ist noch keine Untergliederung der Trossingen-Formation vorgenommen worden.

Ablagerungsraum

Der Ablagerungsraum war ein weites, flaches Becken mit warmem Klima, in dem sich Seen und Sümpfe ausbreiteten, die während Phasen mit geringen Niederschlägen weitgehend austrockneten. Verbreitete Bodenbildungen (Wurzelhorizonte, Kalkknollen und -krusten) deuten auf längere Unterbrechungen in der Sedimentation hin. Das Top der Formation wurde bereits unter marinem Einfluss abgelagert, wie Funde von Foraminiferen beweisen.

Fossilien

Die Trossingen-Formation ist durch den „Plateosaurier-Friedhof“ von Trossingen weltbekannt geworden. Die gut erhaltenen Skelette sind heute z. T. montiert im Naturkundemuseum Stuttgart im Museum am Löwentor, und im Museum Auberlehaus in Trossingen selbst ausgestellt. Trossinger Plateosaurier finden sich auch in den Museen von Tübingen und New York (USA).

Neben den Plateosauriern sind es vor allem die gut erhaltenen Fossilien der „Urschildkröte“ Proganochelys quenstedti, welche die paläontologische Bedeutung des Trossinger Saurierfriedhofes begründeten.

Weitere, weniger spektakuläre Fossilfunde in der Trossingen-Formation sind Muscheln (Bivalvia) und Muschelkrebse (Ostracoda). Am Top der Formation belegen Foraminiferen bereits marinen Einfluss.

Geomorphologie und wirtschaftliche Bedeutung

Die Ausbisse der Trossingen-Formation (Knollenmergel) werden durch sogenannte „buckelige“ Wiesen gekennzeichnet. Der Knollenmergel bildet sehr schwere Böden (Minutenboden), die durch typisches Baumwachstum (krumme und schiefe Bäume) erkennbar sind, und neigt nach Regenfällen zu häufigen Rutschungen. Oftmals können Knollenmergel-Landschaften nur für Streuobstwiesen genutzt werden.

Durch seinen Reichtum an Tonstein ist der Knollenmergel, wie viele Keuper-Formationen, ein schwieriger Untergrund für Gebäude jeglicher Art, weil die Tonsteine Drei-Schicht-Tonminerale enthalten, die durch Wassereinlagerung in den Zwischenschichten quellfähig sind. Auch intensiver Ackerbau ist daher aufgrund der sehr von der Witterung abhängigen Bearbeitungsmöglichkeiten problematisch.

Der Knollenmergel neigt, wie viele tonsteindominierte Gesteinsfolgen, zum Hangkriechen. Dies äußert sich darin, dass Bäume an Hängen Säbelwuchs zeigen.

Siehe auch

Literatur

  • Gerhard Beutler: Lithostratigraphie. In: Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.): Stratigraphie von Deutschland IV – Keuper. Courier Forschungsinstitut Senckenberg, 253: 65-84, Stuttgart 2005. {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0341-4116|0}}{{#ifeq:1|0|[!]

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  • Gerhard Beutler, Norbert Hauschke und Edgar Nitsch: Faziesentwicklung des Keupers im Germanischen Becken. In: Norbert Hauschke & Volker Wilde (Hrsg.): Trias – Eine ganze andere Welt. Mitteleuropa im frühen Erdmittelalter. S. 129–174, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München 1999. ISBN 3-931516-55-5
  • Edgar Nitsch: Der Keuper in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002: Formationen und Folgen. Newsletters on Stratigraphy, 41(1-3): 159-171, Stuttgart 2005. {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0078-0421|0}}{{#ifeq:1|0|[!]

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}}

  • Eduard Mückenhausen: Die Bodenkunde und ihre geologischen, geomorphologischen, mineralogischen und petrologischen Grundlagen. 4. erg. Aufl., 579 S., DLG-Verlag, Frankfurt/M. 1993. ISBN 3-7690-0511-2
  • Ernst Schlichting: Einführung in die Bodenkunde. 3. Aufl., 131 S, Parey, Hamburg & Berlin, 1993. ISBN 3-490-20115-9

Weblinks